Mit Faible für Kredite

Martina Olesch, Leiterin Spezialkreditmanagement

Martina Olesch hat ein Faible für Kredite. Ihre Begeisterung für das Aktivgeschäft einer Bank hat die Leiterin Spezialkreditmanagement während ihrer Ausbildung bei der Volksbank Lemgo Anfang der Achtzigerjahre entdeckt. Für sie kam nichts anderes als ein Job in der Kreditabteilung in Frage. Sie bekam ihre Chance, „lernte alles über Kredite“ und legte in Lemgo den Grundstein für ihre Karriere. Nachdem Martina Olesch zehn Jahre als Kreditsachbearbeiterin tätig war, übernahm sie 1994 ihre erste Führungsaufgabe als Leiterin der Kreditabteilung. Fünf Jahre später schloss sich ihr damaliger Arbeitgeber mit der Volksbank Detmold zusammen. In diesem Zuge veränderten sich zwar Details ihrer Aufgabe. Dem übergreifenden Thema „Kredit“ blieb sie in leitender Position treu.

Der nächste Umbruch kam mit der Fusion der Volksbanken Detmold und Paderborn-Höxter 2007. Die Bank war nicht nur größer, sondern auch differenzierter im Kreditgeschäft aufgestellt. Bei der Volksbank Detmold verantwortete Martina Olesch zuletzt die Bereiche Kreditsachbearbeitung, Sanierung und Abwicklung sowie das Kreditrisikocontrolling. Dort hatte sie sich als Generalistin verstanden. In Paderborn war sie als Spezialistin gefragt. Anfang 2008 wurde sie zunächst Gruppenleiterin Sanierung und bezog ihren neuen Arbeitsplatz in der Domstadt. Der erste Blick auf das Organigramm erwies sich als Schlüsselerlebnis: „Es gab keine Frau unter den Abteilungsleitern. Eine reine Männerdomäne.“ Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Bittihn versicherte ihr, selbstverständlich hätten Frauen in der Volksbank gleiche Chancen.

Ihre Aufgabe beschreibt Martina Olesch mit Bedacht. „Wir betreuen Kredite, die sich in kritischen Phasen befinden.“ Bedeutet: Sie und ihre fünf Mitarbeiterinnen, „eine reine Frauenmannschaft“, kümmern sich um die Sanierung und Abwicklung von Problemkrediten. Ein Job, indem man mit Insolvenz und auch persönlichen Schicksalen konfrontiert wird. Wer darin erfolgreich sein will, braucht starke Nerven, Durchsetzungsvermögen, gute Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen und Konsequenz im Handeln. „Unser Ziel ist es, aus kritischen Situationen des Beste für den Kunden und die Bank zu machen, die Dinge zum Positiven zu wenden“, erklärt die 50-Jährige. Eine Aufgabe, die sie immer wieder herausfordere, obwohl sie schon lange im Geschäft sei.

„Ich weiß, was ich kann, was ich will und was ich nicht will“, sagt die Abteilungsleiterin in ihrer direkten Art, zu der sie „voll und ganz steht“. Ebenso wie zu den Entscheidungen, die sie oft schnell und „ohne rumzueiern“ treffen muss – so wie sie es bei ihrem früheren Vorstand Hans-Werner Hayn gelernt hat.

Martina Oleschs Bilanz zu ihrem bisherigen Lebensweg fällt durchweg positiv aus: „Ich mache im Job genau das, was ich will. Und ich habe ein ausgeglichenes Privatleben.“ Außerhalb des Büros spielt sie Steel Drum und treibt regelmäßig Sport. Zwei Faible, die ihr das Abschalten vom Kreditgeschäft leicht machen.