Sinnvoll beraten

Apotheker aus Leidenschaft: Philippe und Franz-Josef Potente.

Damit sich die Apotheker Philippe und Franz-Josef Potente ganz auf den Menschen konzentrieren können, holt in einer ihrer Apotheken ein Roboter die Medikamente aus dem Lager. Während die Maschine die Laufarbeit erledigt, nutzen die Apotheker die gewonnene Zeit, um ihre Patienten umfassend zu beraten.

„Eine Apotheke vor Ort macht auch in Zukunft Sinn“, davon sind Franz-Josef und Philippe Potente überzeugt. Im Januar 2014 hat Philippe Potente die Geschäftsführung der City-Apotheke in Bad Driburg und der Malteser Apotheke in Höxter von seinem Vater Franz-Josef übernommen. Der Junior bringt nicht wenig Erfahrung mit. Nach seinem Studium in Freiburg arbeitete Philippe Potente in einer Internet-Versandapotheke. Die Technik faszinierte ihn, die ausgeklügelte Logistik begeisterte ihn. Doch langfristig sah der junge Apotheker für sich keine Zukunft in der Versand-Apotheke: Ihm fehlte die Nähe zu den Kunden und zu seiner Heimat.

Da das Apotheken-Konzept seines Vaters bestens zu seinen Vorstellungen passte und er die Zukunftsaussichten seiner Heimatregion positiv bewertet, entschied sich Philippe Potente, Köln aufzugeben und in den Kreis Höxter zurückzukehren. Schon früh entwickelte er eine Vorliebe für den Beruf des Apothekers. Bereits als Kind half er seinem Vater in der Apotheke aus, indem er Medikamente auslieferte. Um älteren Menschen noch mehr entgegenzukommen, betreibt Franz-Josef Potente bereits seit mehreren Jahrzehnten einen Lieferservice.

Seit über 30 Jahren ist Senior-Apotheker Franz-Josef Potente in der Pharmazie tätig und stets mit der Zeit gegangen. „Man muss immer wandlungsfähig bleiben und sich neuen Gegebenheiten schnell anpassen“, lautet seine Devise. Deshalb hat er seine Apotheken mehrfach umgerüstet. Alles im Auftrag der intensiven Kundenbetreuung. Seit einigen Jahren gibt es bereits ein separates Beratungszimmer. „Dort kann man die Türen schließen und ganz in Ruhe mit den Patienten sprechen“, sagt Franz-Josef Potente. Denn die Beratung seiner Patienten liegt ihm besonders am Herzen.

Für noch mehr Kundennähe rüstete er die Bad Driburger City-Apotheke mit modernster Technik in Form eines Kommissionierautomaten auf. Seitdem herrscht ein Roboter über das Lager. Die Maschine entscheidet, wo die Medikamente verstaut werden. Sie hat ein eigenes, dem Menschen unverständliches Ablagesystem und liefert jedes Medikament via Greifarm und Transportlift an den Verkaufstisch. Dadurch sparen sich die Apotheker den Weg ins Lager. Sie müssen nicht erst im Apothekerschrank nach dem richtigen Päckchen suchen, sondern können mit den Patienten ausführlich sprechen, während der Roboter die Medikamente heraussucht.

Der Senior bleibt dem Geschäft zunächst noch erhalten, damit er vor dem Ruhestand seine Erfahrung an den Junior weitergeben kann. Gemeinsam wollen sie sich Raum und Zeit für die Beratung nehmen, nah am Menschen arbeiten und auch einmal fünf Minuten länger zuhören. „Der Kontakt zum Patienten ist wesentlich intensiver geworden. In der heutigen Zeit wissen es unsere Kunden zu schätzen, wenn wir für sie vor Ort da sind“, berichtet Philippe Potente. Insgesamt 16 Angestellte kümmern sich um die Belange der Kunden. Hinzu kommen vier studentische Hilfskräfte, die Medikamente ausliefern.

„Wir leben und arbeiten hier in einer tollen Region, die sehr viel Wachstumspotenzial hat“, lobt Franz-Josef Potente den Standort Höxter. „Man muss nur etwas tun und die Chancen vor Ort nutzen.“ Und Philippe Potente ergänzt: „Auch wenn die Entwicklung auf dem Land ruhiger verläuft als in der Stadt, kommt sie dennoch an.“ Ein gutes Netzwerk sei dabei enorm wichtig. Franz-Josef Potente weiß, wovon er spricht. Er hat seine Kontakte genutzt, um sich mit Berufskollegen auszutauschen und auch einmal „über den Tellerrand zu schauen“.

Ein Rückzug der Apotheken oder gar der Banken aus der ländlichen Region ist für die beiden Apotheker unvorstellbar. „Für uns ist es wichtig, eine Bank vor Ort zu haben und damit vor allem einen persönlichen Gesprächspartner, der uns und die Branche kennt und uns umfassend beraten kann“, sagt Franz-Josef Potente. Als Apotheker schätzt er besonders den Rat seines Betreuers Gerd Otte aus dem Kompetenzzentrum „Freie Berufe“ der Volksbank.

„Es gibt immer Chancen, die man nutzen kann“, weiß Franz-Josef Potente und setzt auf die ganzheitliche Beratung seiner Kunden. Der Beratungsaufwand in Apotheken steigt nicht nur, weil Arzneimittel in ihrer Wirkung immer komplexer werden und so für die Patienten in ihrer Anwendung zunehmend schwieriger zu verstehen sind. Auch werden die Menschen immer älter. „Wenn man ältere Patienten versorgt, die an mehreren Krankheiten leiden, muss man nicht nur viel Zeit, sondern auch ‚Feinsinn‘ für die Betreuung aufbringen, ohne sich aufzudrängen“, erklärt Philippe Potente. Man müsse manchmal nicht nur mit den Patienten selbst, sondern auch mit Angehörigen, Ärzten oder dem Pflegeheim sprechen. Nur so könne man eine sinnvolle medizinische Versorgung für ältere Patienten sicherstellen.

Ansprechpartner für Notfälle auch am Wochenende und zu jeder Tag- und Nachtzeit – so verstehen sich die Potentes und ihren Kundenauftrag. Denn nur mit diesem Einsatz kann man ihrer Meinung nach den Apotheker-Beruf richtig ausfüllen. „Genau deshalb macht die Apotheke vor Ort auch in Zukunft Sinn“, sagt Philippe Potente. „Man muss es nur tun!“