Fernöstliche Erfahrungen für Paderborn

Christopher Heinemann, Betreuer im „Internationalen Geschäft"

Ein Schülerpraktikum reichte aus, um Christopher Heinemann bereits mit 14 Jahren für die Volksbank zu begeistern. „Damals wusste ich gleich, dass ich Bankkaufmann werden möchte“, sagt der heute 25-Jährige. 2007 begann er seine Ausbildung in der Volksbank und arbeitete danach zunächst als Service-Berater in der Paderborner Stadtfiliale Riemeke. Doch ihn zog es in die große weite Welt. Während seiner Ausbildung hatte er drei Wochen in der Abteilung „Internationales Geschäft“ gearbeitet. 13 Spezialisten kümmern sich dort um die Auslandsgeschäfte der Volksbank-Kunden. Christopher Heinemann wollte einer von ihnen sein.

Heinemann hatte Glück. 2011 schrieb die Bank eine Trainee-Stelle im „Internationalen Geschäft“ aus. Er bewarb sich und bekam mehr als erwartet, nämlich direkt das Angebot für eine unbefristete Stelle. Im Oktober 2011 startete er als Sachbearbeiter. Seit Anfang 2014 ist Christopher Heinemann Betreuer im „Internationalen Geschäft“ und inzwischen ein viel gereister Spezialist für fremde Länder.

Eine Kollegin machte Christopher Heinemann auf das deutsch-japanische Austauschprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufmerksam. Er zögerte nicht lange, bewarb sich mit einem Empfehlungsschreiben seines damaligen Abteilungsleiters und Mentors Andreas Lahme und erhielt eine Zusage.

„Japan hat eine völlig andere Kultur, als wir sie in Europa kennen“, sagt Christopher Heinemann. Er war froh, dass er vor seiner Abreise einen Crash-Kurs in Japanisch bekam und dabei auch schon etwas über das Wirtschaftssystem des Landes erfuhr. Besonders hilfreich seien aber die Hinweise zum japanischen Business-Knigge gewesen. Jeder Tag des Austausches war durch einen strengen Ablauf getaktet. Im Vordergrund des Besuchs standen die Themen Work-Life- Balance, gesellschaftliche Verantwortung und Personalentwicklung in japanischen Unternehmen sowie Unternehmensbesuche und Vorträge in Tokio und Nagasaki. Besonders beeindruckten den Paderborner der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft der Japaner, die sich auch im Senpai-Kohai-Prinzip wiederfinden. „Es besagt, dass der Senpai, der Erfahrenere, dem Kohai, dem  Neuling, bei seiner Tätigkeit fortlaufend unterstützt. Der Kohai profitiert also von den Erfahrungen des Senpai“, erzählt Heinemann.

Fast nahtlos führte ihn sein Weg Anfang 2015 zur DZ BANK in Hongkong. Im „German Desk“ kümmerte er sich mit seinen internationalen Kollegen um die Anliegen der Volksbanken und Raiffeisenbanken und ihrer Kunden, der Direktkunden der DZ BANK sowie lokaler Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen nach Deutschland pflegen. „Die täglichen Aufgaben reichten von der Kontoeröffnung bis hin zur komplexen Handelsfinanzierung. Auch in der Abteilung Trade Finance ähnelten sich die Aufgaben mit denen in der Heimat“, berichtet er. Die internationalen Erfahrungen möchte der junge Mann nicht mehr missen: „Mit ausländischen Kollegen zu arbeiten und dabei deren Umgang mit den täglichen Geschäftsabläufen kennenzulernen, war eine besondere Erfahrung. Dadurch konnte ich meinen Horizont in den Märkten erweitern, in denen unsere Kunden unterwegs sind.“

Vor kurzem konnte er einen Kunden dabei unterstützen, eine Kautschuk-Förderanlage nach Indien zu exportieren. Die Gespräche zu diesem Projekt hatten bereits im August 2014 begonnen. „So ein Projekt benötigt Zeit und jede Menge Korrespondenz, bis alles über die Bühne ist“, erklärt Heinemann. Heute weiß er umso besser, wovon er spricht. Denn er hat die Unterschiede zwischen den Kontinenten hautnah erlebt.

Christopher Heinemann möchte in den nächsten Jahren dazu beitragen, den heimischen Mittelstand auf den Weltmärkten voranzubringen und die Volksbank im Auslandsgeschäft zu stärken. Bereits vor zwei Jahren durfte er daran mitarbeiten, das Exportgeschäft im „Internationalen Geschäft“ neu zu strukturieren und auszubauen. „Erfahrungen, die mich, genauso wie die Aus- und Fortbildungen in der Volksbank, in den vergangenen Jahren sehr geprägt haben. Ich bin kontaktfreudiger und offener geworden – Eigenschaften, ohne die ich vielleicht nicht ins Ausland gegangen wäre.“ Bleibt abzuwarten, wohin seine Reise in der Volksbank noch gehen wird.