Unwetter in Deutschland: Wer zahlt den Schaden?

Gewitter, Sturm und sintflutartige Regenfälle – bundesweit wüteten zu Beginn des Sommers heftige Unwetter und sorgten vielerorts für beträchtliche Schäden. Wer gut versichert ist, braucht sich keine Sorgen zu machen – der finanzielle Schaden wird ersetzt. Doch Wasserschaden ist nicht gleich Wasserschaden. Heinz Eikel, Berater in der Volksbank-Filiale Paderborn-Schloß Neuhaus, erklärt, wann welche Unwetterfolgen versichert sind.

Herr Eikel, der Keller ist mit Wasser vollgelaufen, jetzt steht dort ein Trocknungsgerät. Wer bezahlt die Trockenlegung?

Heinz Eikel: Das kommt darauf an. Hat zum Beispiel ein Sturm einige Fenster eingedrückt, es regnet hinein und im Keller steht das Wasser, kommt die Wohngebäudeversicherung für die Trocknung auf. Außerdem zahlt sie für Schäden, die durch Feuer, Leitungswasser, Rohrbruch, Hagel oder Blitzeinschlag verursacht werden. Ist das Wasser jedoch bei einem Unwetter durch einen Rückstau der Kanalisation in den Keller gelangt, greift die Elementarschadenversicherung. Dies gilt auch für so genanntes Oberflächenwasser, das nach einem Starkregen über Straßen und Gehwege in Keller und Garagen läuft. Dieser Elementarschadenschutz kann zusätzlich zur Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden. Bei der R+V Versicherung ist dies gegen einen geringen Zusatzbeitrag möglich. Nicht nur Überschwemmungen sind dann abgesichert, sondern auch witterungsbedingter Rückstau, Erdbeben, Erdrutsch, Erdsenkungen sowie Schneedruck und Lawinen.

Der Teppich in der Wohnung ist nass und die Kommode durch Wasser aufgequollen. Zahlt die Hausratversicherung den Schaden?

Heinz Eikel: Die Hausratversicherung zahlt, wenn der Teppich und die Kommode durch einen Leitungswasserschaden kaputtgegangen sind. Auch aufgeweichter Hausrat in Folge eines vom Sturm abgedeckten Daches ist abgesichert. Zu beachten: Hat der Wohnungseigentümer oder Mieter Fenster und Türen offen gelassen, während draußen der Sturm tobte, geht er leer aus, wenn er seinen Versicherungsschutz vor 2008 erworben hat. In Verträgen, die danach abgeschlossen wurden, ist „grobe Fahrlässigkeit“ mit versichert. Wird Hausrat durch Überschwemmung oder Wasserrückstau beschädigt, muss zusätzlich ein Elementarschutz eingeschlossen sein. Ein Beispiel: Die Hausratversicherung für eine 100 Quadratmeter große Wohnung in der Innenstadt von Paderborn kostet rund 76 Euro pro Jahr – bei einem Selbstbehalt von 150 Euro. Für nur 22 Euro zusätzlich sind Elementarschäden eingeschlossen. Neben der Elementarschadenversicherung sind weitere Einschlüsse gegen Mehrbetrag möglich, etwa Überspannungsschäden durch Blitzschlag, Glasbruch oder eine  Fahrradversicherung.

Wer kommt für Schäden am Auto auf?

Heinz Eikel: Bei Schäden am Fahrzeug durch Unwetter kommt die Teilkaskoversicherung auf – zum Beispiel, wenn ein Auto durch herabfallende Äste oder entwurzelte Bäume beschädigt wird. Voraussetzung ist mindestens Windstärke 8. Auch Hagel- und Überschwemmungsschäden sind über die Teilkaskoversicherung abgesichert.

Wer zahlt, wenn es stürmt und einem Passanten ein Blumentopf auf den Kopf fällt?

Heinz Eikel: In einem solchen Fall bietet die private Haftpflichtversicherung Schutz, die für Schäden gegenüber Dritten aufkommt. Liegt ein Verschulden vor, ersetzt sie den entstandenen Schaden. War der Sturm so stark und es liegt kein Verschulden vor, werden auch unberechtigte Ansprüche abgewehrt. Fällt zum Beispiel in Folge eines Sturms ein Baum  auf das Nachbargrundstück und ein Schaden entsteht, gilt: War der Baum morsch, haftet meist der Baumeigentümer und seine Haftpflichtversicherung ersetzt den Schaden. War der Baum nachweislich gesund, kann sich der Eigentümer in der Regel entlasten und haftet nicht.

Herr Eikel, wie kann ich prüfen, ob ich für den Fall der Fälle richtig abgesichert bin?

Heinz Eikel: Ich empfehle meinen Kunden, den Volksbank-Versicherungs-Check zu nutzen. Dafür stehen gerne unsere Spezialisten der R+V Versicherung in unseren Filialen zur Verfügung. In einem persönlichen Gespräch sichtet und beurteilt der R+V-Berater alle bestehenden Verträge. Die Erfahrung zeigt: Nur wenige Kunden sind richtig versichert. Ob Versorgungslücken, falsche Versicherungssummen oder auch Einsparpotenzial – der  Volksbank-Versicherungs-Check hilft, den Versicherungsschutz zu optimieren, Lücken zu finden und den Gesamtüberblick zu behalten.

Checkliste: Was tun im Schadenfall?

  • Versicherung telefonisch über den entstandenen Schaden informieren und Weisungen einholen, R+V-Kunden wählen die kostenfreie Nummer 0800 533 1111
  • weiteren Schaden verhindern, dafür gegebenenfalls einen Fachmann beauftragen
  • Fotos vom Schaden machen
  • schriftliche Schadenaufstellung anfertigen
  • Kostenvoranschlag für die endgültige Reparatur einholen und der Versicherung vorlegen
  • beschädigte Sachen nicht wegwerfen, sondern zum Schadennachweis aufbewahren