Mehr als 1.300 Mitglieder bei Volksbank-Versammlung

Zukunftsforscher Horst Opaschowski zu Gast im Schützenhof Paderborn

(v. l.) Vorstandsmitglied Dr. Friedrich Keine, Josef Tack, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates, mit seiner Frau Gerlinde, der neue Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Seibert, Professor Dr. Horst Opaschowski und Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Bittihn.

Paderborn. Ein volles Haus verbuchte die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold bei ihrer Mitgliederversammlung am Dienstag. Mehr als 1.300 Mitglieder waren in den Schützenhof gekommen, um sich über die Entwicklung ihrer Volksbank zu informieren.

Bernd Seibert, der erstmals als neuer Vorsitzender des Aufsichtsrates durch die Versammlung führte, nutzte die Gelegenheit, sich für das große Vertrauen zu bedanken. Er freue sich darauf, eine so dynamisch wachsende und innovative Genossenschaftsbank wie die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold als Aufsichtsratsvorsitzender zu begleiten.

Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Bittihn präsentierte in seinem Bericht eine äußerst solide und ertragsstarke Wachstumsbank, die sich bestens gerüstet für die Zukunft fühlt. „Dieser Abend heute steht im Zeichen der Zukunft. Bereits mehrfach waren Zukunftsforscher bei unserer Volksbank-Versammlung zu Gast. Aber ich habe das Gefühl, dass es nie wichtiger als heute war, sich mit der Zukunft zu beschäftigen – gerade für uns als Genossenschaftsbank. Ihre Volksbank hat sich in den vergangenen Jahren extrem dynamisch entwickelt – und dies trotz der harten Zäsur durch die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise. Allein in den Jahren 2009 bis 2014 – also in und nach der Krise! – haben wir unser Kundengeschäftsvolumen um 1,4 Milliarden Euro gesteigert. Ich deute dies als Beleg dafür, dass wir gut auf die Zukunft vorbereitet waren“, machte Dr. Bittihn deutlich.

„Das Geschäftsjahr 2014 haben wir mit dem höchsten Wachstum der vergangenen zehn Jahre abgeschlossen und damit insbesondere der schwierigen Zinssituation Paroli geboten“, sagte Dr. Bittihn. Das bilanzielle Kundengeschäftsvolumen – Einlagen und Kredite – stieg um 7,6 Prozent beziehungsweise 474 Millionen Euro auf 6,7 Milliarden Euro. Die Kundenkredite erhöhten sich um 7,6 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen nahmen ebenfalls um 7,6 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu. Die Bilanzsumme erhöhte sich 2014 um 8,4 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. „Damit sind wir stärker gewachsen als der Wettbewerb – und dies über alle Kundengruppen und Regionen hinweg. Was bedeutet: Wir haben weiter Marktanteile hinzugewonnen. Dies gilt im Übrigen für unsere genossenschaftliche Bankengruppe insgesamt – sowohl hier in der Region als auch bundesweit.“

Auch in den ersten fünf Monaten dieses Jahres sei die Volksbank sowohl im Kredit- als auch im Einlagengeschäft schon wieder gut unterwegs: mit einem Plus von 2,7 Prozent bei den Krediten und 1,6 Prozent bei den Einlagen.

Das Geschäftsjahr 2014 hat die Volksbank mit einem ordentlichen Teilbetriebsergebnis von 1,10 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme abgeschlossen. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit erreichte 37,2 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss stieg von 13,1 Millionen Euro auf 13,9 Millionen Euro. Aus dem sehr guten Ergebnis hat die Volksbank mit rund 23 Millionen Euro ihre bereits hochsolide Eigenkapitalbasis gestärkt. Diese zeigt sich in einer Gesamtkapitalquote von gut 13 Prozent. „Damit sind wir auch heute schon für die bis 2019 weiter steigenden Eigenkapitalanforderungen gut gerüstet und haben genügend Spielraum für weiteres Kreditwachstum“, so Dr. Bittihn.

Auch die Mitglieder haben von der überdurchschnittlichen Entwicklung ihrer Volksbank profitiert und eine attraktive Dividende von 6,5 Prozent und damit innerhalb weniger Jahre zum vierten Mal eine Höchstdividende erhalten.

Den Bericht des Vorstandes ergänzte Dr. Friedrich Keine mit einem Kurzvortrag über die „Geldanlage in Zeiten des Niedrigzinses“. Er machte deutlich: „Eine risikofreie Rendite, wie sie der Anleger, der Sparer seit nunmehr 70 Jahren kennt, gibt es nicht mehr. Will der Anleger eine positive Rendite erzielen, muss er Chancen ergreifen und risikobehaftete Alternativen in seine Überlegungen einbeziehen – insbesondere wenn er mit der Rendite auch die Inflation ausgleichen möchte. Das heißt, der Anleger muss schon genau hinschauen, wo und wie er investiert, welche Risiken er bereit ist, einzugehen.“

Als Gastredner begrüßte die Volksbank in diesem Jahr Professor Dr. Horst W. Opaschowski, Sozialforscher und Zukunftswissenschaftler. Er sprach zum Thema „Deutschland 2030. Wie wir in Zukunft arbeiten und leben“. Seine wichtigsten Thesen:

Zukunftstrend 1
Vom Immer-mehr zum Immer-Besser: Abschied vom Wachstum um jeden Preis

Zukunftstrend 2
Total digital – völlig normal: Die folgenreiche Digitalisierung des Lebens

Zukunftstrend 3
Leben ist die Lust zu schaffen: Die junge Generation im Gleichgewicht zwischen Leistung und Lebensfreude

Zukunftstrend 4
Die neue Lust auf Familie: Ein ‚zweiter‘ demografischer Wandel kündigt sich an

Zukunftstrend 5
Die Frauen kommen mit Macht: Die Arbeitswelt wird weiblicher

Zukunftstrend 6
Re-Start mit 50: Die Wirtschaft braucht wieder ältere Arbeitnehmer

Zukunftstrend 7
Comeback mit 65: Zuverdienst statt Altersarmut

Zukunftstrend 8
Wahlverwandtschaften und soziale Konvois: Die Lebensbegleiter bis ins hohe Alter

Zukunftstrend 9
Gesundheit als neue Zukunftsreligion: Der Megamarkt von morgen

Zukunftstrend 10
Gut leben statt viel haben: Paradigmenwechsel vom Wohlleben zum Wohlergehen

Wer persönliches Wohlergehen und nicht nur materiellen Wohlstand erreichen will, sollte – neben den zehn Geboten natürlich – die folgenden Anleitungen und Gebote für ein gelingendes Leben im 21. Jahrhundert beherzigen:

  • Bleib nicht dauernd dran; schalt doch mal ab.
  • Versuche nicht, permanent deinen Lebensstandard zu verbessern oder ihn gar mit  Lebensqualität zu verwechseln.
  • Knüpf dir ein verlässliches soziales Netz, damit dich Freunde und Nachbarn als soziale Konvois ein Leben lang begleiten können.
  • Mach die Familie zur Konstante deines Lebens und ermutige Kinder und Jugendliche zu dauerhaften Bindungen.
  • Definiere deinen Lebenssinn neu: Leben ist die Lust zu schaffen.
  • Genieße nach Maß, damit du länger genießen kannst.
  • Mach nicht alle deine Träume wahr; heb dir noch unerfüllte Wünsche auf.
  • Du allein kannst es, aber du kannst es nicht allein: Hilf anderen, damit auch dir geholfen wird.
  • Tu nichts auf Kosten anderer oder zu Lasten nachwachsender Generationen: Sorge nachhaltig dafür, dass das Leben kommender Generationen lebenswert bleibt.
  • Verdien dir deine Lebensqualität – durch Arbeit oder gute Werke: Es gibt nichts Gutes; es sei denn, man tut es.

 

 

25. Juni 2015