„Nachhaltigkeit unternehmerisch gestalten und nutzen“

350 Mittelständler beim Unternehmerforum der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold

Setzen auf Nachhaltigkeit: (hinten, v. l.) Dr. Dirk Quest, Dr. Ulrich Bittihn, Vorstandsvorsitzender der Volksbank, Prof. Dr. Gregor Engels, Günter Vogt, stellvertretender Vorsitzender der Volksbank, Dr. Peter Jahns (Mitte, v. l.) Rudolf Jäger, Vorstandsmitglied der Volksbank, Prof. Dr. Bernhard von Schubert, Thilo C. Pahl, Wolfgang Nettelstroth (vorne, v. l.) Andrea Dreifke-Pieper, Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher, Prof. Dr. Sabine Behn, Karl-Heinz Rawert, Vorstandsmitglied der Volksbank.

Bad Driburg/Paderborn. 350 Mittelständler aus der Region folgten der Einladung der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold zum Unternehmerforum in das Gräfliche Park Hotel & Spa in Bad Driburg. Unter dem Motto „Nachhaltigkeit unternehmerisch gestalten und nutzen“ diskutierten sie in drei Fachforen mit Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft, was Nachhaltigkeit konkret bedeutet. Den Hauptvortrag hielt Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher. Der Nachhaltigkeits-Experte gehört mit seinem Experten-Know-how und seinen polarisierenden Ansichten zu den gefragtesten Rednern, wenn es um die Themen Nachhaltigkeit und Globalisierung geht. In seinem Vortrag „Nachhaltigkeit – Chance und Herausforderung für den Mittelstand“ ging er auf die Wechselwirkung von Nachhaltigkeit und unternehmerischem Erfolg ein.

„Nachhaltigkeit“ – eine bloße Worthülse oder gar nur eine Modeerscheinung? Nein! Nachhaltigkeit ist viel mehr. Unternehmerische Nachhaltigkeit ist längst zu einem bedeutenden Erfolgsfaktor in der Wirtschaft geworden – Herausforderung und Chance zugleich. Für große Unternehmen ab 500 Mitarbeitern wird die Berichterstattung über die Nachhaltigkeit ihres Tuns aufgrund einer EU-Richtlinie von 2016 an sogar zur Pflicht. Aber was bedeutet Nachhaltigkeit konkret gerade auch für kleinere und mittlere Unternehmen? Das Volksbank-Unternehmerforum gab dazu Antworten aus unterschiedlichen Perspektiven der unternehmerischen Praxis.

„Wir begleiten den Fortschritt unserer Unternehmer in der Region – aber nachhaltig. Diese Aussage können wir für unser Haus selbstbewusst beanspruchen. Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich mit systematischer Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Als Genossenschaftsbank sind wir zum einen schon an ganz vielen Stellen vorbildlich ‚nachhaltig‘ unterwegs, vor allem sehen wir dieses Thema aber auch als echten Wettbewerbsvorteil für unsere mittelständischen Unternehmen und unser Haus gleichermaßen“, sagte Karl-Heinz Rawert, Vorstand Unternehmenskunden der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold. Die überdurchschnittlich gute Entwicklung im Unternehmenskundengeschäft, die die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold seit vielen Jahren verzeichne, begründe sich in der konsequenten Ausrichtung als regional verankerte Mittelstandsbank. „Die Unternehmer erwarten heute Kompetenz vor Ort nicht nur im Kreditgeschäft, sondern in vielen unternehmerischen Fragestellungen. Dazu leben wir unser Motto: Alle reden vom Mittelstand. Wir mit ihm“, so Karl-Heinz Rawert.

„Nachhaltiges Wirtschaften ist längst keine grüne Träumerei mehr, sondern machbar und vor allem wirtschaftlich“, betonte Rawert. „Nachhaltigkeit ist modern – bei uns seit mehr als 150 Jahren“, das ist eben nicht nur ein flotter Spruch, sondern Ausdruck unserer Haltung, manifestiert in unserem genossenschaftlichen Geschäftsmodell. Wir denken in Generationen und nicht in Quartalen. Und dies in jeder Hinsicht – ökonomisch, ökologisch, sozial – nachhaltig!

Das Forum „Nachhaltigkeit gewinnt – wie positioniere ich mich als erfolgreicher Mittelständler?“ wurde von Professorin Dr. Sabine Behn, Center for Sustainable Governance, Fachhochschule des Mittelstands, Bielefeld, und Professor Dr. Bernhard von Schubert, Gesellschafter und Beirat der Gundlach Holding GmbH & Co. KG, Bielefeld, geleitet. Die Unternehmer erfuhren unter anderem, auf welche Aspekte aus dem breiten Spektrum der Nachhaltigkeit sie sich aus unternehmerischer Sicht konzentrieren sollten oder welchen Nutzen sie daraus für ihr Unternehmen ziehen können.  

Im Forum „Nachhaltiger Ressourceneinsatz in der Wertschöpfungskette“ ging es um das nachhaltige Management der Wertschöpfungskette eines Unternehmens. Hier zeigten die Referenten Andrea Dreifke-Pieper, Leiterin „Strategische Unternehmenskooperationen“, WWF Deutschland, Berlin, Dr. Peter Jahns, Leiter der Effizienz-Agentur Nordrhein-Westfalen, Duisburg, und Dr. Dirk Quest, Geschäftsführender Gesellschafter E.L.F Hallen- und Maschinenbau GmbH, Holzminden, konkrete Ansätze für einen nachhaltigen Ressourceneinsatz auf. Über nachhaltiges Handeln in der Stahlindustrie berichtete Dr. Dirk Quest.  Dr. Peter Jahns von der Effizienz-Agentur Nordrhein-Westfalen berät Unternehmen in allen Fragen der Ressourceneffizienz. Er erklärte die Vorgehensweise der Effizienz-Agentur anhand von Praxisbeispielen. Die ökologische Sicht brachte Andrea Dreifke-Pieper in das Forum ein.

„Arbeit 4.0 – die Herausforderungen von flexiblen Arbeitswelten“, so lautete das Thema des dritten Forums. Professor Dr. Gregor Engels, Universität Paderborn, diskutierte mit den Unternehmern, wie das Geschäftsmodell dazu verändert werden muss und was es für Mitarbeiter, Kunden und den unternehmerischen Erfolg bedeutet. Wolfgang Nettelstroth, IG Metall Bezirksleitung NRW, erläuterte die Herausforderungen an die neue „Humanisierungspolitik“. Dass „Arbeit 4.0“ Unternehmen viele Möglichkeiten beim Fortschritt, in der Abgrenzung im Wettbewerb und in der Begeisterung von Kunden bietet, zeigte Thilo Pahl, BETTE GmbH & Co. KG, Delbrück auf. Er ermutigte die Unternehmer, die enormen Chancen der „Arbeit 4.0“ nicht zu verpassen.

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30. April 2015