Mit Riester ins Berufsleben

Wer frühzeitig vorsorgt, verringert die Gefahr von finanziellen Engpässen im Alter. Weit verbreitet sind Riester-Verträge. Doch gerade junge Menschen und Berufsstarter sind bei der privaten Altersvorsorge oft unsicher. Stefan Middeke, Berater in der Volksbank-Filiale Neuenheerse, beantwortet die häufigsten Riester-Fragen.

Dürfen Auszubildende schon „riestern“?

Stefan Middeke: Ja, alle Berufstätigen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, können mit einem Riester-Vertrag vorsorgen.

Lohnt sich Riester für Auszubildende?

Stefan Middeke: Gerade für Berufseinsteiger lohnt sich Riester. Wer unter 25 ist und mit einem Riester-Bausparvertrag für die eigene Wohnung spart, bekommt neben der jährlichen Zulage von 154 Euro einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro. Zusätzlich sind Steuervorteile möglich.

Kann ich mir Riester in der Ausbildung überhaupt leisten?

Stefan Middeke: Ja, denn die eigenen Einzahlungen orientieren sich am beitragspflichtigen Bruttoeinkommen vom Vorjahr. So müssen Auszubildende (ohne Kind) mit einem Vorjahres-Bruttoeinkommen von 10.000 Euro für die volle Riester-Zulage gerade einmal 21 Euro pro Monat sparen. Berufsstarter zahlen monatlich sogar nur fünf Euro, wenn sie im Vorjahr kein Einkommen hatten. Grundsätzlich gilt: Für die volle Förderung müssen Riester-Sparer vier Prozent ihres beitragspflichtigen Vorjahres-Bruttoeinkommens auf einen Riester-Vertrag einzahlen – mindestens
60 Euro, maximal 2.100 Euro pro Jahr.

Was muss ich tun, wenn sich mein Gehalt erhöht?

Stefan Middeke: Wer mehr verdient, muss auch mehr einzahlen. Auszubildende, deren Gehalt sich nach der Ausbildung von 10.000 Euro auf 20.000 Euro verdoppelt, müssen statt 21 Euro monatlich rund 54 Euro sparen, um weiterhin die volle Zulage zu erhalten. Tipp: Jedes Jahr einen Riester-Check machen.

Welche Kosten fallen bei Riester-Verträgen an?

Stefan Middeke: Die Abschluss- und Verwaltungskosten sollte jeder im Blick haben. Hier lässt sich schnell viel Geld sparen. Wer keine Lust auf hohe Gebühren hat, kann zum Beispiel einen Riester-Bausparvertrag bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall abschließen, bei dem lediglich ein Prozent der Bausparsumme als Abschlussgebühr anfällt.

Muss ich irgendetwas tun, wenn ich den Arbeitgeber wechsele?

Stefan Middeke: Nein, ein Arbeitgeberwechsel ist meist kein Problem. Aber Achtung: Wer nicht mehr in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, beispielsweise, weil er sich selbstständig macht, ist nicht mehr unmittelbar förderberechtigt. Tipp: Bei Berufswechsel mit dem Berater sprechen.

Wie verhalte ich mich, wenn ich arbeitslos werde?

Stefan Middeke: Auch Empfänger von Arbeitslosengeld werden gefördert und können wie gewohnt auf ihren Riester-Vertrag einzahlen. Bei finanziellen Engpässen können sie die Sparbeiträge auch problemlos reduzieren oder aussetzen. Die Zulage wird dann allerdings nur anteilig gezahlt.