15.000 Euro für „Junge Kunst“ aus der Region

Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung vergibt zehn Preise in drei Altersklassen und blickt auf 20 Jahre „Junge Kunst“ zurück

Freudige Gesichter bei der Preisverleihung: Die diesjährigen Gewinner des Förderpreises mit den Jurymitgliedern Ann-Britta Dohle-Madrid, Hans Hermann Jansen, Professor Dr. Joachim Thalmann, Margit Keikutt und Ulrich Vogt sowie Assessor Josef Tack, Vorsitzender des Kuratoriums der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung, Dr. Ulrich Bittihn, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold und den Vorstandsmitgliedern der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold Dr. Friedrich Keine, Karl-Heinz Rawert und Günter Vogt.

Paderborn. Die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung hat am Sonntag, 16. November, das 20-jährige Bestehen ihres Förderpreises „Junge Kunst“ gefeiert. Rund 400 Gäste waren zu einer Matinee in das Theater Paderborn – Westfälische Kammerspiele gekommen, um die Preisverleihung und die jungen Künstler live zu erleben. Erstmals vergab die Stiftung gleich zehn Preise in drei Alterskategorien.

„Nachhaltige Investition in die Zukunft“

„Von Beginn an verfolgt unser Förderpreis das Anliegen, junge Menschen in ihrer fachlichen wie persönlichen Entwicklung weiterzubringen“, betonte Assessor Josef Tack, Vorsitzender des Kuratoriums der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung. Die Bilanz nach 20 Jahren kann sich sehen lassen: Seit 1995 hat die Stiftung insgesamt 95 Nachwuchskünstler und Künstlergruppen dabei unterstützt, sich erfolgreich in den Bereichen Musik, Tanz und Theater, Fotografie, Design, Film, Malerei oder Bildhauerei und Literatur zu verwirklichen. „Mehr als 192.000 Euro hat die Stiftung in den vergangenen Jahren dafür bereitgestellt und damit nachhaltig in die Zukunft der Kunst und auch unserer Region investiert“, sagte Tack.

„Tradition wird erneuert“

Dr. Ulrich Bittihn, Vorstandsvorsitzender der Volksbank, versprach, dass der Förderpreis „Junge Kunst“ auch in Zukunft eine bedeutende Rolle in der Kunst- und Kulturförderung seines Hauses einnehmen werde. „Mit unserem Förderpreis unterstützen wir junge Talente dabei, den eigenen Weg zu gehen und den eigenen Platz in einer immer größer und schneller werdenden Welt zu finden.“ Alle Preisträger der vergangenen 20 Jahre seien herausragend in dem, was sie tun. „Die wissen, wofür sie stehen. Und nicht nur das, sie stehen auch dafür ein. Damit ist unser Förderpreis von Beginn an nicht nur eine Auszeichnung für junge Kunst und junge Talente, sondern auch eine Bühne für Mut, Freiheit und Verantwortung, Werte, die wir als Genossenschaftsbank seit mehr als 150 Jahren in unserer Region vertreten und die im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs von großer Relevanz sind. Wäre die Volksbank Verfechter eines Bildungsbegriffes, der den Künsten eine untergeordnete Rolle zuordnet, würde man nach 20 Jahren ‚Junger Kunst’ sicher sagen: Rendite statt Kunst, Kosten sparen, Kunstförderung einstellen, wie es so oft in unserem Land der Fall ist. Wir tun genau das Gegenteil. Wir schaffen keine Tradition ab, sondern wir erneuern sie“, so Dr. Bittihn.

15.000 Euro für junge Talente

Zum 20-jährigen Jubiläum des Förderpreises haben Volksbank, Stiftung und Jury die Ausschreibungsbedingungen den neuesten gesellschaftlichen Trends angepasst. Der Preis wurde in diesem Jahr erstmals in drei Altersklassen vergeben. So sollen gleichermaßen ganz junge Talente wie auch junge Profis, die bereits in der Ausbildung sind, eine Chance bekommen. Darüber hinaus habe man auch Trends berücksichtigt und zum Beispiel die Kategorie „Literatur“ um den Aspekt „Sprache“ erweitert. „In der Hoffnung, so auch vielleicht den einen oder anderen Poetry Slammer anzusprechen“, so Dr. Bittihn. Zudem hat die Stiftung den Gesamtförderbetrag von 12.000 auf 15.000 Euro erhöht.  Damit vergab sie 2014 erstmals gleich zehn Preise in drei Altersklassen an junge Kreative (14 bis 18 Jahre/19 bis 24 Jahre/25 bis 29 Jahre). Bewerben konnten sich Talente in den Kategorien Malerei/Bildhauerei/Grafik, Musik/Komposition/Tanz, Kurzfilm/Experimentalfilm, Fotografie/Design sowie Literatur/Sprache.

Die Jurymitglieder

Zur fachkundigen Jury, die zum Teil bereits seit Jahren für das Projekt zusammenarbeitet,  zählten auch dieses Mal wieder Ann-Britta Dohle-Madrid, Theaterregisseurin/Pädagogin, Paderborn, Hans Hermann Jansen, Gesangspädagoge, Detmold, Professor Dr. Joachim Thalmann, Musikpublizist, Hochschule für Musik, Detmold, sowie Margit Keikutt, Diplom-Tanzpädagogin, Paderborn, und Ulrich Vogt, Kunst-Pädagoge und Fotograf, Paderborn.

Die Preisträger 2014

Altersklasse 14 bis 18 Jahre

Lucas Hein, Gewinner Kategorie „Musik/Komposition“

In der Altersklasse 14 bis 18 Jahre gewann der Gitarrist Lucas Hein in der Kategorie „Musik/Komposition“. Der 17-Jährige beherrscht sein Instrument, die E-Gitarre, außergewöhnlich virtuos und solistisch mit seinen Rock-, Pop-, Jazz- und Blues-Variationen. Wer Lucas Hein spielen hört, kann sich von seinem konzentrierten und rasanten Spiel überzeugen, das er stets mit einer angenehmen äußeren Lässigkeit verbindet.

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Angelina Mertens, Gewinnerin in der Kategorie „Fotografie“

Obgleich die Gewinnerin in der Kategorie „Fotografie“ erst 16 Jahre alt ist, hat sie bereits eine große Leidenschaft für ihr Hobby entwickelt. Angelina Mertens durchstreift auf ihrer Motivsuche außergewöhnliche verlassene Orte und Gebäude. Dabei geht die junge Fotografin über das bloße Abfotografieren einstiger Wandgestaltungen hinaus. Ihr räumliches Sehvermögen und ihr ästhetisches Raumgefühl beeindruckte die Jury ebenso wie die freche Kreativität, mit der Angelina Mertens ihre Fotoserien gestaltet.

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Julian Partzsch, Gewinner in der Kategorie „Musik/Kompostion“

Der 14-jährige Sänger und Fagottist erhielt den Preis in der Kategorie „Musik/Komposition“ für seine außergewöhnlichen musikalischen Fähigkeiten und Leistungen. Julian Patzsch ist ein musikalischer Allrounder, der mit seiner Stimme experimentiert, der komponiert, aber gerade zu großartig das Fagott zu seinem Instrument erklärt.

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Viktoria Venus, Gewinnerin in der Kategorie „Fotografie”

Für die junge Paderbornerin hat die fotografische Spurensuche gerade erst begonnen. Victoria Venus hält in ihren Bildern treffsicher Emotionen fest und verleiht ihren Bildern damit eine große Wirkung. Dabei schreckt die 18-jährige Gewinnerin in der Kategorie „Fotografie“ auch nicht vor schwierigen Bedingungen wie Regen oder Dunkelheit zurück, die sie zielstrebig und bemerkenswert professionell bewältigt.

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Altersklasse 19 bis 24 Jahre

Ken Marius Mordau, Gewinner in der Kategorie „Musik/Komposition“

In der Kategorie „Musik/Komposition“ gewann der 20-jährige Musikstudent Ken Marius Mordau. Der junge Pianist beeindruckte die Jury mit seinem ernsthaften Spiel. Ken Marius Mordau versteht es, akribische Arbeit an der kompositorischen Vorlage mit einer tief empfundenen Emotionalität zu verbinden.

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Claudia Piepenbrock, Gewinnerin in der Kategorie „Bildhauerei“

Die junge Künstlerin Claudia Piepenbrock gewann in der Kategorie „Bildhauerei“. Die 24-Jährige überzeugte die Jury mit ihrem Blick fürs Wesentliche und ihrer überbordenden Kreativität. Claudia Piepenbrock versteht es, mit ihren Kunstwerken zu beeindrucken und beim Betrachter Assoziationswolken auszulösen.

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Maximilian Specht, Gewinner in der Kategorie „Kurzfilm/Experimentalfilm“

Maximilian Specht, Gewinner in der Kategorie „Kurzfilm/Experimentalfilm“, beeindruckte die Jury mit seinen filmischen Arbeiten und Fotografien. Seine Werke verraten das untrügliche Gespür des 22-Jährigen für eine kraftvolle Bildsprache. Die Filme des jungen Studenten erfüllen alle Anforderungen an Professionalität und überzeugen darüber hinaus durch eine packende Aussagekraft.

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Altersklasse 25 bis 29 Jahre

Sebastian Müller, Gewinner in der Kategorie „Musik/Komposition“

Der „Master of Music“ hat sich den ersten Preis in der Kategorie „Musik/Komposition“ redlich verdient. Seit seinem zwölften Lebensjahr spielt der junge Musiker in diversen Bands. Seine 15-köpfige Sebastian-Müller-Band leitet und prägt der 26-Jährige geradezu meisterhaft. Dabei trägt jeder einzelne Musiker seinen ganz eigenen Anteil zu der facettenreichen Klangfarbe des erfolgreichen Ensembles bei.

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Queens Duo (Hanna Rabe/Verena Beatrix Schulte), Gewinnerinnen in der Kategorie „Musik/Komposition“

Die Harfenistin Hanna Rabe und die Flötistin Verena Beatrix Schulte gewannen den Preis in der Kategorie „Musik/Komposition“ gemeinsam als „Queens Duo“. Die Musikerinnen verzaubern ihr Publikum regelrecht mit ihrer Mischung aus Anmut und professionellem Spiel. Das erfolgreiche „Queens Duo“ setzte sich im Laufe seiner bisherigen Zusammenarbeit hohe musikalische Ziele und grub kaum bekannte Stücke für Harfe und Flöte aus, die es mit Hilfe moderner Spieltechniken zum Besten gibt.

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Claudia Warneke, Gewinnerin in der Kategorie „Fotografie“

Die Preisträgerin überzeugte die Jury mit ihren fantastischen Fotografien. Die einfühlsame Lehramtsanwärterin aus Höxter brachte sich die Fotografie selbst bei, und das mit großem Erfolg. Ihre Porträtserien wurden bereits mehrfach in renommierten Magazinen und Kalendern abgedruckt. Davon unbeeindruckt kreiert die 28-Jährige jedes Bild immer wieder aufs Neue mit großer Kreativität und hohem Aufwand.

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Impressionen der Preisverleihung „Junge Kunst“

16. November 2014