Vertrauen verbindet

Schnelle Kreditentscheidungen

Eine gute Finanzkommunikation bietet viele Vorteile. Sie ist die Basis für eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Kunde und Bank. Michael Witte, stellvertretender Leiter des  Kompetenzzentrums Freie Berufe der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, erklärt, wie durch individuelle Beratung und persönliche Kenntnis nicht nur Kreditentscheidungen beschleunigt, sondern auch positiv beeinflusst können.


Herr Witte, warum ist eine offene Finanzkommunikation so wichtig?

Michael Witte: Vertrauen zwischen Kunde und Bank erst aufgebaut wird. Sie ist die beste Voraussetzung für eine dauerhafte Versorgung mit Krediten. Insofern ist das Gespräch zwischen Bank und Kunde immer auch ein Stück weit Vorsorge. Unser Ziel ist es stets, eine möglichst enge und vertrauensvolle Beziehung zu unseren Kunden aufzubauen. Diese schlägt sich dann letztlich auch in schnellen und flexiblen Kreditentscheidungen nieder.

Welche Rolle spielen Ratingnoten für Kreditentscheidungen bei der Volksbank?

Michael Witte: Natürlich gibt uns ein Rating ausschlaggebende Informationen darüber, wie unsere Kunden wirtschaften. Bei der Vergabe von Krediten allein darauf zu vertrauen, würde jedoch nicht
ausreichen. Ratings basieren größtenteils auf Jahresabschlüssen, das heißt, sie sind ausschließlich vergangenheitsorientiert. Gerade mit Blick auf unsere schnelllebige Zeit, in der viele Entwicklungen von heute auf morgen umkehren, spielen aktuelle und zukünftige Entwicklungen eine mindestens genauso große Rolle wie in der Vergangenheit. Bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit eines Kunden müssen auch Faktoren wie Strategie und Zukunftspläne einbezogen werden.

Sie fordern bei der Kreditvergabe eine hohe Transparenz von Ihren Kunden. Stoßen Sie dabei auf Widerstände?

Michael Witte: Nein. Natürlich spricht niemand gern über seine Finanzen. Wenn man sein Gegenüber aber kennt und weiß, woran man ist, fällt es deutlich leichter, Unterlagen offenzulegen. Wie in vielen anderen Wirtschaftsbereichen gilt auch in der Bank: Je länger eine Geschäftsbeziehung besteht, desto offener sind die Geschäftspartner. Ein offenes und vertrauensvolles Verhältnis zwischen Kunde und Berater ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Dazu gehört zum Beispiel, mit offenen Karten zu spielen und Nachweise zu den aktuellen finanziellen Verhältnissen sowie vollständige Bonitäts- und Kreditbeurteilungsunterlagen vorzulegen. Dies führt zu einer besseren Risikobeurteilung und kann auch die Konditionen für einen Kredit verbessern.

Was bedeutet es konkret, mit „offenen Karten“ zu spielen?

Michael Witte: Wer einen Kredit benötigt und sich eine gute Bonitätseinstufung wünscht, sollte nicht nur aktiv Informationen bereitstellen und so für Transparenz sorgen, sondern auch deutlich machen, dass er als Kunde immer voll hinter seinem Vorhaben steht und verlässlich wirtschaftet. Neben den Einkommens- und Vermögensverhältnissen, der Kontoführung, Kreditauskünften und dem Branchenrisiko spielt auch die künftige Praxisstrategie oder die Positionierung der Praxis im Wettbewerb vor Ort beispielsweise eine entscheidende Rolle.

Was macht eine gute Finanzierungsberatung aus?

Michael Witte: In erster Linie möchten wir für unsere Kunden eine geeignete Finanzierungslösung finden und eine verlässliche Kalkulationsbasis. Egal, ob öffentliche Fördermittel, Annuitätendarlehen oder endfälliges Darlehen. So hat der Kunde Planungssicherheit und kann sich ganz auf seine Arbeit konzentrieren. Nach Sichtung der Zahlen und Fakten bieten wir gerne individuelle Förderprogramme
mit an und unterbreiten Lösungsvorschläge und Empfehlungen.

Wofür können Heilberufler Fördermittel in Anspruch nehmen?

Michael Witte: Da es eine Vielzahl von Förderprogrammen gibt und die Förderbedingungen oftmals sehr unterschiedlich sind, ist eine persönliche Beratung empfehlenswert. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beispielsweise stellt Fördermittel für verschiedenste Zwecke zur Verfügung, vom Praxiskauf über Investitionen bis hin zur Finanzierung der Praxisimmobilie. Dazu gehört der Erwerb von Praxisimmobilien inklusive anfallender Umbaukosten genauso wie der Kauf von medizintechnischen Geräten sowie Fahrzeugen und Einrichtungen, von Betriebs- und Geschäftsausstattungen sowie immaterieller Vermögenswerte, zum Beispiel ideeller Praxiswerte bei der Übernahme von Praxen. Neben der KfW unterstützen auch Förderbanken der Länder Unternehmen und Praxen bei struktur- und wirtschaftspolitischen Aufgaben.

Und wie kommt man an diese Fördermittel?

Michael Witte: Beantragt werden Fördermittel immer vor Beginn des Investitionsvorhabens über uns als Hausbank. Wenn Bauoder Umbaumaßnahmen bereits eingestielt sind, können Förderkredite leider nicht mehr in Anspruch genommen werden.

Welche Unterlagen braucht die Bank für eine schnelle Kreditentscheidung?

Michael Witte: Eine gute Vorbereitung auf ein Finanzierungsgespräch ist die halbe Miete. Dazu gehören die persönlichen Unterlagen wie Lebenslauf, Promotionsurkunde, Approbationsurkunde, Zeugnisse und der Personalausweis. Aber auch die Informationen zum Vorhaben wie eine Projektbeschreibung, Planzahlen, eine Investitionskostenaufstellung, Kaufvertrag, gegebenenfalls Gesellschaftervertrag, Mietvertrag, eine Rentabilitätsvorschau und die Personalplanung (QM-Maßnahmen der Praxis) gehören dazu. Um die Bonität zu beurteilen, benötigt die Bank darüber hinaus bestenfalls Unterlagen wie Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheid beziehungsweise -erklärung, Selbstauskunft, Gewinnermittlung der letzten drei Jahre, eine aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung mit Summen-/Saldenliste, K(Z)VAbrechnungen und eine Aufstellung vorhandener Vermögenswerte.

Wie sichern Sie im Kompetenzzentrum Freie Berufe gute Beziehungen zu Ihren Kunden?

Michael Witte: Allen voran steht natürlich die fachliche Kompetenz. Das bedeutet nicht nur, sich im tagesaktuellen Bankgeschäft auszukennen, sondern sich auch in dem Bereich zu Hause zu fühlen, in dem unsere Kunden tätig sind. In unserem Kompetenzzentrum betreuen wir ausschließlich Freiberufler wie Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Wirtschaftsprüfer, Ingenieure, Steuerberater, Rechtsanwälte und Architekten. Darauf haben wir uns spezialisiert und deshalb kennen wir die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden sehr genau. Wir suchen zudem regelmäßig das direkte und persönliche Gespräch. Dafür sind wir dezentral aufgestellt, um ganz nah vor Ort an der Seite unserer Kunden zu sein. Dazu gehört auch, dass wir Termine anbieten, wenn unsere Kunden Zeit haben, also auch außerhalb unserer Öffnungszeiten.

Wie unterstützt die Volksbank ihre Kunden bei ihren Finanzierungsvorhaben und welchen Mehrwert können Sie ihnen bieten?

Michael Witte: Gemeinsam mit unseren Kunden ermitteln wir den Kapital- und Finanzierungsbedarf, prüfen entsprechende Finanzierungsinstrumente und Förderprogramme und erarbeiten mit ihnen ein persönliches Finanzkonzept. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Ärzte und Zahnärzte gerade in der Phase der Praxisgründung nur über wenig Eigenkapital verfügen. Umso mehr brauchen sie eine schnelle und unbürokratische Finanzierung, die sich an ihrem Bedarf orientiert. Dafür können wir über unser Portal „Atlas Medicus“ aktuelle Branchenvergleichszahlen zur Verfügung stellen. Wir sind eine der wenigen genossenschaftlichen Banken, die dieses Instrument überhaupt nutzen und können dadurch unseren Kunden einen echten Wissensvorsprung bieten. Die meisten Freiberufler haben kaum Zeit, sich intensiv mit ihren eigenen finanziellen Themen zu beschäftigen. Daher gehören für uns neben einem festen Gesprächspartner für alle Finanzthemen auch absolute Fach- und Branchenkenntnisse des Betreuers und eine hohe Erreichbarkeit zum „Grundservice“.

Des  Weiteren sehen wir uns als Netzwerk und Netzwerker für unsere Kunden. So nutzen wir Informationen und Kontakte, um Menschen zusammenzubringen oder auch über unsere Praxisbörse Lösungen für die Nachfolge zu finden.