Josef Tack erhält höchste Auszeichnung der Genossenschaftsorganisation

BVR-Präsident Uwe Fröhlich würdigt 33 Jahre Engagement im Aufsichtsrat der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold

Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. (BVR), Josef Tack und Dr. Ulrich Bittihn, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold (v. l.).

Paderborn. Mit der diesjährigen Vertreterversammlung ist bei der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold eine Ära zu Ende gegangen: Nach 33 Jahren im Aufsichtsrat – der längsten Amtszeit in der Geschichte der Volksbank – ist Assessor Josef Tack aus seinem Amt verabschiedet worden. Mit einem festlichen Abend, zu dem rund 600 Mitgliedervertreter und geladene Gäste in den Schützenhof gekommen waren, dankte die Volksbank ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden für sein jahrzehntelanges, einzigartiges Engagement. Auch viele ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Volksbank waren gekommen, um sich persönlich bei Josef Tack zu verabschieden. „Dass heute so viele Gäste – Aufsichtsratsmitglieder, Vertreter, Vorstände, Mitarbeiter – hier sind, ist Ausdruck der hohen Wertschätzung und Anerkennung Ihrer Person und Ihrer Arbeit“, betonte Dr. Ulrich Bittihn, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold.

„Bemerkenswerte ehrenamtliche Bilanz“

Zu den Laudatoren des Abends gehörte unter anderem Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. (BVR). Er war eigens aus Berlin angereist, um Josef Tack mit der höchsten Auszeichnung der Genossenschaftsorganisation zu würdigen. Für die „bemerkenswerte ehrenamtliche Bilanz“ überreichte Uwe Fröhlich die Ehrennadel in Gold des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes e. V. (DGRV) und dankte Josef Tack für das „jahrzehntelange fruchtbare Wirken“ für die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold und für die genossenschaftliche FinanzGruppe: „Die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold ist heute eine große Genossenschaftsbank, auf die die gesamte genossenschaftliche Gruppe stolz ist. Sie haben einen wichtigen Teil der langen Geschichte der Volksbank miterlebt und mitgeprägt und sind damit selber ein Stück weit ein Teil dieser Geschichte geworden“, betonte Uwe Fröhlich. Menschen wie Josef Tack, die sich ehrenamtlich engagierten, seien für die Volksbanken Raiffeisenbanken von herausragender Bedeutung. „Das Ehrenamt ist für uns viel wichtiger als für jede andere Art von Bank. Es ist von jeher elementarer Bestandteil unserer genossenschaftlichen DNA.“

Ernennung zum Ehrenvorsitzenden

Insgesamt 19 Jahre füllte Josef Tack die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden aus. Darüber hinaus war er Vorsitzender des Bauausschusses, des Kreditausschusses, des Risikoausschusses und des Vorstandsausschusses des Aufsichtsrates. In dessen Namen bedankte sich der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Seibert bei Josef Tack für die geleistete Arbeit: „Mit Ihrer einzigartigen Persönlichkeit haben Sie es geschafft, immer wieder die unterschiedlichsten Interessen zusammenzubringen. Ihr Rüstzeug war ein tiefes und konkretes Verständnis des genossen-schaftlichen Geschäftsmodells. Sie kennen die Historie, die Strategie und das Umfeld der Bank und haben beste fachliche Kompetenzen in dieses anspruchsvolle Amt eingebracht.“ Zudem überraschte Bernd Seibert den scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden mit einer ganz besonderen Auszeichnung, die bislang in der Geschichte der Volksbank nur zwei Vorsitzenden zuteil geworden ist. Im Namen des Aufsichtsrates ernannte er Josef Tack zum Ehrenvorsitzenden des Kontrollgremiums.

„Fähigkeit zum kritischen Nachfragen“

Auch Elmar Brok, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, ließ es sich nicht nehmen, mit einem „politisch-kritischen Blick von außen“ in einer launigen Rede die Arbeit von Josef Tack zu würdigen. Als „alten Paderborner“ habe ihn die Entwicklung der Volksbank immer interessiert. Zudem verbinde ihn mit Josef Tack seit Anfang der Siebzigerjahre eine Freundschaft, die von gegenseitigem Respekt und tiefer Wertschätzung geprägt sei. „Josef Tack hatte die wesentliche Eigenschaft, die ein Aufsichtsrat braucht, nämlich die zum kritischen Nachfragen“, betonte Elmar Brok. Bei aller Härte sei seine Kritik nie destruktiv, sondern immer konstruktiv gewesen. „Josef Tack wollte immer aufbauen und die Dinge nach vorne bringen.“ Beispielhaft führte Brok den Einsatz Josef Tacks beim Bau von Volksbank und Theater am Neuen Platz in Paderborn auf. Gemeinsam habe man es geschafft, die „schweren Steine“ im Genehmigungsverfahren bei der EU aus dem Weg zu räumen und die Aufträge für das heimische Handwerk zu sichern. Zudem unterstrich Elmar Brok insbesondere die Rolle der Volksbank als Teil der Gesellschaft, für die sich Josef Tack unter anderem als Vorsitzender des Kuratoriums der Volksbank-Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung einsetzt.

„Wachstumsdynamik aus voller Überzeugung mitgetragen“

Voll des Lobes war auch Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Bittihn. Er machte deutlich: „Die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold wäre nicht dieses innovative, dynamische Haus ohne den Durchsetzungswillen, das Rückgrat und die Geradlinigkeit seines Aufsichtsratsvorsitzenden.“ Es sei die Art von Josef Tack, mit Zuversicht weit nach vorne zu blicken, Dinge voranzutreiben und dabei niemals das Ziel aus den Augen zu verlieren. „Sie sind ein Mann mit Visionen, aber zugleich auch ein Macher, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht“, brachte Dr. Bittihn Josef Tacks Umsetzungsstärke auf den Punkt. „Mit Ihnen hatte der Vorstand einen Aufsichtsratsvorsitzenden an seiner Seite, der mehr tat, als ihn bei der Geschäftsführung zu überwachen.“ Josef Tack sei ein echter Sparringspartner gewesen, der die Wachstumsdynamik der Bank aus voller Überzeugung mitgetragen habe. „Was uns stets verbunden hat, war die Lust am Unternehmertum, der Glaube an den Erfolg der eigenen Ideen, der Mut, gegen den Strom zu schwimmen, eingefahrene Muster zu durchbrechen und stattdessen neue Wege zu gehen, ohne dabei letztlich seine Linie zu verlassen“, sagte Dr. Bittihn. Die vielen strategischen Projekte der vergangenen Jahre habe Josef Tack gleichermaßen konstruktiv, kritisch wie auch zielorientiert begleitet. Dabei konnte die Volksbank vor allem von seinem unternehmerischen Know-how profitieren.

„Ein Drittel der Volksbank-Geschichte mitgestaltet“

Josef Tack selbst war überwältigt von dem Lob der Redner. In seinem Dank hob er hervor: „Ich bin heute Abend mit vielen Superlativen bedacht worden, die ich nicht in Frage stellen will, aber letztendlich habe ich nur eine ehrenamtliche Aufgabe erfüllt.“ Josef Tack sprach dabei auch über „das Glück, von den 118 Jahren der Geschichte der Volksbank fast ein Drittel mitgestaltet zu haben“. „Ich habe gerne Verantwortung getragen und empfinde es als großes Glück, dass ich stets Menschen, insbesondere ein tolles Aufsichtsrats- und Vorstandsteam, an meiner Seite hatte, mit denen man wirklich etwas anpacken konnte.“

Längste Amtszeit in der Volksbank-Geschichte

Mit 33 Jahren Amtszeit hat Josef Tack die längste Amtsperiode im Aufsichtsrat der Volksbank zurückgelegt. Als er 1982 in den Aufsichtsrat der damaligen Volksbank Paderborn eintrat, betrug die Bilanzsumme gerade einmal 0,7 Milliarden Euro. Heute liegt sie bei 4,6 Milliarden Euro, was einem Zuwachs um 557 Prozent entspricht. Die Anzahl der Mitglieder stieg in dieser Zeit um 198 Prozent von 35.000 auf mehr als 104.000. 25 Millionen Eigenkapital hatte die Bank 1982. Heute sind es 385 Millionen Euro (plus 1.440 Prozent).

Zusammenarbeit mit 48 Aufsichtsratsmitgliedern und 17 Vorstandsmitgliedern

Insgesamt arbeitete Josef Tack mit 48 Aufsichtsratsmitgliedern und 17 Vorstandsmitgliedern, von denen er auch einige eingestellt hat, zusammen. Zudem verantwortete er wegweisende strategische Entscheidungen. Dazu zählen allein sechs Fusionen – mit den Volksbanken Schwaney, Altenbeken, Lichtenau, Höxter-Beverungen, Derental und Detmold. Darüber hinaus gehören unter anderem auch das Bauprojekt „Neue Mitte“ am Hauptsitz Paderborn, die Übernahme des regionalen Privat- und Firmenkundengeschäfts der ehemaligen Bankverein Werther AG und die Etablierung der Werther und Ernst Vermögensverwalter GmbH dazu.

Josef Tack ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Bis 2012 war er als Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaften Paderborn-Lippe und als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bildung & Handwerk tätig.

Einen Nachfolger für das Amt des Vorsitzenden wird der Aufsichtsrat der Volksbank in seiner Sitzung am 2. Juni wählen.

Festlicher Abend

 

21. Mai 2015