Persönlich und kompetent vor Ort

Auf dem Land fehlen Ärzte – daran konnte bisher auch das Engagement der Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen nicht viel ändern. Gerade dort haben viele Hausärzte heute Schwierigkeiten, einen Nachfolger für ihre Praxis zu finden. Gerd Otte betreut seit 2003 Freiberufler im Kreis Höxter und blickt auf 40 Jahre Berufserfahrung zurück. Er kennt die Bedenken und die Wünsche seiner Kunden. Dabei steht für ihn vor allem der persönliche Kontakt im Fokus.

Herr Otte, Sie begleiten Ihre Kunden teilweise seit vielen Jahren. Was hat sich in dieser Zeit verändert?

Gerd Otte: Unsere Region ist sehr ländlich geprägt. Im Kreis Höxter spüren wir deutlich die Auswirkungen der demografischen Entwicklung. Dort leben immer mehr ältere Menschen.

Woran machen Sie das fest?

Gerd Otte: Insbesondere bei den Hausärzten ist der Anteil der über 60-Jährigen besonders hoch. Viele haben Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden. Dabei ist die Nachfrage auf dem Land groß und die Region unterversorgt, da hier viele ältere Patienten betreut werden müssen.

Wie können sich Heilberufler auf diese Entwicklung einstellen beziehungsweise dieser entgegenwirken?

Gerd Otte: Eine große Möglichkeit sehe ich in den Zusammenschlüssen von Ärzten zu Kompetenzzentren. Daher ist es erfreulich, dass die Kooperationsbereitschaft der Mediziner unterschiedlicher Fachrichtungen in Versorgungszentren oder Gemeinschaftspraxen zugenommen hat, beispielsweise in den Kliniken der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge oder im Fachärztezentrum am St. Ansgar-Krankenhaus. Der Anteil der niedergelassenen Allgemeinmediziner nimmt in unserer Region jedoch leider ab.

Was hält junge Mediziner davon ab, eine Praxis auf dem Land zu übernehmen?

Gerd Otte: Die Gründe sind sehr vielfältig – der hohe bürokratische Aufwand, eine schwache Infrastruktur oder aber einfach nur der Wunsch nach einem urbanen Lebens- und Arbeitsumfeld. Sich mit einer Praxis selbstständig zu machen, erscheint vielen als Hürde. Dabei bietet gerade die Allgemeinmedizin sehr viele Vorteile.

Welche zum Beispiel?

Gerd Otte: Für junge Ärzte ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr wichtig. Die hausärztliche Versorgung auf dem Land bedeutet viel zeitliche Flexibilität und einen zuverlässig planbaren Patientenstamm. Hinzu kommt auch, dass das Leben auf dem Land gute und günstige Möglichkeiten zum Wohnen und Leben bietet.

Welche Unterschiede gibt es noch?

Gerd Otte: Die Lebensqualität und Zufriedenheit auf dem Land ist deutlich größer als in den Großstädten. Auf dem Land kommt es eben noch auf die zwischenmenschlichen Beziehungen an. Man kennt sich und man hilft sich. Die Hilfsbereitschaft der Menschen erleichtert vor allem Berufseinsteigern den Weg in die Selbstständigkeit.

Welche Leistungen bieten Sie Ihren Kunden?

Gerd Otte: Unser Ziel ist, jungen Ärzten die Niederlassung im ländlichen Bereich zu ermöglichen und ihnen die Sorge vor dem wirtschaftlichen Risiko zu nehmen. Ein erfolgreicher Arzt muss kein studierter Betriebswirt sein. Wir bieten jungen Medizinern eine konstruktiv-kritische Beratung während der Gründungsphase und eine Lösung für die Finanzierung, die auf ihre individuellen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen abgestimmt ist.

Was können die Kunden darüber hinaus erwarten?

Gerd Otte: Als Höxteraner kenne ich nicht nur die Menschen, sondern auch die Region sehr gut und bin jederzeit für meine Kunden erreichbar. Auf diese Weise lassen sich kleine, aber auch diffizile Fragen schnell und unbürokratisch in einem persönlichen Gespräch klären. Selbstverständlich stelle ich bei Bedarf auch gerne den Kontakt zu den Netzwerkpartnern unserer Bank her.

Das klingt nach einer guten Beziehung, oder?

Gerd Otte: Als Genossenschaftsbank ist es uns ein besonderes Anliegen, unsere Kunden bestmöglich zu unterstützen und bei allen Finanzfragen zu begleiten. Und das möglichst ein Leben lang. Was zählt, ist nicht das laufende Konto oder die Baufinanzierung, sondern in erster Linie der persönliche Kontakt zum Kunden.