Professor Dr. Klaus Töpfer spricht über „Naturschutz im Anthropozän“

Naturschutz-Stiftung Senne und Volksbank

Dr. Andreas Jolmes, Vorsitzender des Kuratoriums der Naturschutz-Stiftung Senne, Dr. R. (Dave) Lubek, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung , Dr. Gerhard Lakmann, Geschäftsführer der Naturschutz-Stiftung Senne, Prof. Dr. Klaus Töpfer, Uwe Piesczek, Mitglied des Stiftungsvorstands, Karl-Heinz Rawert, Vorstandsmitglied der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold und Mitglied des Kuratoriums der Naturschutz-Stiftung Senne.

Paderborn. Am 6. Oktober hatte die Naturschutz-Stiftung Senne gemeinsam mit der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold zu einer Vortragsveranstaltung mit Professor Dr. Dr. Klaus Töpfer in das VolksbankForum am Neuen Platz in Paderborn eingeladen. Ziel der Organisatoren war es, auf die langjährige erfolgreiche Arbeit der Stiftung aufmerksam zu machen.

„Naturschutz im Anthropozän“ – unter diesem Motto stand der Hauptvortrag, den der ehemalige Bundesinister für Umwelt- und Naturschutz hielt. In seinen Ausführungen betonte Töpfer, der auch Schirmherr der Naturschutz-Stiftung ist: „Der Mensch ist dabei, die gesamte Erde nachhaltig zu verändern. Und mit jeder Veränderung schafft er neue Probleme, auf die er reagieren muss. Dieser Zwang zu Reaktion engt seine Handlungsfreiheit in zunehmendem Maße ein – bis hin zum Verlust der Freiheit des Handelns. Naturschutz im Anthropozän hat die überlebenswichtige Aufgabe, diesem Verlust an Freiheit entgegenzuwirken und Inseln zu schaffen, in denen Natur unbeeinflusst vom ‚Weltgärtner Mensch‘ Natur sein kann.“ Mit seinem Vortrag regte er zum Nachdenken für einen nachhaltigen Naturschutz an.

Vorab nutzte Dr. R. (Dave) Lubek, Vorsitzender des Vorstandes der Naturschutz-Stiftung Senne, die Gelegenheit und rief zur aktiven Mitarbeit im Naturschutz ein. Er berichtete unter anderem über Projekte wie beispielsweise die Weißstorch-Nisthilfen, die Paderborner NaturSchule und den Waldkindergarten. In seiner Einleitung diskutierte die Frage: „Wie gelingt der notwendige Übergang von einer Gesellschaft des ‚Alles immer‘, einer Gesellschaft eines auf Wachstum ausgelegten Kulturmodells, in eine Kultur, die einem reduktiven Paradigma folgt, mit der allein die Herausforderungen des Anthropozäns zu bewältigen sind?“

Karl-Heinz Rawert, Mitglied des Vorstandes der Volksbank und Kuratoriumsmitglied der Naturschutz-Stiftung Senne, ging in seinem Beitrag auf die Wichtigkeit von Stiftungen für unsere Gesellschaft ein. Er rief dazu auf, sich für Stiftungen zu engagieren und betonte: „Stiftungen sind ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft und stehen aufgrund der Niedrigzinsphase vor besonderen Herausforderungen.“

Schon bei der Gründung der Naturschutz-Stiftung Senne habe die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold mit ihrer Stiftung maßgeblich mitgewirkt. „Im Mittelpunkt unserer Förderung stehen vor allem langfristig und nachhaltig ausgerichtete Projekte, Initiativen und Themen in unserer Heimat. Aus diesem Grund ist es uns ein besonderes Anliegen, auch die Naturschutz-Stiftung Senne zu unterstützen“, so Rawert. Dazu zählt beispielsweise auch das Projekt „Digitales Sennearchiv der Naturschutz-Stiftung Senne“. Über 600 Publikationen wurden eingescannt und bilden den Grundstock eines Archivs der Geschichte, der Menschen, der Tiere, der Pflanzen und der Landschaft der Senne. Das Archiv soll in Kürze online gehen.

Der Abend klang aus in Gesprächen, Begegnungen, Diskussionen mit einem und um einen der bemerkenswertesten – und trotz seiner weltweiten Aktivitäten bodenständigen – „Naturschützer“ unserer Zeit.

10. Oktober 2016