Sinn für Lippe stiften

Dr. Heinrike Heil, Geschäftsführerin der Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe

Die Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe fördert Projekte aus Kultur, Wissenschaft und Bildung in der Region. Das Ziel: Ihre Heimat noch attraktiver machen – als Ort zum Leben und Arbeiten. Das Private Banking der Volksbank hilft dabei mit sinnvollem Vermögensmanagement.

20.000 Besucher kamen vergangenes Jahr zum Bachfest nach Detmold. Für die Stadt ergab die Veranstaltungsreihe gleich doppelt Sinn: Die Detmolder Bürger bekamen ein Klassik-Festival der Extraklasse in ihrer Heimatstadt geboten, das es in dieser Form in ganz NRW viele Jahre lang nicht gegeben hatte. Zugleich warb das überregional vermarktete Fest aber auch für Lippe als Region mit hoher Lebensqualität. Zu den Hauptsponsoren zählte die gemeinnützige Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe. Aus gutem Grund, wie Dr. Heinrike Heil, Geschäftsführerin der Stiftung, erklärt: „Wir verstehen uns als Impulsgeber für Lippe und wollen den Standort nachhaltig und langfristig nach vorne bringen. Dazu gilt es, abseits der bekannten Maßnahmen neue Möglichkeiten zu suchen und innovative Wege zu beschreiten.“

Seit ihrer Gründung vor 13 Jahren hat die Stiftung unter dem Motto „Lippeimpuls“ mehr als 130 Projekte aus Bildung, Wissenschaft und Kultur gefördert. Erklärtes Stiftungsziel ist es, Lippe für Unternehmen und Arbeitnehmer attraktiv zu halten und damit die klassische Wirtschaftsförderung von Kammern, Verbänden und öffentlicher Hand zu ergänzen. „Wir investieren in weiche Standortfaktoren“, sagt Dr. Heil.

Der Kreis Lippe hatte die Stiftung gegründet, nachdem er Ende der Neunzigerjahre Anteile am örtlichen Energieversorger veräußert hatte. Rund 20 Millionen Euro aus dem Erlös flossen damals als Kapital in das Stiftungsvermögen. Die Erträge aus diesem Vermögen reicht die Stiftung seither an unterstützenswerte Projekte weiter, bis heute flossen 6,9 Millionen Euro. Der Kapitalstock wird, wie bei allen Stiftungen üblich, nicht angetastet: „Die Stiftungskonstruktion ergibt für uns Sinn, weil die Region so langfristig von dem einmalig gewonnenen Millionen-Kapital profitieren kann“, sagt Dr. Heil. Die Stiftung engagiert sich rein finanziell, arbeitet also in der Regel selbst nicht inhaltlich bei Projekten mit.

Neben kulturellen Events wie dem Bachfest 2013 oder der 2. OWL Biennale 2014 fördert die Stiftung auch wissenschaftliche Institutionen aus der Region. So hat sie an den beiden lippischen Hochschulen, der Hochschule für Musik Detmold und der Hochschule OWL, bis heute sieben Stiftungslehrstühle finanziert, beispielsweise für Musikinformatik, Umweltmanagement, Zukunftsenergien und Musikvermittlung sowie das „Institut für den Mittelstand in Lippe“. Auch hier sieht Dr. Heil einen direkten Zusammenhang zur Standortsicherung: „Untersuchungen belegen, dass viele Studierende in der Region bleiben, in der sie ihren Hochschulabschluss gemacht haben“, sagt die Geschäftsführerin. „Für uns sind Stiftungslehrstühle deshalb ein gutes Instrument, um junge Menschen in die Region zu holen und auch hier zu halten.“ Dazu kommen vielfältige Bildungsprojekte: Die Stiftung unterstützt beispielsweise Stipendienprogramme an den beiden Hochschulen, finanziert Projekte in Kitas und Schulen, bringt sich in Initiativen wie „Chance Ausbildung Lippe e. V.“ ein und fördert die Ausweitung des Projekts „Haus der kleinen Forscher“ auf die Grundschulen. „Ein Schwerpunkt liegt dabei darauf, Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern. Auch dies dient der langfristigen Bindung an die Region: Die Wirtschaft in Lippe ist vom produzierenden Gewerbe geprägt, entsprechend viele Arbeitsplätze mit technischem Hintergrund bieten die Unternehmen hier.“

Viele Lipper sind vom Sinn der Stiftung überzeugt und engagieren sich: 2,1 Millionen Euro an privaten Zustiftungen sind so seit der Gründung dem Stiftungsvermögen zugeflossen. Dazu kommen noch so genannte Treuhandstiftungen mit einem Vermögen von weiteren 4,2 Millionen Euro, die ebenfalls unter dem Dach der Stiftung verwaltet werden. „Häufig stammt das Geld von vermögenden Menschen, die ihren Nachlass sinnvoll verwendet wissen wollen“, sagt Dr. Heil. Dass sie damit ihrerseits die Stiftungskultur voranbringen, sei ein Zusatznutzen für die Gemeinschaft: „Es fällt schließlich niemandem leicht, Vermögen zu verschenken. Wenn Menschen diesen großen Schritt dann doch tun, hat das Vorbildcharakter.“ Die Treuhandstiftungen tragen auf Wunsch den Namen des Stifters und dokumentieren damit die gute Tat auch für die Nachwelt.

Da die Stiftung nur erwirtschaftete Erträge auszahlen darf, kommt der Kapitalanlage eine entscheidende Bedeutung zu. Die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold hat für die Stiftung Standortsicherung bei der Union Investment, einem Partner aus der genossenschaftlichen FinanzGruppe, eigens einen Spezialfonds auflegen lassen, in dem das Vermögen verwaltet wird. „Solch eine Konstruktion lohnt für Stiftungen mit einem Vermögen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe“, sagt Gerald Sander, Leiter Private Banking Lippe, der die Stiftung betreut und eng mit Dr. Heil zusammenarbeitet. „Für diese Konstruktion spricht einerseits die gute und bewährte Risikostreuung und andererseits hält sich der administrative und monetäre Aufwand für die Stiftung in engen Grenzen. Der überwiegende Teil des Fondsvermögens ist in festverzinslichen Wertpapieren investiert. Durch die gezielte risikokontrollierte Investition in Substanzwerte kann die Rendite für das Stiftungsvermögen erhöht werden. Der Kapitalerhalt steht nach wie vor an erster Stelle.“

Einmal im Jahr schüttet der Fonds ordentliche Erträge aus Zins- und Dividendenzahlungen aus, hinzu kommen außerordentliche Erträge aus dem Verkauf von Wertpapieren mit Gewinn. „Mit diesen Erträgen planen wir dann die konkrete Förderung von Projekten“, sagt Dr. Heil. Derzeit halten sich die Auswirkungen der niedrigen Zinsen noch im Rahmen, zumal die Stiftungen und Treuhandstiftungen auch andere Einnahmen haben: Spenden, die anders als Stiftungskapital direkt im Stiftungssinne ausgegeben werden können. Bis heute sind schon mehr als 800.000 Euro Spenden geflossen, sinnvoll verwendetes Geld für Lippe.