OWL – wo Wachstum guten Boden hat

Paderborn, 18. April 2013

Assessor Josef Tack (l.), Aufsichtsratvorsitzender der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, und Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Bittihn (r.) begrüßten zu einem Gespräch über die Perspektiven von Ostwestfalen-Lippe mit der Volksbank eng verbundene Kunden, Vertreter und Beiratsmitglieder (v. l.): Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, Bad Driburg, Karl-Heinz Stiller, ehemaliger Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratsvorsitzender der Wincor Nixdorf AG, Paderborn, Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Bielefeld, Tanja Krüger, geschäftsführende Gesellschafterin der Resolto Informatik GmbH, Herford, und Vorstandsvorsitzende InnoZent OWL e.V., Paderborn, Stephan Prinz zur Lippe, Erbprinz des Hauses Lippe und Rechtsanwalt und Steuerberater.

Ein Gespräch über Ostwestfalen-Lippe und das Potenzial einer besonderen Region

Ostwestfalen-Lippe bietet sowohl als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort als auch als Lebensraum beste Wachstumsbedingungen: einen innovativen Mittelstand, der weltweit erfolgreich ist, Familienunternehmen, die solide Arbeit mit einer besonderen Werteorientierung verbinden, starke Netzwerke in der Region und Menschen, die bereit sind, für ihre Visionen und Ideen neue Wege zu gehen. Was macht den Standort OWL aus? Wo liegen seine Stärken und Schwächen und wie lassen sich Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Region sichern? Darüber diskutierte bei der Vertreterversammlung der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold eine prominent besetzte Talkrunde. Unter der Moderation von Marcus Werner, WDR, und der Überschrift „Wo Wachstum guten Boden hat – ein Gespräch über Ostwestfalen-Lippe und das Potenzial einer besonderen Region“ – brachten mit der Volksbank eng verbundene Kunden, Vertreter und Beiratsmitglieder ihre Meinung auf den Punkt: Tanja Krüger, geschäftsführende Gesellschafterin der Resolto Informatik GmbH, Herford, und Vorstandsvorsitzende InnoZent OWL e.V., Paderborn, Stephan Prinz zur Lippe, Erbprinz des Hauses Lippe und Rechtsanwalt und Steuerberater, Detmold, Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, Bad Driburg, Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Bielefeld, und Karl-Heinz Stiller, ehemaliger Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratsvorsitzender der Wincor Nixdorf AG, Paderborn.

Einigkeit bestand darüber, dass Ostwestfalen-Lippe großes Potenzial als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort, aber auch als attraktiver Lebensraum hat. „Wichtig ist, dass wir in der Region Leistung erbringen – denn nur dann wird die Marke OWL anerkannt und wahrgenommen“, erklärte Karl-Heinz Stiller. Er erläuterte, wie es Ostwestfalen-Lippe gelungen ist, den Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums zu gewinnen. „Wirtschaft, Wissenschaft und Regionalpolitik standen zu dem gemeinsamen Ziel, auch als es Geld kostete.“ Immerhin habe die Wirtschaft 60 Millionen Euro locker gemacht, um Investitionen von 100 Millionen auszulösen. Dank ihrer eigenen Leistung sei die Region dabei ganz vorn. „Und nur durch eigene Leistung werden wir die Top-Position auch behalten“, so Stiller.

Pastor Ulrich Pohl ergänzte, dass es wichtig sei, dass die Unternehmen in OWL innere Netzwerke aufbauen. Die von Bodelschwinghschen Stiftungen beschäftigen rund 4.000 Menschen in ihren Werkstätten. „Und das ginge nicht ohne die Verbindung zu den zahlreichen Familienunternehmen in OWL“, betonte Pohl. Er verwies auf den Zusammenhang zwischen Eigentum und sozialem Auftrag. Auch große Träume könnten schließlich verwirklicht werden. Bethel sei ein gutes Beispiel. Einst mit drei Mitarbeiten gestartet, beschäftigt die Stiftung heute 17.000 Menschen. Auch in sozialer Hinsicht müsse sich die Region vernetzen. Ansonsten werde sie den Herausforderungen zum Beispiel in der Kranken- und Altenpflege nicht gerecht werden. „Heute werden noch 70 Prozent in der Familie gepflegt. Dieser Anteil wird abnehmen. Aber eine Lösung, die auch finanzierbar ist, wurde noch nicht gefunden.“

Einzige Frau in der Podiumsdiskussion war Tanja Krüger. Sie gab an, dass die Unternehmer in OWL gut daran täten, über den eigenen Tellerrand zu schauen, schließlich würden Spitzenkräfte – und diese seien in der Zukunft noch gefragter - auch nach Kultur, Natur und Freizeit fragen. OWL biete hier mehr, als den Menschen in der Region bewusst sei. In der zunehmenden Vernetzung von Unternehmen und anderen gesellschaftlichen Kreisen sieht sie einen großen Fortschritt für die Region. In Zeiten des demographischen Wandels setzt sie ganz auf die beheimateten Familienunternehmen. „Ich beobachte immer wieder, dass bei jungen Menschen ein anderes Denken stattfindet. Gutes Geld zu verdienen, ist längst nicht mehr das erste Argument für Lebensqualität. Viele wollen die Familie gut aufgehoben wissen“, berichtete Tanja Krüger.

Stephan Prinz zur Lippe stimmte in den Tenor mit ein. „Identifikation ist genauso wichtig wie Leistung – diese beiden Faktoren bedingen sich gegenseitig.“ Er schlug vor, nach dem Aus für das Naturschutzgebiet den Naturpark Teutoburger Wald aufzuwerten. Dieser sollte auch die Zuständigkeit für die umliegenden Landschaftsschutzgebiete und mehr Geld erhalten. Dann könne er auch eine stärkere Rolle im Tourismus spielen.

Als einziger Diskussionsteilnehmer äußerte sich Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff kritisch über den Namen Ostwestfalen-Lippe. Er schlug vor, den Bogen weiter auf das ehemalige Königreich Westfalen zu schlagen. „Der Name ist weltweit bekannt, da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.“ Auch Graf von Oeynhausen-Sierstorpff sieht in dem hohen Anteil von Familienunternehmen einen großen Wettbewerbsvorteil für die Region.

Die Talkrunde in Bildern