Aktuelle Kapitalmarktinformationen

Rückblick auf das Börsenjahr 2016 und Ausblick auf 2017

Das Jahr 2016 hielt für Anleger einige Überraschungen bereit. Themen wie der Brexit oder der Ausgang der US-Wahlen haben für viel Gesprächsstoff und Aufmerksamkeit gesorgt. Dennoch gingen die Ereignisse in der Politik nicht mit nachhaltigen Verwerfungen an den Börsen einher. Der DAX als deutscher Leitindex schloss bei 11.486,06 Punkten nahezu auf Jahreshoch (plus 6,87 Prozent zum Vorjahresschluss). Gerade im Dezember konnte der DAX-Performanceindex seine anfänglich im Februar erreichten Kurseinbußen von bis zu 20 Prozent durch eine Jahresendrallye wieder aufholen.

Die Entwicklung des EURO STOXX 50 lag mit plus 0,7 Prozent deutlich darunter (Jahresschluss: 3.290,52 Punkte). Beim Blick auf den MSCI World in Euro lässt sich ein Zuwachs von 8,5 Prozent ausmachen, da sich neben der guten Aktienmarktentwicklung auch Währungsgewinne positiv ausgewirkt haben.

Der Euro-Anleihenmarkt wurde von der EZB mit Liquidität geflutet. Dies drückte die zehnjährigen deutschen Staatsanleihen im Juli auf ein Jahrestief von rund minus 0,20 Prozent, um unter Schwankungen den Jahresendstand von plus 0,21 Prozent zu markieren. Anleger konnten nochmals an den Euro-Rentenmärkten attraktive Kursgewinne verzeichnen. Die letzte EZB-Erklärung zur Fortführung der Anleihenankäufe hat – wenn auch gedämpft – den Marktteilnehmern für 2017 zunächst die Sorge vor Zinssteigerungen genommen.

Das Wirtschaftswachstum der europäischen Länder präsentiert sich sehr uneinheitlich. Wie in den Vorjahren dürften Irland und Spanien die besten Wachstumsraten in Europa ausweisen, während Italien weiterhin als Sorgenkind gilt. In Deutschland stützten die Wohnungsbauinvestitionen und die privaten Konsumausgaben die Wirtschaft maßgeblich. Die Lage am Arbeitsmarkt präsentiert sich weiterhin freundlich, obwohl die Dynamik zuletzt nachgelassen hat. Auf dieser Basis dürfte das Wirtschaftswachstum 2016 in Deutschland mit 1,9 Prozent bestätigt werden.

Entwicklung unterschiedlicher Anlageklassen 2016

Historische Wertentwicklungen lassen keine Rückschlüsse auf eine ähnliche Entwicklung in der Zukunft zu.

Ausblick 2017

Die weitere wirtschaftspolitische Positionierung der USA unter der Führung von Donald Trump lässt sich derzeit schwer einschätzen. Es gibt ausreichend Raum für Wachstumserwartungen aufgrund umfangreicher geplanter fiskalpolitischer Maßnahmen.

Europa steht im Spannungsfeld der Wahlen in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland. Während die erwartete US-Konjunkturbelebung von weiteren Zinsanhebungen der amerikanischen Notenbank Fed begleitet werden dürfte, sollten die exportorientierten Unternehmen in Europa vom deutlich gefallenen Euro profitieren.

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung mit Blick auf das Gesamtjahr 2017 betrachten wir vorsichtig optimistisch. Eine leichte Beschleunigung der weltweiten konjunkturellen Entwicklung von insgesamt 3,0 Prozent sollte die Unternehmensgewinne ansteigen lassen. Zudem gibt es kaum attraktive Alternativen gegenüber Aktieninvestitionen, so dass unverändert Liquidität die Aktienmärkte beleben sollte.

Die Inflationsentwicklung im Euroraum für das Jahr 2017 schätzen wir höher, aber begrenzt ein. Der Einfluss des Ölpreises als Treiber der Preisentwertung sollte sich zum Jahresende 2017 basisbedingt wieder abschwächen. Dennoch gibt es genügend Störfaktoren, die Irritationen auslösen können. Mit einer anziehenden Preisentwertung verstärkt sich der Effekt der negativen Realverzinsung, dass heißt, Sparer werden nach Abzug der Inflationsrate einer Geldentwertung ausgesetzt. Um die Kaufkraft zu erhalten, ist eine Begrenzung der Anlagen auf Bankeinlagen nicht vermögenserhaltend. Als eine angemessene Reaktion auf die Niedrigzinsphase halten wir eine flexiblere Anlagestrategie mit Chancenkomponenten für diskussionswürdig.

Insgesamt sehen wir die Kapitalmärkte in einem anspruchsvollen Umfeld. Daher stellt eine breit gestreute Vermögensstruktur weiterhin die Lösung erster Wahl dar. Wir unterstützen Sie gerne bei der Strukturierung Ihres Vermögens, um die Weichen für Ihre Geldanlage richtig zu stellen.