15.000 Euro für „Junge Kunst“ aus der Region

Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung vergibt Förderpreis an neun Talente aus der Region

Paderborn. Die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung hat am Sonntag, 20. November, den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Förderpreis „Junge Kunst“ an neun Nachwuchstalente aus der Region vergeben. Rund 300 Gäste waren zu einer Matinee in das Theater Paderborn gekommen, um die Preisverleihung und die jungen Künstler live zu erleben. Dabei überraschten die Organisatoren das Publikum dieses Mal mit einer Live-Schaltung zu einer Preisträgerin nach New York.

„Nachhaltige Investition in die Zukunft“

„Sinn stiften und sinnvoll wachsen, unter diesem Leitgedanken engagiert sich die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung für nachhaltige Projekte, Initiativen und Themen, die für die Zukunft unserer Gesellschaft und unserer Region von Bedeutung sind“, betonte Assessor Josef Tack, Vorsitzender des Kuratoriums der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung. „Von Beginn der Geschichte unserer Stiftung – im Jahr 1994 – an ist der Förderpreis ‚Junge Kunst‘ fester Bestandteil unseres Engagements und ist in diesem Jahr durch einen zweiten, ganz neuen Förderpreis ‚Duale Ausbildung‘ perfekt ergänzt worden.“ Den Förderpreis „Duale Ausbildung“, der in seiner ersten Auflage mit insgesamt 16.000 Euro dotiert war, hatte die Volksbank-Stiftung im März an vier junge Menschen aus der Region vergeben.

Förderpreis „Junge Kunst“ Leuchtturm für die Region

„Für die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold gehört es von jeher zum Selbstverständnis, gesellschaftliche Verantwortung für ihre Heimatregion zu übernehmen. Unser Engagement hat viele Facetten – als attraktiver und sicherer Arbeitgeber, als verlässlicher Partner der heimischen Wirtschaft oder als Förderer von Kunst, Kultur, Bildung, Sport und vielen anderen Bereichen, die von Relevanz für eine lebendige Bürgergesellschaft sind“, erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Bittihn. „Dabei ist es für uns selbstverständlich, dass wir die Vielzahl der Vereine und Initiativen in den Dörfern und Städten unserer Region unterstützen, genauso fördern wir aber auch ‚Leuchttürme‘ in unserem Geschäftsgebiet. Dies gilt auch für unser vielfältiges und breit aufgestelltes Engagement im Bereich Kultur. Dazu gehören beispielsweise Chöre, Theatergruppen, Musikvereine, die Theater der Region, Museen, das Netzwerk Klosterlandschaft OWL, aber genauso das renommierte Jungstudierenden-Institut der Hochschule für Musik, das Klang!Festival Bielefeld, das OWL-Familien-Musikfest der Philharmonischen Gesellschaft OWL sowie die über die Grenzen der Region hinaus bekannten Paderborner Ausstellungen wie CREDO oder CARITAS in den letzten Jahren. Ein Leuchtturm ist vor allem aber auch unser Förderpreis ‚Junge Kunst‘, auf den wir besonders stolz sind und der immer wieder zeigt, wie lohnenswert unsere Förderung für die jungen Menschen und unsere Region ist. Mit unserem Förderpreis unterstützen wir junge Kreative dabei, ihr Talent zu entwickeln, mutig den eigenen Weg zu gehen und den für sich richtigen Platz in einer immer größer und schneller werdenden Welt zu finden. Somit bieten wir Talenten im besten Sinne des genossenschaftlichen Prinzips Hilfe zur Selbsthilfe.“

Seit 1995 hat die Stiftung insgesamt 104 Nachwuchskünstler und Künstlergruppen dabei unterstützt, sich erfolgreich in den Bereichen Musik, Tanz und Theater, Fotografie, Design, Film, Malerei oder Bildhauerei und Literatur zu verwirklichen. Mehr als 200.000 Euro hat die Stiftung in den vergangenen Jahren dafür bereitgestellt und nachhaltig in die Zukunft der Kunst und damit auch der Region investiert.

Die Preisträger 2016

Altersklasse 14 bis 18 Jahre

Gina Keiko Friesicke (Kreis Lippe), Kategorie „Musik, Komposition und Tanz“

Gina Keiko Friesicke, 14 Jahre, ist in einer Musikerfamilie aufgewachsen und hat bereits im Alter von drei Jahren ihr Herz für die Geige entdeckt. Sie geht in Detmold zur Schule und ist in ihrer Altersgruppe augenblicklich so etwas wie „Deutsche Meisterin“ – das heißt, sie hat im Frühjahr 2016 den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gewonnen. Ihre erstaunliche Disziplin, ihr technisches Vermögen und ihr Ausdruckswille wurden stets gefördert. Zurzeit studiert sie bei Professorin Ulrike-Anima Mathé am Detmolder Jungstudierenden-Institut, an dem die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit großgeschrieben wird. 2012 wurde Gina Keiko Friesicke im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ als jüngste Teilnehmerin für das „KiRaKa-Konzert“ ausgewählt. Zwei Jahre später trat sie als Solistin mit den Leipziger Symphonikern auf und absolvierte einen Meisterkurs in den USA. Im vergangenen Jahr spielte sie mit der Camerata Prag in der Tonhalle in Zürich und – zusammen mit ihrem damaligen Lehrer – im kleinen Saal der Carnegie Hall in New York Bachs Doppelkonzert d-Moll für zwei Violinen und Orchester.

Marie Justine Klemme (Kreis Lippe), Kategorie „Literatur und Sprache“

Marie Justine Klemme wurde 1998 in Detmold geboren. Nach dem Besuch der Weerth-Schule ging sie auf das Grabbe-Gymnasium, das sie diesen Sommer mit Erhalt der Hochschulreife beendete. Von 2004 bis 2014 nahm sie Harfenunterricht und seit zwölf Jahren Gesangsunterricht. Sie singt im Chor und bestritt bereits Weihnachts- und Benefizkonzerte mit den „Voice Pearls“ und „Cantus Novus“. Mitgewirkt hat sie auch an zwei CDs (Kinderchor/Lieder des Dichters Fr. W. Weber), dem Droste-Hülshoff-Sommer 2013 (Marienmünster), an Theaterproduktionen ihres Literaturkurses und vielem mehr. Dreimal erhielt sie einen ersten Preis bei „Jugend musiziert“ in den Kategorien „Klassischer Gesang“ (2009/2011/2014) und einmal im Bereich „Musical“ (2012). Marie Justine Klemme ist nicht nur musikalisch, sondern auch außerordentlich sprachbegabt. 2016 hat sie es in das Regionalfinale von „Jugend debattiert“ geschafft. Sie spricht fließend Englisch, erhielt mehrere Jahre Unterricht in Japanisch und Koreanisch und studiert seit diesem Herbst Chinesisch – als Zweitfach Anglistik – an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Alexia Kochanke (Kreis Lippe), Kategorie „Literatur und Sprache“

Die 15-jährige Alexia Kochanke wurde am 23. Mai 2001 in Detmold geboren. Dort lebt sie gemeinsam mit ihren Eltern, die schon vor über 20 Jahren von Russland nach Deutschland übersiedelten. Alexia besuchte zunächst die Grundschule Heiligenkirchen, inzwischen geht sie in die zehnte Klasse des Grabbe-Gymnasiums. Seit neun Jahren spielt sie Geige und ebenso lange tanzt sie Ballett in der Schule ihrer Mutter. Darüber hinaus besucht sie in ihrer Freizeit gerne Theateraufführungen und malt. Vor allem aber: Sie liebt das Lesen. Ein regelrechtes Faible hat sie für Geschichten, Fantasy-Romane, historische Romane und Komödien entwickelt. Die Rolle der „bloßen“ Rezipientin aber hat sie schon vor einer Weile hinter sich gelassen, denn sie schreibt längst selber. Keine Kurzgeschichten oder Essays, sondern ganze Bücher.

Johanna König (Kreis Lippe), Kategorie „Musik, Komposition und Tanz“

Die 16-jährige Johanna König hat ihre außergewöhnliche Bühnenpräsenz bereits im Alter von acht Jahren gespürt: Damals stand sie in einer kleinen Rolle im Rahmen des Projektes „Singen macht Sinn“ im Theater Bad Oeynhausen auf der Bühne. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Johannes-Brahms-Musikschule Detmold. Zudem nahm sie an zahlreichen Sommerkursen in der Abtei Marienmünster teil, wo sie Unterricht in Fächern wie Gesang, Tanz, Choreographie und Sprechen erhielt. Die junge Sängerin, die in Holzhausen-Externsteine lebt, gewann im Alter von 13 Jahren ebenfalls den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in der Kategorie „Musical“. 2016 durfte sie am „Musical Summer Camp“ der „Liz Mohn Musik- und Kulturstiftung“ teilnehmen. Sie verfügt über eine ausdrucksstarke Stimme und über großes schauspielerisches Talent. Ihre Überzeugungskraft setzt sie übrigens nicht nur auf der Bühne ein, sondern auch auf anderen Gebieten: Sie ist Preisträgerin des Wettbewerbs „Jugend debattiert“.

Simon Staub (Kreis Paderborn), Kategorie „Musik, Komposition und Tanz“

Simon Staub ist 16 Jahre alt und lebt in Altenbeken. Er begann im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierunterricht. Mit sieben Jahren ging er zur Städtischen Musikschule Paderborn in die Klavierklasse von Yoma Appenheimer. Seinen ersten öffentlichen Klavierabend gab Simon bereits ein Jahr später. 2010 wurde er mit dem ersten und dem Sonderpreis beim Internationalen Hohenlimburger Musikwettbewerb für Barock und Frühklassik ausgezeichnet und konnte an einem Meisterkurs in London teilnehmen. 2011, im Alter von zehn Jahren, wechselte er in die Klavierklasse von Professor Pjotr Oczkowski in Detmold, wo er wenig später die Aufnahmeprüfung für das Jungstudierenden-Institut der Hochschule für Musik bestand. Seine pianistische Hochbegabung und sein Fleiß brachten ihm Auszeichnungen bei zahlreichen Wettbewerben ein. Im Alter von 13 Jahren trat Simon zum ersten Mal solistisch mit dem Leipziger Symphonieorchester auf. Simon Staub überzeugt mit einem kultivierten Spiel, in dem er jugendliche Frische mit der technischen Abgeklärtheit eines erfahrenen Konzertpianisten vereinigt.

Altersklasse 19 bis 24 Jahre

Joana Sophie Dahlhoff (Kreis Paderborn), Kategorie „Malerei, Bildhauerei und Grafik“

Mit 16 Jahren ging Joana Sophie Dahlhoff bereits für ein Jahr als Schülerin an das Lycée Frédéric Chopin in Nancy. Nach dem Abitur am Friedrich-von-Bodelschwingh-Gymnasium in Bielefeld-Bethel im Jahr 2011 folgte ein weiterer einjähriger Auslandsaufenthalt als Au-pair in Bordeaux. Die 24-Jährige entschied sich daraufhin für ein Lehramtsstudium in Französisch und Kunst an der Universität Paderborn. Nach ihrem erfolgreichen Bachelor-Studium wird sie dort demnächst auch ihren Master of Education abschließen. Dabei hätte sie durchaus noch andere Studiengänge einschlagen können. Sie war als Kind Mitglied der Ballettschule und des Jugendtanztheaters Bielefeld, Kinderstatistin am Bielefelder Theater und spielt zudem Geige und Oboe. Joana Sophie Dahlhoff überzeugte die Jury mit ihren Gemälden, Grafiken und plastischen Arbeiten aus Papier oder Stahl. Dabei setzt sie sich mit vielen Techniken experimentell auseinander, mischt sie mit anderen und findet ganz neue gestalterische Zugänge. Die Künstlerin widmet sich insbesondere der Druckgrafik, wo sie vom fast schon vergessenen Linolschnitt über die Kaltnadel- und Ätzradierung bis hin zum Siebdruck vieles ausprobiert und überzeugend aufs Papier bringt. Im Februar 2016 erhielt sie von der Universität Paderborn das Molino-Winkler-Stipendium im Fach Kunst.

Janina Klahold (Kreis Höxter), Kategorie „Design und Fotografie“

Janina Klahold beendete ihre Ausbildung als Modeschneiderin bei der Gerry Weber International AG in Halle mit der Note „Sehr gut“. Mit diesem Ergebnis hat die heute 24-jährige Bökendorferin einen guten Grundstein für ihre weitere Laufbahn gelegt. 2015 siegte sie beim NRW-Berufswettkampf auf Landesebene, danach setzte sie sich auch auf Bundesebene in Berlin gegen 244 Mitbewerber durch und gewann den Titel „Beste Modeschneiderin Deutschlands“. Ihr Ehrgeiz hat sie in diesem Jahr nach New York verschlagen. Bereits vor drei Jahren lernte sie die Stadt als Au-pair kennen und lieben. Nun hofft die junge Modeschneiderin, dort neue Inspirationen zu finden und Kontakte in das Mode-Business zu knüpfen. Janina Klahold ist mehr als nur eine sehr gute Schneiderin für die Modelle, die vorab Modedesigner gestaltet haben. Sie entwirft selbst verschiedenste Kleidungsstücke, die sie dann mit textilen Materialien konsequent umsetzt. Ihr Modestil wirkt eher zurückhaltend, ist mehr sportlich elegant als flippig. Eine Zeit lang will sie auf jeden Fall noch international tätig sein, nebenbei noch „Fashion Management“ studieren, um mit dem erworbenen Business-Wissen vielleicht einmal mit deutschen Modeunternehmen zusammenzuarbeiten.

Jana Telgenbüscher (Kreis Paderborn), Kategorie „Musik, Komposition und Tanz“

Die junge Künstlerin begann ihre musikalische Laufbahn in einer Paderborner Musikschule. Sie erhielt ihren ersten Cello-Unterricht mit fünf Jahren. Danach besuchte Jana Telgenbüscher das Jung-studierenden-Institut der Hochschule für Musik in Detmold. Heute studiert die Paderbornerin im Studiengang „Master of Music“ an der Hochschule Luzern in der Schweiz. Als junge Cellistin gewann die 24-Jährige erste Preise beim Wettbewerb „Jugend musiziert“, außerdem ist sie Preisträgerin des „Lions Musikpreises OWL 2012“. Schon früh hat sie das Probespiel für das Bundesjugendorchester, das „U21“-Orchester Deutschlands, bestanden, dieses prägte ihre musikalische Laufbahn. Die Arbeit mit namhaften Dirigenten genoss sie sehr und führte ihren Weg als Solo-Cellistin zur „Jungen Sinfonie Berlin“. In Ostwestfalen-Lippe tritt Jana Telgenbüscher zudem häufig als Solistin in verschiedenen Orchestern, darunter beispielsweise in der „Jungen Philharmonie OWL“, auf. Neben ihrer solistischen Konzerttätigkeit widmet die Musikerin sich intensiv der Kammermusik.

Altersklasse 25 bis 29 Jahre

Dragan Ribic (Kreis Lippe), Kategorie „Musik, Komposition und Tanz“

Der aus Bosnien-Herzegowina stammende Musiker hat mit seinen 27 Jahren schon unzählige Wettbewerbe und Auftritte erfolgreich bestritten. Sein Instrument, das Akkordeon, beherrscht er wie kein anderer. Seine musikalische Ausbildung erhielt er zunächst am Musikgymnasium in Banja Luka und anschließend an der Musikakademie seines Heimatlandes. Dort gewann er bereits mehrere Preise bei herausragenden Wettbewerben. Seit 2013 vertieft der  aufstrebende Akkordeonist in Detmold sein Können und studierte an der Hochschule für Musik zunächst die Studiengänge „Akkor-deon-Solist“ und „Akkordeon-Instrumentalpädagogik“. Seit Oktober bereitet er sich im Aufbaustudiengang auf das Konzertexamen „Akkordeon“ vor. Dragan Ribics Musik ist jenseits des Gewohnten. Sein Repertoire umfasst sowohl klassische Musik als auch unterhaltsame Stücke. Er begibt sich damit oft weitab von traditioneller, konzertanter Akkordeonmusik. Der junge Musiker nimmt regelmäßig sehr erfolgreich an internationalen Akkordeonfestivals und Wettbewerben teil.

Der Förderpreis „Junge Kunst“

Den Förderpreis „Junge Kunst“ vergibt die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung seit 1995 und richtet sich an Nachwuchskünstler, die im Geschäftsgebiet der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold wohnen, studieren oder dort geboren sind. Er wird in den Kategorien „Design/Fotografie“, „Malerei/Bildhauerei/Grafik“, „Musik/Komposition/Tanz“, „Literatur/Sprache“, „Theater/Schauspiel“ und „Kurzfilm/Experimentalfilm“ ausgeschrieben und in drei Altersklassen (14 bis 18 Jahre/19 bis 24 Jahre/25 bis 29 Jahre), die unabhängig voneinander bewertet und ausgezeichnet werden, vergeben. So sollen gleichermaßen ganz junge Talente wie auch junge Profis, die bereits in der Ausbildung sind, eine Chance bekommen. 2016 lagen der Jury 85 Bewerbungen für den Preis vor.

Die Jurymitglieder

Zur fachkundigen Jury gehören Ann-Britta Dohle-Madrid, Theaterregisseurin/Pädagogin, Paderborn, Hans Hermann Jansen, Gesangspädagoge, Detmold, Professor Dr. Joachim Thalmann, Musikpublizist, Hochschule für Musik, Detmold, sowie Margit Keikutt, Diplom-Tanzpädagogin, Paderborn, und Ulrich Vogt, Kunst-Pädagoge und Fotograf, Paderborn.

 

21. November 2016