16.000 Euro für „Duale Ausbildung“

Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung vergibt erstmals Förderpreis für engagierte junge Menschen in der Region / Friedrich Merz hält Festvortrag

(v. l.): Dr. Ulrich Bittihn, Vorstandsvorsitzender der Volksbank, die Preisträger Tobias Kaufmann, Laura Vogt, Daniela Gottwald und Marco Horenkamp sowie Josef Tack, Vorsitzender des Kuratoriums der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung, und Festredner Friedrich Merz.

Paderborn. Die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung hat am Dienstag, 8. März, zum ersten Mal ihren neuen Förderpreis „Duale Ausbildung“ verliehen. Rund 300 Gäste waren in das Theater Paderborn gekommen, um die zehn besten Kandidaten von rund 130 Bewerbern der Abschlussjahrgänge 2013/2014 live zu erleben und zu erfahren, wer zu den Gewinnern gehört. Aufgrund der Vielzahl der sehr guten Bewerber hat die Stiftung für die erste Auflage einen vierten Preis bereitgestellt und die Förderung insgesamt auf 16.000 Euro erhöht. Den Festvortrag hielt Friedrich Merz, er sprach zum Thema „Bildung und Ausbildung – Arbeit und Wohlstand“.

Mit dem neuen Förderpreis „Duale Ausbildung“ will die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung dem viel diskutierten Ausbildungsweg in ihrem Geschäftsgebiet zu einem positiveren Image verhelfen und ein Zeichen gegen die „Entwertung“ der dualen Ausbildung setzen. Der Förderpreis soll einen nachhaltigen Beitrag dazu leisten, wieder mehr junge Menschen für die duale Ausbildung zu begeistern. Das Besondere an dem Förderpreis ist, dass die Jury die Bewerber nicht allein nach den Abschlussnoten bewertet. Neben einem überdurchschnittlich guten Abschluss fließt auch das ehrenamtliche Engagement in die Bewertung ein. „Wir fordern von den jungen Leuten nicht nur gute Noten, sondern auch ehrenamtliches Engagement für die Gesellschaft. Erst diese Kombination und das Zusammenspiel aller Kammern und Institutionen machen unseren neuen Förderpreis ,Duale Ausbildungʽ zu etwas Besonderem. Ich behaupte sogar: Mit seiner Idee ist der Preis einzigartig in Deutschland“, betonte Assessor Josef Tack, Vorsitzender des Kuratoriums der Volksbank-Stiftung und Mitglied der Jury. Er bezeichnete den Preis als „längst überfällig“.

Für einen großen Teil der jungen Menschen in Deutschland sei die duale Ausbildung heute leider keine Option mehr. Auch, weil die aktuelle Bildungspolitik zunehmend die akademische Ausbildung in den Fokus setze. „Es scheint, als könne allein ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule bereits den Weg für eine erfolgreiche Karriere ebnen. Dieser Irrglaube hat jedoch spürbare Folgen: Unternehmen suchen verzweifelt nach Auszubildenden und können ihren Bedarf an Fachkräften nicht mehr decken. Das schwächt nicht nur die einzelnen Betriebe, sondern die gesamte Wirtschaft“, betonte Josef Tack.  

Dr. Ulrich Bittihn, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, hob hervor: „Unser genossenschaftlicher Förderauftrag verpflichtet uns dazu, Verantwortung für unsere Region, für die Wirtschaft und für die Gesellschaft zu übernehmen. Dies tun wir auf unterschiedliche Art und Weise – als Kreditgeber, Steuerzahler, Arbeitgeber und auch als Förderer. Handeln in genossenschaftlicher Verantwortung bedeutet für uns immer auch ein Stück weit, uns in die gesellschaftlichen Entwicklungen einzumischen, Haltung zu zeigen, Einfluss zu nehmen und auch Fehlentwicklungen gegenzusteuern. Genau dieser Verantwortung stellen wir uns mit unserem neuen Förderpreis ,Duale Ausbildungʽ.“ Er bedauerte, dass die duale Ausbildung von Politik und Gesellschaft vernachlässigt und entwertet werde. Die Gründe dafür seien nicht nachzuvollziehen, denn das duale Ausbildungssystem habe Vorbildfunktion in der ganzen Welt und sichere Deutschland die niedrigste Jugendarbeitslosenquote in Europa. Mit dem Förderpreis „Duale Ausbildung“ ergänzt die Volksbank ihr vielfältiges Engagement im Bereich Bildung, das vom Kindergarten bis zur Universität reicht. Neben dem Förderpreis „Junge Kunst“, der mit 15.000 Euro dotiert ist, ist dies der zweite Förderpreis, den die Volksbank-Stiftung vergibt.

Die Gewinner des Förderpreises „Duale Ausbildung“

Die Jury hatte bei der Auswahl der Kandidaten keine leichte Aufgabe und konnte ihre Entscheidung teilweise nur an Nuancen ausmachen. Die vier Preisträger erhielten jeweils 4.000 Euro, davon 2.000 Euro in bar, 1.000 Euro für Weiterbildungsmaßnahmen und 1.000 Euro bekam der Verein, in dem sich die jungen Leute engagieren.

Daniela Gottwald
Die 24-jährige Preisträgerin aus Lage entschied sich für eine duale Ausbildung als Fachkraft für Lebensmitteltechnik bei der Dr. Oetker Nahrungsmittel KG in Bielefeld, weil ihr ein praktischer Bezug beim Lernen sehr wichtig war. Ihr soziales Engagement zeigt Daniela Gottwald durch die jahrelange Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr in Lage, Löschgruppe Pottenhausen. Dort betreut sie seit fünf Jahren aktiv die Jugendfeuerwehr und bildet junge Menschen in der Feuerwehr aus. Daniela Gottwald verfügt über eine Truppmannausbildung, ist Sprechfunkerin, Jugendwartin und hat eine Erste-Hilfe-Ausbildung. Ferner ist sie Mitglied im Musikzug Heiden.

Marco Horenkamp
Der 22-Jährige hat eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker bei der Firma ELHA Maschinenbau Liemke KG in Hövelhof absolviert und 2013 abgeschlossen. Schon während seiner Ausbildung war er Jugend- und Auszubildendenvertreter. Im Herbst 2014 erwarb er seinen Ausbilderschein und betreut seitdem die Auszubildenden in seiner Abteilung. In der DLRG-Ortsgruppe Hövelhof ist er seit vier Jahren Gruppenleiter der Acht- bis Zwölfjährigen und stellvertretender Jugendwart der Ortsgruppe. Des Weiteren ist er geprüfter Ausbildungsassistent „Schwimmen/Rettungsschwimmen“.

Tobias Kaufmann
Der 22-Jährige aus Oberweser-Oedelsheim schloss im Jahr 2013 seine Ausbildung zum Straßenbauer bei der Firma Heinrich Nolte GmbH & Co KG in Beverungen ab. Neben seinem Beruf ist Tobias Kaufmann begeisterter Handballer im Turn- und Sportverein 1904 Oedelsheim e.V. Dort engagiert er sich seit 2011 als Übungsleiter und Betreuer.

Laura Vogt
Die Preisträgerin aus Delbrück entschied sich für eine Ausbildung zur Orthopädiemechanikerin/Bandagistin beim Sanitätshaus Bernhard Brinkmann, Paderborn. Die 26-Jährige schloss ihre Ausbildung 2013 als Innungsbeste vor der Innung für Orthopädietechnik der Kreishandwerkerschaft Bielefeld ab. Auch auf Kammer- und Landesebene wurde sie ausgezeichnet. Beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks wurde sie zudem Bundessiegerin. Laura Vogt ist seit 1997 Mitglied im Heimatverein Delbrück im Jugendvolkstanzkreis. Seit 2008 leitet sie die Kindertanzgruppe des Vereins und arbeitet seit zwei Jahren dort aktiv im Vorstandsteam mit.

Zu den Finalisten gehören außerdem:

Christian Helms aus Nieheim, Ausbildung zum Landwirt bei Werner Schoenkaes und Ansgar Berendes, engagiert sich im Heimatschützenverein Entrup von 1697 e.V.

Stefan Kurte aus Lichtenau, Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Benteler Steel-Tube GmbH, engagiert sich im Spielmannszug Grundsteinheim e.V.

Alexander Rose aus Warburg, Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik bei der Firma Kronospan GmbH, engagiert sich in der Freiwilligen Feuerwehr Warburg.

Ludger Sandmeyer aus Lippstadt, Ausbildung zum Feinwerkmechaniker, Fachrichtung Werkzeugbau bei der Firma Bernhard Ebbesmeyer, engagiert sich in der KLJB Mantinghausen und in der St. Antonius Schützenbruderschaft e.V. Mantinghausen-Rebbeke.

Meike Stüllenberg aus Bielefeld, Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel bei der EK/servicgroup eG, engagiert sich beim TUS Einigkeit Hillegossen.

Joscha Ulbrich aus Horn-Bad Meinberg, Ausbildung zum Holzmechaniker bei der Steinheimer Möbelmanufaktur GmbH & Co. KG, engagiert sich im Bike-Sport-Verein Lippe e.V.

Sie freuten sich über eine finanzielle Anerkennung in Höhe von 250 Euro sowie eine Zuwendung für ihr ehrenamtliches Engagement an ihren Verein in gleicher Höhe.

Jury des Förderpreises

Für die Jury des Förderpreises konnte die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung renommierte Persönlichkeiten aus der Wirtschaftsregion gewinnen. Dazu gehören:

  • Assessor Josef Tack, Vorsitzender des Kuratoriums der Volksbank
    Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung und Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold,
  • Dr. Ralf Becker, geschäftsführender Gesellschafter der Fritz Becker KG, Brakel, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld und stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung,
  • Assessor Peter Gödde, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bildung & Handwerk,
  • Dr. Josef Lammers, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer NRW, Kreisstellen Höxter, Lippe, Paderborn, und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für berufliche Weiterbildung im Kreis Höxter sowie Mitglied im Beirat des Kolping Berufsbildungswerkes Brakel,
  • Thomas Niehoff, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld und Vorsitzender des Vorstands der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) Ostwestfalen e.V. sowie Vorsitzender des Themenkreises „Hochschule–Wirtschaft“ der Initiative für Beschäftigung OWL e.V.,
  • Markus Rempe, Leiter des Stabsbereiches Bildung des Kreises Lippe und Vorstandsvorsitzender Lippe Bildung eG,
  • Friederike Strate, Braumeisterin, geschäftsführende Gesellschafterin Privatbrauerei Strate Detmold GmbH & Co. KG und stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold-Stiftung, und
  • Helmut Westermilies, Oberstudiendirektor und ehemaliger Leiter des Berufskollegs Schloß Neuhaus.

Zu den Partnern des Preises gehören:

  • die Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold
  • die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld
  • die Kreishandwerkerschaft Bielefeld
  • die Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg
  • die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe
  • die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
  • die Ärztekammer Westfalen-Lippe
  • die Rechtsanwaltskammer Hamm
  • die Apothekerkammer Westfalen-Lippe und
  • die Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe.
     

Der Preis wird zukünftig alle zwei Jahre ausgelobt.

 

9. März 2016