Durchstarter – Fortschritt braucht Mut

Schnellstart in der Spezialisten-Laufbahn

Patrick Spieker startete direkt nach seiner Ausbildung bei der Volksbank durch – mit Traineeprogramm, Weiterbildung und berufsbegleitendem Studium. Sein Ziel: Als Kreditanalyst im Firmenkundengeschäft Verantwortung zu übernehmen.

Patrick Spieker ist keiner, der vor einer Herausforderung zurückschreckt. Er sagte sofort zu, als ihm der Leiter Kreditmanagement im Frühjahr 2015 eine Stelle als Junior-Kreditanalyst im Firmenkundengeschäft anbot – und das nur ein Jahr, nachdem er seine Ausbildung zum Bankkaufmann abgeschlossen hatte. Auf ein solches Angebot hatte Spieker hingearbeitet, seit er erstmals als Azubi im Kreditmanagement war. „Ich habe sofort gemerkt, dass mir die Arbeit liegt“, erinnert sich Spieker.

Das Kreditmanagement gehört zum Geschäftsbereich Marktfolge. Dort arbeiten Spezialisten, die ihre Kollegen in der Kundenberatung mit Analysen und konstruktiven Vorschlägen unterstützen. Sie erarbeiten, wie der Kreditwunsch des Kunden umgesetzt werden kann und ob eine Finanzierung in das Portfolio und zur Kreditkultur der Volksbank passt. Kreditmanagement ist Teamarbeit: Die Kreditanalysten arbeiten eng mit den Betreuern Unternehmenskunden, mit Gutachtern und mit Spezialisten aus dem Kreditrisikomanagement zusammen. „Sich ein Bild von den Unternehmen und ihrer wirtschaftlichen Lage machen, Risiken analysieren, im Team  konstruktive Lösungen auch für komplizierte Fälle finden: Das Kreditmanagement ist ein sehr spannender, facettenreicher Bereich“, findet Spieker. „Aber natürlich auch eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die viel Fachwissen und Erfahrung erfordert.“

Dass es mit dem ersten Job als Kreditanalyst so schnell gehen würde, hatte der 23-Jährige deshalb nicht erwartet. „Nach meiner Ausbildung habe ich zunächst als Trainee im Kreditmanagement angefangen“, berichtet Spieker. Üblicherweise dauert das Traineeprogramm zwei Jahre. Dabei lernen die Nachwuchskräfte alle Abteilungen eines Geschäftsbereiches kennen und werden auf die Analystenlaufbahn vorbereitet. Der ehrgeizige Nachwuchs-Banker aus Ovenhausen wollte diese Zeit so gut wie möglich nutzen. Er begann zusätzlich eine Weiterbildung an der genossenschaftlichen Akademie und außerdem noch ein Bachelor-Studium an der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld. „Das ist natürlich zeitintensiv, aber ich stelle fest: Theorie und Praxis ergänzen sich sehr gut“, sagt Spieker. „Wenn man mit einem klaren Ziel vor Augen studiert und noch dazu immer den Praxisbezug aus der täglichen Arbeit hat, kommt man sehr schnell weiter. Akademisch wie auch im Berufsleben.“ Manchmal sogar schneller als erwartet: Die Begeisterung des jungen Mannes für das Kreditgeschäft blieb den Teamleitern nicht verborgen. Schon nach einem Jahr als Trainee boten sie ihm eine Position als Junior-Kreditanalyst in der wachstumsstarken Abteilung an. „Ich finde es sehr positiv, dass das Traineeprogramm so flexibel aufgestellt ist, dass es an die individuelle Situation angepasst werden kann“, sagt Spieker. „So kann ich mich ohne Umwege auf den Bereich spezialisieren, der mich am meisten interessiert, und schon jetzt Schritt für Schritt Verantwortung übernehmen.“

Als Junior-Kreditanalyst bekommt Spieker, anders als im Trainee-Programm, nun schon erste „eigene“ Kunden zugewiesen, für die er Kreditanalysen erstellt. Und er arbeitet direkt mit den Kundenberatern zusammen. „Natürlich kann ich noch nicht allein entscheiden, ob ein Kredit zugesagt wird. Erfahrene Kollegen unterstützen mich und überprüfen meine Bewertungen. Aber ich habe jetzt schon die Chance, Wissen über die Kunden aufzubauen, die ich später allein betreuen werde. Das ist sehr wertvoll.“

Spieker arbeitet jetzt darauf hin, in zwei Jahren seinen Bachelor-Abschluss zu machen. „Gleichzeitig ist es mein Ziel, dann auch bereits als gestandener Kollege wahrgenommen zu werden.“ Der junge Analyst kann dabei auch auf die Unterstützung des Personalmanagements und seiner Vorgesetzten bauen. Die Personalabteilung hilft ihm etwa bei der Planung seiner Weiterbildungs-Einheiten. Außerdem übernimmt die Volksbank einen Teil der Kosten für das Studium. „Für Klausuren und Seminare werde ich freigestellt, auch wenn ich kein Trainee mehr bin“, sagt Spieker. „Manchmal knubbelt es sich natürlich trotzdem in den Klausurphasen, wenn gleichzeitig noch eine Studienarbeit fertig werden muss.“ Aber er ist überzeugt: Der Aufwand lohnt sich. Und mit ein bisschen Organisation kommt auch Privates dabei nicht zu kurz: Zeit für den Fußballverein muss auch noch sein.  

Fernöstliche Erfahrungen für Paderborn

Eine völlig andere Kultur und Mentalität lernte Christopher Heinemann, Betreuer Internationales Geschäft, kennen. Nach einem zweiwöchigen Austauschprogramm in Japan hospitierte er für zwei Monate in der Niederlassung Hongkong der DZ BANK.

Ein Schülerpraktikum reichte aus, um Christopher Heinemann bereits mit 14 Jahren für die Volksbank zu begeistern. „Damals wusste ich gleich, dass ich Bankkaufmann werden möchte“, sagt der heute 25-Jährige. 2007 begann er seine Ausbildung in der Volksbank und arbeitete danach zunächst als Service-Berater in der Paderborner Stadtfiliale Riemeke. Doch ihn zog es in die große weite Welt. Während seiner Ausbildung hatte er drei Wochen in der Abteilung „Internationales Geschäft“ gearbeitet. 13 Spezialisten kümmern sich dort um die Auslandsgeschäfte der Volksbank-Kunden. Christopher Heinemann wollte einer von ihnen sein.

Heinemann hatte Glück. 2011 schrieb die Bank eine Trainee-Stelle im „Internationalen Geschäft“ aus. Er bewarb sich und bekam mehr als erwartet, nämlich direkt das Angebot für eine unbefristete Stelle. Im Oktober 2011 startete er als Sachbearbeiter. Seit Anfang 2014 ist Christopher Heinemann Betreuer im „Internationalen Geschäft“ und inzwischen ein viel gereister Spezialist für fremde Länder.

Eine Kollegin machte Christopher Heinemann auf das deutsch-japanische Austauschprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufmerksam. Er zögerte nicht lange, bewarb sich mit einem Empfehlungsschreiben seines damaligen Abteilungsleiters und Mentors Andreas Lahme und erhielt eine Zusage.

„Japan hat eine völlig andere Kultur, als wir sie in Europa kennen“, sagt Christopher Heinemann. Er war froh, dass er vor seiner Abreise einen Crash-Kurs in Japanisch bekam und dabei auch schon etwas über das Wirtschaftssystem des Landes erfuhr. Besonders hilfreich seien aber die Hinweise zum japanischen Business-Knigge gewesen. Jeder Tag des Austausches war durch einen strengen Ablauf getaktet. Im Vordergrund des Besuchs standen die Themen Work-Life- Balance, gesellschaftliche Verantwortung und Personalentwicklung in japanischen Unternehmen sowie Unternehmensbesuche und Vorträge in Tokio und Nagasaki. Besonders beeindruckten den Paderborner der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft der Japaner, die sich auch im Senpai-Kohai-Prinzip wiederfinden. „Es besagt, dass der Senpai, der Erfahrenere, dem Kohai, dem  Neuling, bei seiner Tätigkeit fortlaufend unterstützt. Der Kohai profitiert also von den Erfahrungen des Senpai“, erzählt Heinemann.

Fast nahtlos führte ihn sein Weg Anfang 2015 zur DZ BANK in Hongkong. Im „German Desk“ kümmerte er sich mit seinen internationalen Kollegen um die Anliegen der Volksbanken und Raiffeisenbanken und ihrer Kunden, der Direktkunden der DZ BANK sowie lokaler Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen nach Deutschland pflegen. „Die täglichen Aufgaben reichten von der Kontoeröffnung bis hin zur komplexen Handelsfinanzierung. Auch in der Abteilung Trade Finance ähnelten sich die Aufgaben mit denen in der Heimat“, berichtet er. Die internationalen Erfahrungen möchte der junge Mann nicht mehr missen: „Mit ausländischen Kollegen zu arbeiten und dabei deren Umgang mit den täglichen Geschäftsabläufen kennenzulernen, war eine besondere Erfahrung. Dadurch konnte ich meinen Horizont in den Märkten erweitern, in denen unsere Kunden unterwegs sind.“

Vor kurzem konnte er einen Kunden dabei unterstützen, eine Kautschuk-Förderanlage nach Indien zu exportieren. Die Gespräche zu diesem Projekt hatten bereits im August 2014 begonnen. „So ein Projekt benötigt Zeit und jede Menge Korrespondenz, bis alles über die Bühne ist“, erklärt Heinemann. Heute weiß er umso besser, wovon er spricht. Denn er hat die Unterschiede zwischen den Kontinenten hautnah erlebt.

Christopher Heinemann möchte in den nächsten Jahren dazu beitragen, den heimischen Mittelstand auf den Weltmärkten voranzubringen und die Volksbank im Auslandsgeschäft zu stärken. Bereits vor zwei Jahren durfte er daran mitarbeiten, das Exportgeschäft im „Internationalen Geschäft“ neu zu strukturieren und auszubauen. „Erfahrungen, die mich, genauso wie die Aus- und Fortbildungen in der Volksbank, in den vergangenen Jahren sehr geprägt haben. Ich bin kontaktfreudiger und offener geworden – Eigenschaften, ohne die ich vielleicht nicht ins Ausland gegangen wäre.“ Bleibt abzuwarten, wohin seine Reise in der Volksbank noch gehen wird.