Renaissanceportal vom Kötterhagen findet neue Heimat

Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold übergibt Baudenkmal dem Städtischen Museum

Paderborn. Das 2008 im Zuge des Neubaus des Theaters Paderborn abgebaute Renaissanceportal findet eine neue Heimat und wird in Zukunft im neuen Stadtmuseum Paderborn in der Galerie am Abdinghof aufgestellt. Die Volksbank und die Stadt Paderborn gaben jetzt den Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung bekannt.

Dr. Andreas Neuwöhner, Mitarbeiter Kulturamt und Koordinator für das neue Stadtmuseum Paderborn, und Carsten Venherm, 1. Beigeordnet Stadt Paderborn, freuen sich über das neue Baudenkmal, das ihnen von Heinz Peterburs, Vorstandsmitglied der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, symbolisch überreicht wird.

„Uns war es besonders wichtig, dass dieses bedeutende Denkmal erhalten bleibt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. So kam die Idee, das Portal der Stadt Paderborn zu übereignen“, erklärte Heinz Peterburs, Vorstandsmitglied der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold. Der erste Beigeordnete der Stadt Paderborn verwies auf die Neuordnung der städtischen Museumslandschaft, die die Einrichtung eines Stadtmuseums in der Galerie am Abdinghof vorsieht: „Die neue stadtgeschichtliche Ausstellung wird sich der Entwicklung des Stadtraums und der städtischen Gesellschaft widmen. Das Renaissanceportal wird hier als bedeutendes Zeugnis der „Renaissancestadt Paderborn“ integraler Bestandteil der Ausstellung sein und durch eine Medienstation bzw. ein Modell in seinem ursprünglichen Bauzusammenhang rekonstruiert.“

Das Portal bildete den Eingang des Hotels „Zum weißen Schwan“, dem einst besten Hotel Paderborns und gehörte der Familie Löffelmann. 1945 wurde der Komplex durch Bomben zerstört.

2008 wurde das Portal durch die Paderborner Restaurierungsfirma ars colendi zunächst ausgebaut und auf deren Firmengelände eingelagert. Seitdem waren die Volksbank und die Untere Denkmalbehörde der Stadt Paderborn darauf bedacht, einen passenden und würdigen Ort für eine Wiedererrichtung und Präsentation des Portals im heutigen Stadtbild zu finden.

Die Baugeschichte des ehemaligen Steinbaus Kötterhagen 10:

Bei dem Steinbau Kötterhagen 10 handelte es sich ursprünglich um ein Hintergebäude des Baukomplexes Kamp 17. Die ehemalige Art der Kellerwölbung und die Stärke der Außenwände aus Kalkbruchstein verweisen dabei auf eine Entstehung des Hintergebäudes im Mittelalter. Nach dem Urkataster von 1830 umfasste der Baukomplex ein großes Grundstück, das auf allen Seiten von öffentlichen Wegen eingefasst war.

Mit dem Brandkataster von 1769 wird das große Hofgrundstück der Familie von Haxthausen zugeschrieben. Das Vorderhaus war offensichtlich in der Mitte des 16. Jahrhunderts neu errichtet oder zumindest wesentlich umgestaltet worden. Der ehemalige Stadtbaurat Paul Michels ermittelte 1936 aufgrund des Vergleichs von Hausmarken und Initialen, die sich an dem 1607 datierten Renaissanceportal befanden, einen Bartholdt Overecke als Besitzer des Hauses im frühen 17. Jahrhundert.

1803 verkaufte der Major von Haxthausen seinen Hof an den Gastwirt Josef Gethmann, der hier seinen an anderer Stelle in der Stadt gegründeten Gasthof „Zum weißen Schwan“ einrichtete. 1812 verkaufte Gethmann das Anwesen wieder an den Major Franz Werner Freiherr von Haxthausen in Lippspringe, der das Anwesen kurze Zeit später dem Fräulein Antonette Heil als Mitgift zu ihrer Hochzeit mit Leonard Löffelmann aus Unkel am Rhein schenkte. Beide eröffneten die Gastwirtschaft und Weinschenke „Zum weißen Schwan“ wieder und bauten sie bald zu einem der angesehensten Häuser der Stadt aus.

Das Renaissanceportal ist erst nach 1830 vermutlich bei dem 1874 nach Plänen des Architekten Baumann erfolgten Um- und Ausbau des Gasthofes „Zum weißen Schwan“ vom Kamp in den westlichen Kötterhagen zurück versetzt worden.

1945 wurde der Komplex durch Bomben zerstört, wobei die Umfassungswände der Steinbauten in großen Teilen erhalten blieben.

Löffelmann-AK vor 1945 (Abb.: Stadtarchiv Paderborn, Ansichtskartensammlung)
Löffelmann-Portal 1936 (Foto: Stadtarchiv Paderborn/Michels)
Löffelmann-Ruine (Foto: Stadtarchiv Paderborn/Ertmer)
Reste des Renaissanceportals
Ausbau des Portals

 

17.06.2014