Deutsche nehmen Sparen weiterhin ernst

Die Deutschen sind sich der Notwendigkeit des Sparens weiterhin bewusst. Trotz des niedrigen Zinsniveaus nehmen sie das Sparen nach wie vor ernst. Das belegt eine Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zum Sparverhalten der Deutschen, für die TNS-Infratest im April 2016 2.066 Bürger befragt hat. Die wichtigsten Ergebnisse:

Sparlücke nahezu unverändert: 2016 haben die Bundesbürger sowohl ihre tatsächlichen Sparbeträge als auch ihre Sparzielsumme deutlich um 15 beziehungsweise 16 Euro erhöht. Die Sparlücke, das heißt der Fehlbetrag zwischen dem durchschnittlichen Sparziel und dem tatsächlichen Sparvolumen, blieb damit im Jahresvergleich nahezu unverändert bei 81 Euro (vgl. Abb. 1).

Abbildung 1

Sparfähigkeit legt deutlich zu: Gleichwohl haben die Bundesbürger ihre zuletzt deutlich gestiegene Sparfähigkeit nicht so stark ausgereizt wie in den Jahren zuvor. Das zeigt, dass die Bundesbürger beim Sparen noch etwas Luft nach oben haben. Dies gilt aber bei Weitem nicht für alle. Die sozio-ökonomische Analyse offenbart, dass ein nicht zu unterschätzender Teil der deutschen Bevölkerung seine Sparziele aufgrund einer zum Teil stark begrenzten Sparfähigkeit verfehlt.

Mehr Nichtsparer unter jüngeren Bundesbürgern: Besonders junge Menschen und Alleinerziehende verfehlen ihre Sparziele im Zuge einer zu geringen Sparfähigkeit zum Teil deutlich. Das aktuelle Niedrigzinsumfeld belastet über niedrigere Sparbeträge zusätzlich deren Sparpläne. Für diese Haushalte ist eine ausreichende finanzielle Versorgung im Alter eine besondere Herausforderung.

Abbildung2

Fazit: Die Belastungen durch das aktuelle Niedrigzinsumfeld erfordern neue Initiativen von Seiten der Bundesregierung. Eine Stärkung der privaten Altersvorsorge ist dabei in Form höherer Fördersätze geboten. Junge Bundesbürger sollten zudem stärker als bisher für einen früheren Einstieg in die private Altersvorsorge gewonnen werden. Eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts in München zeigt, dass unterm Strich nur derjenige die drohende Rentenlücke schließen kann, der auch früh mit der privaten Altersvorsorge beginnt.