Ausflug nach Düsseldorf

Barbara Schmidt, Referentin Unternehmenskommunikation

Was tun, wenn es in der Heimat keine Chance gibt, im Wunschberuf zu arbeiten? Weggehen, Erfahrungen sammeln und zurückkommen. So, wie es Barbara Schmidt getan hat. Über eine moderne Heimkehrerin …

Der Weg vom Studium an der Universität Paderborn zur Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold führte Barbara Schmidt über Düsseldorf. Doch eins nach dem anderen … Am 15. September 2006 hat Barbara Schmidt ihr Diplom als Medienwissenschaftlerin in der Tasche, außerdem Erfahrungen aus Praktika in Kommunikationsabteilungen großer Unternehmen in der Region. Die neuen Medien, jegliche Form der Online-Kommunikation, haben es ihr angetan. Als sie sich mit 24 auf eine freie Stelle im Online-Marketing eines führenden Unternehmens in Ostwestfalen-Lippe bewirbt, hofft sie auf gute Chancen. Doch nach Aussage der Personalabteilung fehlen ihr Berufs- und Auslandserfahrung. Also entschließt sie sich, dorthin zu gehen, wo es auch für Berufsanfänger Arbeit im Online-Marketing gibt – in die Medienstadt Düsseldorf. „Das, was ich machen wollte, war hier einfach nicht möglich. Was sollte ich sonst tun?“, sagt Barbara Schmidt. „Meine Pläne wollte ich nicht ändern.“

Am 1. Januar 2007 startet sie als Online-Media-Planerin in einer Düsseldorfer Agentur. Ihr Herz bleibt in Marienloh, bei ihrer Familie, ihrem Mann, ihren Freunden und ihrem Verein, dem Spielmannszug. Drei Jahre und vier Monate pendelt sie, steht montags um 4:30 Uhr auf, um den Zug um 6:00 Uhr nach Düsseldorf zu bekommen. Freitags nimmt sie ihren roten Koffer morgens mit ins Büro, um von da aus direkt zum Bahnhof und dann nach Paderborn zu fahren. „Kaum ein Wochenende habe ich in Düsseldorf verbracht“, sagt Schmidt. Das Privatleben fand weiterhin zu Hause in Marienloh statt.

Nach drei Jahren Agenturerfahrung in Düsseldorf, zuletzt bei Crossmedia, nimmt Barbara Schmidt die Suche nach einem Job in der Heimat wieder auf. In der Hoffnung, mittlerweile mit Erfahrungen im Marketing gut gerüstet zu sein, schickt sie ihre Bewerbungen los. Zufällig sucht die Volksbank zu dieser Zeit eine Mitarbeiterin mit ihrem Profil. Nach dem Vorstellungsgespräch ist für beide Seiten schnell klar: Das passt. In einer SMS-Flut informiert sie ihre Freunde, dass sie wieder zurück nach Paderborn kommt. Ihre Kollegen und Bekannten aus der Düsseldorfer Online-Branche reagieren mit Unverständnis: „Was willst du in Paderborn? Dort ist doch nichts los.“

Barbara Schmidt bereut die Entscheidung gegen die Rheinmetropole und für Marienloh nicht: „Ich habe die richtige Wahl getroffen. Zu Hause ist es doch am schönsten.“ Seit dem 1. Mai 2010 arbeitet sie als Marketingreferentin mit dem Schwerpunkt Online-Kommunikation in der Abteilung Unternehmenskommunikation der Volksbank. Ihr erstes großes Online-Projekt, für das sie verantwortlich ist, hat sie in Angriff genommen: einen neuen Internetauftritt, der den Kundenwünschen und den Anforderungen der modernen Zeit und des Webs 2.0 entspricht. Das so genannte Web 2.0, Social Media, „Posten“ in Facebook und Twittern sind für sie normale Kommunikationswege. Eine Welt ohne Internet? „Nicht vorstellbar“, sagt Barbara Schmidt. „Genauso wie eine Welt ohne Heimat. Beides passt zusammen, man muss nur den richtigen Weg für sich finden.“