„Altersvorfreude“ jetzt sichern

Morgen, morgen, nur nicht heute. Diese Strategie verfolgen einige von uns, wenn es um die eigene Altersvorsorge geht. Das Thema ist komplex, sodass der Überblick für den Einzelnen eher schwierig ist. Marc Locker, Leiter der Volksbank-Filiale „Auf der Lieth“ in Paderborn, erklärt, wie man sich mit der genossenschaftlichen Beratung auf einen sorgenfreien Lebensabend vorbereiten kann.

Herr Locker, ist es wirklich so wichtig, für das Alter vorzusorgen, wie man immer hört?

Marc Locker: Ja, auf jeden Fall. Denn unsere gesetzliche Rentenversicherung ist als so genanntes Umlageverfahren konzipiert. Das bedeutet, die junge Generation kommt für die jetzigen Rentner auf und erwirbt selbst einen Anspruch auf eine zukünftige Rente. Dieser Generationenvertrag wird aber aufgrund des demografischen Wandels künftig so nicht mehr funktionieren. Denn auf immer mehr Rentner kommen immer weniger Beitragszahler.Deshalb werden immer wieder Reformen angestoßen – etwa die Anhebung der Altersgrenze auf 67 Jahre bis zum Jahr 2029 oder die Ausweitung der Versteuerungspflicht auf die komplette Rente.

Wann sollte man sich um die Altersvorsorge kümmern?

Marc Locker: Bei der Vorsorge gilt eine simple Regel – je früher, desto besser. Denn je eher man mit der Vorsorge anfängt, desto mehr Zeit hat man, das benötige Kapital für später anzusparen. Deshalb sollte man die systematische Planung der Altersvorsorge auch nicht auf die lange Bank schieben. Dabei lohnen sich auch kleine Beträge. Insbesondere jüngere Menschen können mit kleinen Sparraten viel erreichen. Aber auch im mittleren Alter kann man noch etwas für seine Vorsorge tun. Denn es gilt in jedem Fall: „Besser spät als nie!“

Wie sollte Ihrer Meinung nach eine gute Altersvorsorge aussehen?

Marc Locker: Die Altersvorsorge der Bundesbürger stützt sich auf drei Säulen: Die bereits genannte gesetzliche Rentenversicherung bildet die erste Säule. Bei der zweiten Säule – der betrieblichen Altersvorsorge – holt sich der Arbeitnehmer den eigenen Chef mit ins Boot. Davon profitieren dann beide. Denn betriebliche Vorsorgemaßnahmen wie Direktversicherungen, Pensionskassen oder Pensionsfonds bezeichne ich immer gerne als „Brutto-Sparen“. Die Beiträge werden vom Brutto-Lohn abgezogen und der Arbeitnehmer wird mit Begünstigungen bei der Steuer und den Sozialabgaben belohnt. Außerdem freut sich der Arbeitgeber über die Ersparnis von Sozialabgaben. Dazu gibt es noch unzählige Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge. Alle drei Säulen zusammen bilden idealerweise das Fundament für ein sorgenfreies Leben in der Zukunft.

Was zählt alles zur privaten Altersvorsorge?

Marc Locker: Zur privaten Altersvorsorge zählen alle Vermögenswerte, die über die gesetzliche Rentenversicherung hinaus zur Seite gelegt werden. Neben Lebens- und Rentenversicherungen können dies auch Sparverträge sein. Aus diesen Verträgen können dann später Kapitalzahlungen oder monatliche Beträge für die Altersvorsorge verwendet werden. Einige Formen der privaten Altersvorsoge – zum Beispiel die Riester- oder die Rürup-Rente – werden sogar vom Staat gefördert. Ein wichtiger Baustein ist bei vielen Deutschen auch das Eigenheim. Dabei bildet sich die Rente beispielsweise aus der ersparten Miete im Alter.

Viele Sparer haben bereits Vorsorgeverträge abgeschlossen. Woher wissen sie, ob ihre Maßnahmen ausreichen?

Marc Locker: Diese Frage ist nur individuell zu klären. Genau hier setzt die genossenschaftliche Beratung der Volksbank an. Die Grundlage für die Beantwortung dieser existenziellen Frage bilden  die Ziele und Wünsche, die uns der Kunde nennt. Dabei bleibt kein Aspekt unbeachtet: Wie lange möchten Sie arbeiten? Wie hoch ist Ihr durchschnittlicher Geldbedarf im Alter? Wie wollen Sie im  Alter wohnen? Darauf aufbauend richten wir gemeinsam mit dem Kunden den Blick auf das „Ganze“ und führen alle Bausteine in einer Standortbestimmung zusammen. Wo stehe ich heute? Welche Versorgung lässt sich im Alter mit den bestehenden Vorsorge-Bausteinen darstellen? Reichen die bisherigen Maßnahmen aus heutiger Sicht aus, den Lebensstandard im Alter zu halten? Dazu simulieren wir auch unterschiedliche Rahmenbedingungen zur Zinsentwicklung, Inflation, zu Steuern und Abgaben und analysieren deren Auswirkungen auf die aktuelle Vorsorgesituation. Auf dieser Grundlage unterbreiten wir dem Kunden die passenden Lösungsvorschläge für die individuelle Zukunftsvorsorge.

Was passiert, wenn sich die Lebenssituation oder -planung ändert?

Marc Locker: Das ist kein Problem. Die genossenschaftliche Beratung passt sich flexibel dem eigenen Leben an. Der Berater begleitet seine Kunden kontinuierlich bei der Zielerreichung. Eine regelmäßige Überprüfung der Altersvorsorge gewährt Sicherheit, dass der Kunde weiterhin auf dem richtigen Weg ist.

Lohnt sich eine Vorsorge bei den derzeitigen „Mini-Zinsen“ überhaupt noch?

Marc Locker: Natürlich ist der Anreiz zum Sparen bei dem derzeitigen Niedrigst-Zinsniveau nicht besonders hoch. Da kann ich die Anleger schon verstehen. Die Verzinsung hilft natürlich, dass die zur Verfügung stehende Kapitalsumme höher wird. Im Fokus steht aber, dass überhaupt Kapital angesammelt wird, um im Alter gut leben zu können und damit keine Altersarmut droht. Umgekehrt profitieren unsere Kunden bei der Finanzierung ihres Eigenheims von den niedrigen Zinsen. Und das bildet – wie schon ausgeführt – einen wichtigen Eckpfeiler in der Altersvorsorge. Außerdem vergessen viele die staatliche Förderung. Betriebliche Altersvorsorge oder Riester-Vertrag lohnen sich trotz der Minizinsen. Deshalb mein Rat: Verschaffen Sie sich einen Gesamt-Überblick mit unserer genossenschaftlichen Beratung.