Nach langer Wartezeit wird bald die elektronische Gesundheitskarte deutschlandweit eingesetzt. Wir haben mit Michael Witte, stellvertretender Leiter des Kompetenzzentrums Freie Berufe der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, darüber gesprochen, was die elektronische Gesundheitskarte für seine Kunden bedeutet und wie die Volksbank dabei unterstützt.
Michael Witte
stv. Leiter Kompetenzzentrum Freie Berufe
Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold
Telefon: 05251 294-454
E-Mail: michael.witte@volksbank-phd.de
Herr Witte, die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist derzeit sicher ein viel diskutiertes Thema. Welche Veränderungen bringt die elektronische Gesundheitskarte mit sich?
Michael Witte: Die elektronische Gesundheitskarte bietet im Vergleich zur bisherigen Krankenversichertenkarte die Möglichkeit, Patientendaten online abzugleichen. Dadurch werden der sichere Austausch von medizinischen Informationen ermöglicht, der Datenschutz verbessert und die unberechtigte Inanspruchnahme medizinischer Leistungen verringert. Konkret bedeutet dies, dass die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland dazu beitragen soll, die medizinische Versorgung zu optimieren und Abläufe effizienter zu gestalten.
Wann wird auf die elektronische Gesundheitskarte umgestellt?
Michael Witte: Der Gesetzgeber hat die gesetzlichen Krankenversicherungen verpflichtet, bis Ende 2011 mindestens zehn Prozent ihrer Versicherten auf die elektronische Gesundheitskarte umzustellen. Andernfalls müssen die Krankenkassen zusätzliche Verwaltungsausgaben hinnehmen. Ab dem vierten Quartal geben die Krankenkassen die neuen elektronischen Gesundheitskarten an ihre Mitglieder heraus. Die bisherige Krankenversichertenkarte wird schrittweise gegen die elektronische Gesundheitskarte ausgetauscht.
Was bedeutet die Umstellung konkret für Ihre Kunden?
Michael Witte: Für Ärzte, Zahnärzte, Therapeuten und Krankenhäuser bedeutet die Umstellung auf die elektronische Gesundheitskarte, dass sie Lesegeräte benötigen, die onlinefähig sind und ein hohes Maß an Datenschutz bieten.
Wie unterstützen Sie Ihre Kunden bei dieser Umstellung?
Michael Witte: Die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold verfügt über umfassende Erfahrungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr. Mit unseren Terminals haben wir für unsere Kunden Lösungen entwickelt, die einfach zu bedienen und gleichzeitig sicher sind. Diese stationären sowie mobilen Terminals mit verschiedenen Zusatzfunktionen unterstützen unsere Kunden bei ihrer täglichen Arbeit.
Bedeutet dies, dass die Ärzte nun für jede einzulesende Karte ein separates Lesegerät benötigen?
Michael Witte: Selbstverständlich nicht. Wir bieten unseren Kunden einen Multifunktionsterminal, mit dem neben der elektronischen Gesundheitskarte auch die Krankenversichertenkarte sowie alle Bezahl- und Bankkarten eingelesen werden können. Dieser ist aktuell der einzige am Markt zugelassene Terminal, mit dem alle Leistungen bearbeitet werden können. Dies erleichtert die Bedienung und spart gleichzeitig Platz.
Muss jede Praxis die Kosten für das neue Gerät selbst tragen?
Michael Witte: Nein, die Praxen und Ärzte müssen die Geräte nicht komplett selbst bezahlen. Zum Ausgleich für die Investitionen werden Fördergelder bereitgestellt. Die Anschaffung eines Kartenlesegerätes wird mit 355 Euro gefördert, für die Installation werden zusätzlich 215 Euro bereitgestellt. Der Antrag auf Erstattung kann bei der Kassenärztlichen Vereinigung bis spätestens 30. September 2011 eingereicht werden.