12.000 Euro für Förderpreis „Duale Ausbildung“

Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung investiert in engagierte Talente

Gaben den Startschuss für den neuen Förderpreis „Duale Ausbildung“: (v. l.) Karl-Heinz Rawert, Dr. Ralf Becker, Friederike Strate, Helmut Westermilies, Dr. Ulrich Bittihn, Markus Rempe, Josef Tack, Peter Gödde, Dr. Josef Lammers, Günter Vogt, Rudolf Jäger, Thomas Niehoff und Dr. Friedrich Keine.

Paderborn. Die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung macht sich stark für die duale Ausbildung. Mit ihrem neuen Förderpreis, der mit insgesamt 12.000 Euro dotiert ist, will sie dem viel diskutierten Ausbildungsweg in ihrem Geschäftsgebiet zu einem positiveren Image verhelfen und ein Zeichen gegen die „Entwertung“ der dualen Ausbildung setzen. „Bedauerlicherweise wird die Bedeutung der dualen Ausbildung für unser Bildungs- und auch unser Wirtschaftssystem durch die Politik vernachlässigt, teilweise sogar diskreditiert. Die Gründe sind nicht nachzuvollziehen. Schließlich hat unser duales Ausbildungssystem Vorbildfunktion in der ganzen Welt. Zudem sichert es Deutschland die niedrigste Jugendarbeitslosenquote in Europa“, beschreibt Assessor Josef Tack, Vorsitzender des Kuratoriums der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung und Mitglied der Jury, die Motivation für den Förderpreis.

Der entscheidende Mangel des deutschen Bildungssystems liege in der offenbar einseitigen Ausrichtung der Politik auf die akademische Ausbildung. „Das Ergebnis einer solchen Bildungspolitik ist eine zunehmende Verschulung und damit Theoretisierung des gesamten Bildungswesens“, betont Josef Tack. Der ehemalige Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe ist seit Jahrzehnten ein Verfechter der dualen Ausbildung: „Sie schafft den idealen Umstieg von der Schule in den Beruf. Als Ausbildungssystem verzahnt sie bestmöglich Praxis und Theorie und ist deshalb auch sinnvoll für ein akademisches Studium.“

Mit dem neuen Förderpreis „Duale Ausbildung“ will die Volksbank „Zivilcourage“ dokumentieren. „Als Genossenschaftsbank stehen wir mitten in der Gesellschaft. Genossenschaftliches Handeln bedeutet damit auch, dass wir Themen unserer Zeit aufgreifen und uns in gesellschaftliche Entwicklungen einmischen“, erklärt Dr. Ulrich Bittihn, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold. Seiner Meinung nach mangelt es nicht den Unternehmern an Ausbildungsbereitschaft. „Die duale Ausbildung hat zu Unrecht ein Imageproblem bei vielen jungen Menschen. Verantwortung dafür trägt die Gesellschaft, die praktische Fähigkeiten entwertet und den Abitur-Abschluss erhöht. Dies ist mit Blick auf die Auswirkungen des Fachkräftemangels geradezu fahrlässig. Dass immer mehr junge Menschen studieren und gleichzeitig die duale Ausbildung immer weiter an Wert verliert, können und wollen wir nicht gutheißen. Unsere Gesellschaft ist in dieser Hinsicht auf dem falschen Weg. Diese Fehlentwicklungen müssen im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft dringend korrigiert werden.“ Es sei unbestreitbar, dass Bildung eine der wichtigsten Ressourcen der Zukunft sei – gerade in einer globalisierten Welt. Man könne es sich aber nicht mehr leisten, den Wert eines Studiums höher anzusetzen als den einer dualen Ausbildung.

Der Förderpreis soll einen nachhaltigen Beitrag dazu leisten, wieder mehr junge Menschen für die duale Ausbildung zu begeistern. Mit dem neuen Förderpreis ergänzt die Volksbank ihr vielfältiges Engagement im Bereich Bildung, das vom Kindergarten bis zur Universität reicht. „Zum einen wollen wir damit jungen Menschen Mut machen, ihren beruflichen Weg mit einer dualen Ausbildung zu beginnen. Genauso ist es unser Ziel, den Mittelstand unserer Wirtschaftsregion dabei zu unterstützen, Fachkräfte und damit Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die wichtigste Botschaft lautet: Unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft brauchen nicht nur Akademiker und auch nicht nur Praktiker. Gebraucht werden alle. Und jeder Abschluss hat seinen eigenen Wert. Studium und duale Ausbildung sollten nicht länger im Wettbewerb stehen, sondern sich sinnvoll ergänzen. Was unterm Strich zählt, sind der Weg und das Engagement des Einzelnen “, so Dr. Bittihn. Deshalb überzeugen die Bewerber nicht allein mit Noten die hochkarätig besetzte Jury. Neben einem überdurchschnittlich guten Abschluss fließt auch das ehrenamtliche Engagement in die Bewertung ein. „Denn auch eine starke Bürgergesellschaft fördert letztlich die Prosperität einer Wirtschaftsregion“, sagt Dr. Bittihn.

Für die Jury des Förderpreises konnte die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung renommierte Persönlichkeiten aus der Wirtschaftsregion gewinnen. Dazu gehören:

Assessor Josef Tack

  • Vorsitzender des Kuratoriums der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung
  • Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold

Dr. Ralf Becker

  • geschäftsführender Gesellschafter der Fritz Becker KG, Brakel
  • Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung
         

Assessor Peter Gödde

  • Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe
  • Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bildung & Handwerk
         

Dr. Josef Lammers

  • Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer NRW, Kreisstellen Höxter, Lippe, Paderborn
  • Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für berufliche Weiterbildung im Kreis Höxter
  • Mitglied im Beirat des Kolping Berufsbildungswerkes Brakel
         

Thomas Niehoff

  • Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld
  • Vorsitzender des Vorstands der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) Ostwestfalen e.V.
  • Vorsitzender des Themenkreises „Hochschule–Wirtschaft“ der Initiative für Beschäftigung OWL e.V.
         

Markus Rempe

  • Leiter des Stabsbereiches Bildung des Kreises Lippe
  • Vorstandsvorsitzender Lippe Bildung eG
         

Friederike Strate

  • Braumeisterin
  • geschäftsführende Gesellschafterin Privatbrauerei Strate Detmold GmbH & Co. KG
  • stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung
         

Helmut Westermilies

  • Oberstudiendirektor
  • Leiter des Berufskollegs Schloß Neuhaus

Der mit insgesamt 12.000 Euro dotierte Preis wird in drei Einzelpreisen vergeben. Die Preisträger erhalten jeweils 4.000 Euro, davon  2.000 Euro in bar, 1.000 Euro für Weiterbildungsmaßnahmen und 1.000 Euro gehen an den Verein bzw. die Institution, für die sie sich engagieren. Der Preis wird alle zwei Jahre ausgelobt und richtet sich an Auszubildende, die ihre Abschlussprüfung unter anderem vor einer der folgenden Kammern bzw. Institutionen im Geschäftsgebiet der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold abgelegt haben: IHK Lippe zu Detmold, IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, Kreishandwerkerschaft Bielefeld, Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg, Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (Kreisstellen Höxter, Lippe, Paderborn), Ärztekammer Westfalen-Lippe, Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Rechtsanwaltskammer Hamm und Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe.

Mit dem Förderpreis „Duale Ausbildung“ etabliert die Volksbank neben dem Förderpreis „Junge Kunst“ eine zweite Auszeichnung, die junge Leute fördert und fordert. Der Förderpreis „Junge Kunst“, der seit 1995 vergeben wird und in ähnlicher Größenordnung dotiert ist, wird wieder 2016 ausgeschrieben.

Erfahren Sie in den folgenden Interviews mehr über die Jurymitglieder

Interview mit Assessor Josef Tack

„Optimale Verbindung von Praxis und Theorie“

Welche Bedeutung hat die duale Ausbildung im heutigen Bildungssystem?

Die duale Ausbildung schafft den idealen Umstieg von der Schule in den Beruf und führt junge Menschen frühzeitig in die Arbeitswelt ein. Sie ist besonders hilfreich für schulmüde Jugendliche. Als Ausbildungssystem verzahnt sie bestmöglich Praxis und Theorie und ist deshalb auch sinnvoll für ein akademisches Studium.

Woran mangelt es unserem (Aus-)Bildungssystem insgesamt?

Der entscheidende Mangel unseres Bildungssystems liegt in der offenbar einseitigen Ausrichtung der Politik auf die akademische Ausbildung. Der Leistungsgedanke und die individuelle Leistungsfähigkeit bleiben dabei auf der Strecke. Das Ergebnis einer solchen Bildungspolitik ist eine zunehmende Verschulung und damit Theoretisierung des gesamten Bildungswesens.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die Vorteile und die Chancen einer dualen Ausbildung?

Die Vorteile und Chancen liegen in einem frühzeitigen Kennenlernen von Praxis und Arbeitswelt. Für weitergehende Studien eröffnen sich Wissensvorteile, insbesondere in technischen Studiengängen. Zudem handelt es sich nicht um eine berufliche Einbahnstraße. Vielmehr macht die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems auch alle akademischen Abschlüsse erreichbar.

Wie lässt sich das Image der dualen Ausbildung verbessern?

Herausragende Persönlichkeiten mit einer dualen Ausbildung sollten in der Wirtschaft und der Gesellschaft als so genannte „Leuchttürme der dualen Ausbildung“ herausgestellt werden. Insbesondere den Eltern muss vermittelt werden, dass auch der Start in eine duale Ausbildung die Möglichkeit eröffnet, alle akademischen Abschlüsse zu erreichen. Unter dem Gesichtspunkt der Demografie muss deutlich werden, dass Absolventen der dualen Ausbildung zukünftig größte Chancen am Arbeitsmarkt haben – mit einer zunehmend steigenden Vergütung.

Wer sollte sich für eine duale Ausbildung entscheiden?

Jeder Jugendliche mit gewerblich-technischen Fähigkeiten, jeder, der ein technisches Studium anstrebt, und jeder, der im Dienstleistungsbereich gern mit Kunden arbeiten möchte.

Warum engagieren Sie sich für den Förderpreis „Duale Ausbildung“?

Bei meiner 33-jährigen beruflichen Tätigkeit als Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn war die duale Ausbildung immer ein Schwerpunktthema meiner Arbeit. Ihre Bedeutung für unser Bildungs- und auch unser Wirtschaftssystem wird bedauerlicherweise durch die Politik vernachlässigt, teilweise sogar diskreditiert. Mit dem Förderpreis „Duale Ausbildung“ verbinde ich die Chance, den Stellenwert der dualen Ausbildung bei Betroffenen und in der Gesellschaft zu erhöhen.

Interview mit Dr. Ralf Becker

„Hervorragende Perspektiven in attraktiven Berufen“

Welche Bedeutung hat die duale Ausbildung im heutigen Bildungssystem?

Die duale Ausbildung kombiniert in hervorragender Weise die praktische Ausbildung mit dem notwendigen theoretischen Hintergrund. Junge Menschen haben damit die Möglichkeit, unter vielen spannenden Berufszweigen zu wählen und bereits von Anfang an ihr eigenes Geld zu verdienen.

Woran mangelt es unserem (Aus-)Bildungssystem insgesamt?

In der Schule steht zu sehr die fachliche Ausbildung im Mittelpunkt. Hier muss vielmehr die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen gefördert werden. Darüber hinaus ist unbedingt eine bessere Integration der Jugendlichen mit Migrationshintergrund anzustreben. Dazu gehört auch, dass Unternehmen dies als ihre besondere Aufgabe und Verpflichtung anerkennen.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die Vorteile und die Chancen einer dualen Ausbildung?

Die duale Ausbildung vermittelt systematisch und sicher gutes Grundlagenwissen in Theorie und Praxis. Dies schafft hervorragende Perspektiven in attraktiven Berufen.

Wie lässt sich das Image der dualen Ausbildung verbessern?

Schulen und vor allem Ausbildungsbetriebe müssen über soziale Netzwerke deutlich machen, wie attraktiv eine duale Ausbildung ist. Insbesondere auch die Eltern sollten bei Betriebsbesichtigungen und Schulveranstaltungen über die Vorteile der dualen Ausbildung informiert werden.   

Wer sollte sich für eine duale Ausbildung entscheiden?

Mit Unterstützung der Schule sollten Schüler ihr Fähigkeitsprofil mit den Anforderungen der dualen Ausbildung abgleichen. Nur wer mit Freude und Erfolgsaussichten diesen Weg beschreitet, wird sich langfristig in seinem Beruf wohlfühlen.

Warum engagieren Sie sich für den Förderpreis „Duale Ausbildung“?

Der Förderpreis ist eine sehr gute Gelegenheit, auf die Qualitäten der dualen Ausbildung aufmerksam zu machen. Das möchte ich gerne mit meinem Engagement unterstützen.

Welchen Stellenwert hat die duale Ausbildung konkret in Ihrem Unternehmen?

Die Auszubildenden sind eine Bereicherung für das Unternehmen sowohl in den täglichen Abläufen als auch als junge Menschen. Unsere Ausbildung ist gleichermaßen ein Sprungbrett für eine Tätigkeit in unserem Haus wie auch für ein weiterführendes Studium. Wir sind übrigens stolz darauf, dass wir bereits einen „Bundesbesten“ bei den Holzmechanikern stellen durften.

In welchen Ausbildungsberufen bildet Ihr Unternehmen aus?

Wir als mittelständisches Unternehmen bilden in den Berufen „Industriekaufmann“ und „Holzmechaniker“ aus. Insgesamt beschäftigen wir zwölf Auszubildende.

Interview mit Assessor Peter Gödde

„Garant eines wirtschaftlich starken Deutschlands“

Welche Bedeutung hat die duale Ausbildung im heutigen Bildungssystem?

Die duale Ausbildung ist unverzichtbar, um zukünftig Fachkräfte für die Wirtschaft zu sichern. Sie war und ist bislang Garant eines wirtschaftlich starken Deutschlands. Allerdings ist sie durch Überakademisierung und Verschulung bedroht. Daher müssen der Stellenwert und das Image der dualen Ausbildung gestärkt werden.

Woran mangelt es unserem (Aus-)Bildungssystem insgesamt?

Im schulischen Bereich führen die föderalen Strukturen in der Allgemeinbildung mit immer wieder neuen Modellen und Schulversuchen zu einer objektiv feststellbaren Dequalifizierung. Grundfertigkeiten wie Rechtschreibung, Textverständnis und Mathematik sowie eine fehlende naturwissenschaftliche Orientierung werden durch sinkende Notenstandards geschönt.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die Vorteile und die Chancen einer dualen Ausbildung?

Die Vorteile der dualen Ausbildung liegen in einer umfassenden Kompetenzbildung, aber auch in der Persönlichkeitsentwicklung in realistischen Bezügen und an realen Abläufen in Betrieben.

Wie lässt sich das Image der dualen Ausbildung verbessern?

Das Image der dualen Ausbildung lässt sich mit einer unverfälschten Darlegung der Vor- und Nachteile der verschiedenen Ausbildungswege sicherlich verbessern. So liegen zum Beispiel die Abbrecherquoten von Studenten im Durchschnitt deutlich über den Abbrecherquoten im Bereich der dualen Ausbildung. Die Vorzüge der dualen Ausbildung sollten durch direktes Erleben und Erlernen in der betrieblichen Wirklichkeit sowie das Erleben von direkter personeller, fachlicher und wirtschaftlicher Verantwortung herausgestellt werden.

Wer sollte sich für eine duale Ausbildung entscheiden?

Die duale Ausbildung ist als Grundstein für den beruflichen Erfolg grundsätzlich jedem anzuraten.

Warum engagieren Sie sich für den Förderpreis „Duale Ausbildung“?

Weil ich aktiv eine positive Imagebildung für die Stärkung der dualen Ausbildung unterstützen möchte und weil ich davon überzeugt bin, dass nur eine erfolgreiche duale Ausbildung auch eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft von Betrieben oder einer ganzen Region haben wird.

Welchen Stellenwert hat die duale Ausbildung konkret für das Handwerk in unserer Region?

Die duale Ausbildung war lange Zeit für jeden Handwerksbetrieb selbstverständlich. Leider sind auch in den letzten Jahren die Ausbildungsquoten des Handwerks bei uns in der Region auf circa 40 Prozent gesunken, das heißt, nur 40 Prozent der Handwerksbetriebe bilden aktiv aus. Das Handwerk hat immer schon auch für andere Berufsbereiche, etwa die Industrie, mit ausgebildet. In den nächsten Jahrzehnten werden allerdings die Fachkräfte dringend im Handwerk selbst gebraucht.

Interview mit Dr. Josef Lammers

„Junge Menschen an die Region binden“

Welche Bedeutung hat die duale Ausbildung im heutigen Bildungssystem?

Fachkräfte sind zunehmend Mangelware. Diese sind nur durch eine duale Ausbildung zu bekommen. Sie ist der sicherste Weg in ein erfolgreiches Berufsleben. Zudem lassen sich damit auch junge Leute an die Region binden.

Woran mangelt es unserem (Aus-)Bildungssystem?

Leider bilden zu wenig Betriebe aus. Und wenn, dann sind es die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Zudem mangelt es immer mehr Schulabgängern an Grundwissen im Bereich Deutsch und in den so genannten MINT-Fächern.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die Vorteile und die Chancen einer dualen Ausbildung?

Die duale Ausbildung verbindet optimal Theorie und Praxis. Arbeitsleben kann man nicht lernen, man muss es erleben. Dies kann eine vollschulische Ausbildung nicht leisten. Außerdem können kognitive Schwächen durch praktische Fertigkeiten mehr als kompensiert werden.

Wie lässt sich das Image der dualen Ausbildung verbessern?

Indem wir die Chancen und das Fortkommen in den Praxisberufen besser herausstellen, zum Beispiel die Meisterausbildung. Indem wir aufhören, die akademische Ausbildung nicht überzubewerten. Indem wir beispielhaft erfolgreiche junge Menschen hervorheben.

Wer sollte sich für eine duale Ausbildung entscheiden?

Alle, die einen praktischen Beruf ausüben möchten.

Warum engagieren Sie sich für den Förderpreis „Duale Ausbildung“?

Der Preis steht für die Anerkennung der handwerklichen und gewerblichen Berufe. Insbesondere die Berufe der Land- und Forstwirtschaft sowie der Hauswirtschaft und des Gartenbaus zählen in ihrer ganzen Vielfalt zur dualen Ausbildung und erfahren – außer im Berufsstand – keine weitere Würdigung bei außerordentlichen Leistungen.

Welchen Stellenwert hat die duale Ausbildung konkret für die Landwirtschaft?

Jeder Berufsabschluss in der Landwirtschaft setzt eine Lehre in Form der dualen Ausbildung voraus.

Interview mit Thomas Niehoff

„Junge Menschen an die Region binden“

Welche Bedeutung hat die duale Ausbildung im heutigen Bildungssystem?

Fachkräfte sind zunehmend Mangelware. Diese sind nur durch eine duale Ausbildung zu bekommen. Sie ist der sicherste Weg in ein erfolgreiches Berufsleben. Zudem lassen sich damit auch junge Leute an die Region binden.

Woran mangelt es unserem (Aus-)Bildungssystem?

Leider bilden zu wenig Betriebe aus. Und wenn, dann sind es die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Zudem mangelt es immer mehr Schulabgängern an Grundwissen im Bereich Deutsch und in den so genannten MINT-Fächern.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die Vorteile und die Chancen einer dualen Ausbildung?

Die duale Ausbildung verbindet optimal Theorie und Praxis. Arbeitsleben kann man nicht lernen, man muss es erleben. Dies kann eine vollschulische Ausbildung nicht leisten. Außerdem können kognitive Schwächen durch praktische Fertigkeiten mehr als kompensiert werden.

Wie lässt sich das Image der dualen Ausbildung verbessern?

Indem wir die Chancen und das Fortkommen in den Praxisberufen besser herausstellen, zum Beispiel die Meisterausbildung. Indem wir aufhören, die akademische Ausbildung nicht überzubewerten. Indem wir beispielhaft erfolgreiche junge Menschen hervorheben.

Wer sollte sich für eine duale Ausbildung entscheiden?

Alle, die einen praktischen Beruf ausüben möchten.

Warum engagieren Sie sich für den Förderpreis „Duale Ausbildung“?

Der Preis steht für die Anerkennung der handwerklichen und gewerblichen Berufe. Insbesondere die Berufe der Land- und Forstwirtschaft sowie der Hauswirtschaft und des Gartenbaus zählen in ihrer ganzen Vielfalt zur dualen Ausbildung und erfahren – außer im Berufsstand – keine weitere Würdigung bei außerordentlichen Leistungen.

Welchen Stellenwert hat die duale Ausbildung konkret für die Landwirtschaft?

Jeder Berufsabschluss in der Landwirtschaft setzt eine Lehre in Form der dualen Ausbildung voraus.

Interview mit Markus Rempe

„Integrationskraft für Jugendliche“

Welche Bedeutung hat die duale Ausbildung im heutigen Bildungssystem?

Die duale Ausbildung war in der Vergangenheit der Garant für eine geringe Jugendarbeitslosigkeit. Zudem sichert sie den Unternehmen im Wettbewerb um Qualität und technischen Vorsprung ein solides Ausbildungsfundament. Denn „Made in Germany“ als weltweites Markenzeichen muss immer wieder neu mit höchster Qualität in der Entwicklung und Produktion unter Beweis gestellt werden.

Woran mangelt es unserem (Aus-)Bildungssystem insgesamt?

Damit aufgrund der Struktur des Ausbildungssystems nicht breiten Bevölkerungsschichten in Zukunft eine dauerhafte Position in der Mitte der Gesellschaft verwehrt bleibt, bedarf es einer Reform des dualen Systems. Insgesamt darf diese ihre Integrationskraft für Jugendliche mit unterschiedlichen Voraussetzungen nicht verlieren. Darüber hinaus ist der Anschluss der Berufsbildung an das gesamte Bildungs- und Berufsbildungssystem eine wesentliche Voraussetzung ihres Erhalts. Dazu sollten das Berufsbildungssystems und das Hochschulsystem in ein enger miteinander verzahntes System überführt werden.   

Worin liegen Ihrer Meinung nach die Vorteile und die Chancen einer dualen Ausbildung?

Theoretische Kenntnisse ohne praktische Fundierung sind (häufig) wertlos. Der Übergang von der Ausbildung in die Beschäftigung sowie die bestehenden Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten eine sichere berufliche Perspektive.

Wie lässt sich das Image der dualen Ausbildung verbessern?

Wir müssen in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die akademische und die berufliche Bildung in der Gesellschaft den gleichen Stellenwert haben und vergleichbare Entwicklungschancen bieten. Diesen Appellen muss aber auch die Realität folgen. Dazu gehören neben dem Ausbildungsengagement der vielen kleinen wie großen Betriebe und Unternehmen ebenso die Vergütung und attraktive Karrieremöglichkeiten. Übrigens können Vorbilder vom Chef bis zum jugendlichen Ausbildungsbotschafter im persönlichen Kontakt am besten überzeugen.

Wer sollte sich für eine duale Ausbildung entscheiden?

Alle Jugendlichen, für die Schule eher Last als Lust ist und die durch eine Ausbildung wieder einen Bezug zur Sinnhaftigkeit und zum Nutzen auch schulischer Bildung erfahren möchten. Alle Jugendlichen, die in einer Ausbildung das beste Fundament für unterschiedliche Berufswege – vom Arbeiter über den Lehrer bis hin zum Professor – sehen. Alle Jugendlichen, die schon früh unabhängig sein und ihr eigenes Geld verdienen wollen und darauf setzen, dass gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten Berufserfahrung oft mehr zählt als theoretisches Wissen.

Warum engagieren Sie sich für den Förderpreis „Duale Ausbildung“?

Mit dem Förderpreis wird das Image der dualen Ausbildung mit Blick auf die Jugendlichen wie auch die Ausbildungsbetriebe sichtbar gestärkt. Zudem orientiert sich die Vergabe der Förderpreise nicht nur an Noten. Gesellschaftliches Engagement wird ebenso in die Bewertung mit einbezogen. Vor allem wegen dieser Kombination habe ich besonders gerne mein Engagement zugesagt. Es ist doch gerade die Kombination aus fachlichem Leistungswillen und gesellschaftlichem Engagement, die Fach- und Führungskräfte in Zukunft besonders wichtig für unsere Gesellschaft machen.

Interview mit Friederike Strate

„Nachwuchskräfte aus dem eigenen Haus sichern Wettbewerbsvorteile“

Welche Bedeutung hat die duale Ausbildung im heutigen Bildungssystem?

Mit einer dualen Ausbildung können junge Menschen Positionen in Unternehmen erreichen, die in anderen Ländern nur mit Studium möglich wären. Für Arbeitgeber ist besonders die Chance interessant, im Hinblick auf einen bereits seit langer Zeit angekündigten Fachkräftemangel zukünftige Facharbeiter direkt auf ihre eigenen betrieblichen Anforderungen hin auszubilden. Dies bedeutet einen Wettbewerbsvorteil gegenüber vielen Firmen, die nicht mehr ausbilden.

Woran mangelt es unserem (Aus-) Bildungssystem insgesamt?

Generell mangelt es unserem Bildungssystem an der nötigen Materialausstattung, um technisch auf dem neuesten Stand zu sein, um alle betrieblichen Anforderungen erfüllen zu können. In Anbetracht der Tatsache, dass Deutschland als Land ohne große nennenswerte Rohstoffvermögen sein einziges Produktionsvermögen in der Bildung unserer Kinder und Jugendlichen besitzt, sollten möglichst große Anstrengungen unternommen werden, die Jugendlichen adäquat auf ihr Berufsleben vorzubereiten. Dazu gehört nicht nur, die schwächeren Schüler und Schülerinnen beziehungsweise Auszubildenden zu fördern. Vor allem auch die stärkeren Jugendlichen müssen durch neue Anreize und interessante Aufgabenstellungen gefordert werden.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die Vorteile und die Chancen einer dualen Ausbildung?

Jeder Schulabgänger hat entsprechend seiner Fähigkeiten durch die breit gefächerten Qualifikationsanforderungen in einem großen Feld der Ausbildungsberufe eine Chance auf seinen Wunschberuf. „Lernen in der Praxis“ bedeutet die Mitarbeit im Unternehmen von Beginn an. Das heißt, die Auszubildenden sehen von Beginn der Ausbildung an den Sinn ihrer Arbeit, indem sie an realen Produkten mitarbeiten oder Kontakt zu Kunden haben. Arbeitgeber können ihre Auszubildenden im Laufe der Ausbildung gut kennenlernen und ihren Nachwuchs im eigenen Haus ausbilden.

Wer sollte sich für eine duale Ausbildung entscheiden?

Junge Menschen auf der Suche nach einer guten beruflichen Ausgangsqualifikation sollten sich für eine duale Ausbildung entscheiden. Das breite Spektrum der Ausbildungsberufe und die unterschiedlichen Qualifikationsanforderungen ermöglichen für Schulabgänger aller Schularten einen passenden Einstieg in ihren Wunschberuf.

Warum engagieren Sie sich für den Förderpreis „Duale Ausbildung“?

Als Geschäftsführerin unserer Brauerei weiß ich um den Stellenwert der dualen Ausbildung und kann diese Art des beruflichen Einstiegs nicht hoch genug anerkennen. In der kommenden Zeit wird es aufgrund der geburtenschwächeren Jahrgänge immer schwieriger, gut ausgebildete Fachkräfte zu finden. Vor diesem Hintergrund nutzt unser Unternehmen die duale Ausbildung ganz bewusst, um unser Personal gut auf die späteren Aufgaben vorzubereiten.

Interview mit Helmut Westermilies

„Säule unserer Wirtschaft“

Welche Bedeutung hat die duale Ausbildung im heutigen Bildungssystem?

Die duale Ausbildung ist eine Säule unserer Wirtschaft, die Theorie und Praxis, Nähe zum Unternehmen und zum Kunden, Orientierung an Problemlösungen und Teamfähigkeit ideal miteinander verbindet.

Woran mangelt es unserem (Aus-)Bildungssystem insgesamt?

Die folgenden Anmerkungen möchte ich nicht verallgemeinern. Sie resultieren jedoch aus dem Blick auf einige Ausbildungsbetriebe bzw. Branchen, die das insgesamt positive Bemühen vieler Ausbildungsbetriebe konterkarieren. Das können sein: zu wenig Praktikumsplätze, fehlende Wertschätzung der Mitarbeiter beziehungsweise Auszubildenden, fehlende Betreuung der Praktikanten und Auszubildenden, schlechtes Arbeitsklima, negatives Image in Bezug auf die Ausbildungsqualität, unzureichende Personalakquise und fehlende Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die Vorteile und die Chancen einer dualen Ausbildung?

In der Bindung der Fachkräfte an die Ausbildungsbetriebe, in der Praxisnähe, in der komplexen Betrachtung gesamtbetrieblicher Abläufe, in der Wahrnehmung des Sozialgefüges im Unternehmen, in frühzeitigen Kundenkontakten und frühen Karriere-
chancen in bestimmten Branchen.

Wie lässt sich das Image der dualen Ausbildung verbessern?

Am ehesten durch die Wertschätzung der Bewerber und der aktuellen Auszubildenden. So sollte die Ausbildung aktiv im Betrieb durch eigene Ausbildungsbeauftragte und ein klar definiertes Ausbildungsprogramm begleitet werden. Zudem gilt es, Studienabbrecher für die duale Ausbildung zu rekrutieren. Studienabbrecher dürfen nicht als Versager angesehen werden. Vielmehr ist zu überlegen, welche Vorleistungen anerkannt werden können und wie sich diese bei einer Verkürzung der Ausbildung anrechnen lassen.

Wer sollte sich für eine duale Ausbildung entscheiden?

Grundsätzlich sollte jeder über eine duale Ausbildung nachdenken. Auch in Verbindung mit einem Studium kann eine vorausgehende duale Ausbildung förderlich sein. Aber auch das duale Studium ist eine denkbare Alternative.

Warum engagieren Sie sich für den Förderpreis „Duale Ausbildung“?

Als Leiter eines Berufskollegs ist es mir sowohl eine Pflicht als auch ein besonderes Anliegen, die duale Ausbildung zu fördern. Ich halte es für unabdingbar, neue Wege zu beschreiten, um die duale Ausbildung im Fokus der jungen Leute zu halten. Zudem wünsche ich mir, dass die ausbildende Wirtschaft sowie deren Kammern mit den Berufskollegs als Partner auf Augenhöhe miteinander kooperieren.

 

12. August 2015