Ein Freund, ein guter Freund...

Paderborn, 15. Juli 2013

Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen (l.) und Günter Vogt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, testen schon einmal einen DKW F12 von 1965 für die Eröffnung der Tankstelle.

Interview mit Günter Vogt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, und LWL-Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen

Herr Vogt, Sie engagieren sich seit acht Jahren bei den „Freunden des LWL-Freilichtmuseums Detmold“ und sind sogar Gründungsmitglied. Warum liegt Ihnen ausgerechnet dieses Museum so am Herzen?

Günter Vogt: Mit dem Freilichtmuseum verbinden mich viele persönliche Erlebnisse. Als heimatverbundener Detmolder kenne ich das Freilichtmuseum natürlich von meiner Kindheit an. Damals wie heute verbringe ich viel Zeit im Museum und gehe immer wieder gerne auf Entdeckungstour. Aus diesem Grund liegt es mir besonders am Herzen, diese einzigartige Kultureinrichtung mit ihren ländlichen Lebenswelten, den vielen spannenden Heimatgeschichten und den historischen Gebäuden erlebbar zu machen und für künftige Generationen zu erhalten. So liegt es für mich nahe, mich auch persönlich in die Themen des Museums einzubringen und als Mitglied im Vorstand der Freunde des LWL-Freilichtmuseums Detmold zu engagieren.


Herr Carstensen, was macht aus Ihrer Sicht eine gute Freundschaft aus?
Jan Carstensen:
Für uns als Museum ist es von entscheidender Bedeutung, ein gutes Netzwerk zu haben. Dazu zählen die „Freunde des LWL-Freilichtmuseums Detmold“ ebenso wie Partner aus der Industrie, dem Banken- und Versicherungswesen, Hochschulen und Handwerksbetriebe sowie gemeinnützige Organisationen. Mit all diesen Partnern werden im Laufe des Jahres zahlreiche Projekte realisiert, die wir als Museum alleine gar nicht bewerkstelligen könnten, weder finanziell noch personell. Mit unseren Partnern verbindet uns aber mehr als die reine Projektarbeit, es sind Freundschaften entstanden, die durch Vertrauen und Verlässlichkeit gekennzeichnet sind und aus denen immer wieder neue Anregungen für unseren Museumsbetrieb entstehen.

Herr Vogt, Sie sind ja nicht nur als „Freund“, sondern auch als Vorstandsmitglied der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold im LWL-Freilichtmuseum Detmold aktiv. Eine gute Kombination?
Günter Vogt:
Die älteste Wurzel der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, und zwar die der Volksbank Detmold, hat ihren Ursprung vor über 150 Jahren. Tradition und Nachhaltigkeit sind uns wichtig. Diese Grundeinstellung verbindet die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold mit dem Freilichtmuseum. Ein Beleg dafür sind die vielen Projekte, die wir in den vergangenen Jahren gemeinsam erfolgreich initiiert und umgesetzt haben. So auch die zahlreichen Bildsuchaktionen, wie beispielsweise „Mein erstes Auto“. Diese haben wir mit allen Volksbanken in Lippe begleitet und konnten mit den vielen eingereichten Bildern sehenswerte Ausstellungen bestücken. Heute belegt die gemeinsame Entwicklung einer neuen Museumsführung zum Thema „Geld und Währung im Westfalen des 18. und 19. Jahrhunderts“ die gute Zusammenarbeit zwischen Volksbank und Museum und setzt Impulse zum Umgang mit Geld im Alltag.

Mit der Eröffnung der Tankstelle ziehen die 1960er Jahre ins LWLFreilichtmuseum Detmold ein. Welche Erinnerungen haben Sie beide an diese Zeit?
Günter Vogt:
Als Kind habe ich mich immer sehr gefreut, wenn mein Onkel mit mir auf dem Motorroller eine Ausfahrt unternahm. Es gab auch eine BMW Isetta und ein Rollermobil auf drei Rädern in meiner Verwandtschaft, die mich faszinierten.
Jan Carstensen: Da mein Vater ein leidenschaftlicher Autofahrer ist, konnte ich die vielen Modelle als Mitfahrer ausprobieren, beispielsweise das Käfer Cabrio in Blaumetallic oder später den BMW 2002 tii in Weiß.

Herr Vogt, woran liegt es, dass sich die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold auch bei der Eröffnung der Tankstelle engagiert?
Günter Vogt:
Mit der Eröffnung der historischen Tankstelle hat das LWL-Freilichtmuseum seine Entwicklungsgeschichte weiter fortgeschrieben. Auch die Volksbanken gehen mit der Zeit, aber die genossenschaftlichen Werte haben weiter Bestand. Was einer nicht schafft, das schaffen viele. So kann jeder Einzelne dank gemeinsamer Stärke seine persönlichen Wünsche und Ziele schneller verwirklichen. Und „Antrieb“, „Kraft“ und „Stärke“ liegen ja auch praktisch in der „Natur“ einer Tankstelle.

Was war Ihr erstes eigenes Fahrzeug?
Jan Carstensen:
Glücklicherweise konnte ich meiner Mutter nach bestandenem Abitur den VW Käfer 1200 abschwatzen. Damit bin ich recht wagemutig durch das Lipperland gebraust.
Günter Vogt: Als Banker kann ich mich daran natürlich noch sehr gut erinnern, denn mein erster motorisierter Untersatz hat mich 1972 stolze 2.000 DM gekostet, knapp das Zehnfache der damaligen Bruttomonatsvergütung als Lehrling zum Bankkaufmann. Es war ein NSU Prinz Typ 110.

 

Erschienen in der der Sonderbeilage der Lippischen-Landeszeitung „Eine Tankstelle fürs Museum“ des LWL-Freilichtmuseums Detmold.