Volksbank zeigt Stärke

  • Erneut überdurchschnittliches Wachstum im Kundengeschäft
  • Bilanzsumme überspringt fünf Milliarden Euro
  • 2.600 Mitglieder sorgen für neuen Teilnehmerrekord bei Volksbank-Versammlung
  • Ranga Yogeshwar begeistert Publikum

Waren stolz auf das große Interesse der Mitglieder (v. l.): Heinz Peterburs, ehemaliges Vorstandsmitglied, Dr. Friedrich Keine, Vorstandsmitglied, Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Bittihn und Bernd Seibert, Vorsitzender des Aufsichtsrates, mit Ranga Yogeshwar, dem "Star-Gast" des Abends.

Paderborn. Die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold hat „den widrigen geldpolitischen und regulatorischen Rahmenbedingungen“ auch im Geschäftsjahr 2015 getrotzt und ihren seit Jahren anhaltenden Wachstumskurs konsequent fortgesetzt. Eine derart stabile Entwicklung als Ausdruck der Stärke und Solididät der größten Volksbank in der Wirtschaftsregion sorgte auch bei den Mitgliedern für Stolz. Insgesamt waren 2.600 Miteigentümer der Bank am Dienstag, 31. Mai, in den Schützenhof gekommen, um sich über die gute Entwicklung ihrer Volksbank zu informieren. Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Ranga Yogeshwar. Der aus Funk und Fernsehen bekannte Wissenschaftsjournalist begeisterte das Publikum mit seinem Vortrag „Nächste Ausfahrt Zukunft – unser Umgang mit dem Neuen“.

„Werte schaffen Werte. In diesem Sinne haben wir wieder ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr abgeschlossen und im Kundengeschäft weiter Marktanteile gewonnen. Sowohl im Kredit- wie im Einlagengeschäft liegen wir mit unserem Wachstum über alle Kundengruppen und Regionen hinweg erneut deutlich über dem Branchendurchschnitt. Dies spricht vor allem auch für eine prosperierende Wirtschaftsregion“, machte Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Bittihn in seinem Bericht deutlich.

Vorwärtsstrategie sichert Erfolgskontinuität

Potenzialregionen und Potenzialgeschäftsfelder konsequent und strategisch zu erschließen, ist einer der Erfolgsfaktoren der genossenschaftlichen Regionalbank, die gleichermaßen auf Dezentralität und ein starkes Netzwerk in der Region wie auch auf vernetzte Kompetenz für alle Kundengruppen setzt. Die Erfolgskontinuität seines Hauses begründet Dr. Bittihn mit der „Vorwärtsstrategie“ und einem wachstumsstarken Geschäftskonzept, das „Perfektion in der Manufaktur“ und „Perfektion in der Serie“ miteinander verbindet. „Hochindividuell in der persönlichen Beratung, unkompliziert und schnell wie das Internet im Service, effizient in der Abwicklung“, bringt der Vorstandsvorsitzende den Anspruch der Volksbank auf den Punkt. „Unter diesem Leitgedanken haben wir viele verschiedene Fähigkeiten unter einem Dach zusammengebracht und miteinander vernetzt, kurz: unser Haus für unsere Wirtschaftsregion maßgeschneidert.“

Auf „Perfektion in der Serie“ setzt die Volksbank vor allem in den Bereichen, in denen schneller und unkomplizierter Service gefragt ist. Eine wichtige Säule dabei und die mittlerweile größte Filiale – bezogen auf die Anzahl der Mitarbeiter – ist der hauseigene Kundenservice. Rund 40 Mitarbeiter nahmen 2015 mehr als 430.000 Kundenanrufe entgegen und erledigten Kundenaufträge im Tagesgeschäft direkt und schnell am Telefon.

Für die „Perfektion in der Manufaktur“ stehen insbesondere die individuellen Dienstleistungen der Volksbank in der ganzheitlichen Beratung, die Kompetenzzentren mit ihrer hoch fachlichen Beratung, beispielsweise für „Erneuerbare Energien und Ressourceneffizienz“, „Internationales Geschäft“, „Zins- und Währungsmanagement“ und „Zahlungssysteme“, die Teams „Private Banking“ und „Freie Berufe“, die Immobilientöchter, aber auch die Zweitmarke „Bankverein Werther“ im Oberzentrum Bielefeld und seit 2015 der unabhängige Vermögensverwalter „Werther und Ernst“, an dem die Volksbank mit 70 Prozent beteiligt ist.

In der überdurchschnittlichen Entwicklung 2015 sieht Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Bittihn die Strategie seines Hauses bestätigt: „Unser Ansatz, Geschäftsfelder für anspruchsvolle Privat- und Firmenkunden auszubauen, geht voll auf. Dazu gehört unsere Zwei-Marken-Strategie genauso wie das Modell unserer Kompetenzzentren und selbstverständlich unser unabhängiger Vermögensverwalter ,Werther und Ernstʽ. Dieser ist im Übrigen in unserem gesamten Geschäftsgebiet tätig. Insgesamt interessieren wir mit diesem hochspeziellen, einzigartigen und regionalisierten Dienstleistungsangebot Kundengruppen, die bislang die genossenschaftliche Bankengruppe für ihre Anforderungen nicht im Blick hatten, für uns. Und somit gewinnen wir auch letztlich Marktanteile für die gesamte genossenschaftliche FinanzGruppe.“

7,9 Prozent Kreditwachstum

Die Kundenkredite legten im Geschäftsjahr 2015 über alle Kundengruppen hinweg überdurchschnittlich um 7,9 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu (Verbandsdurchschnitt: plus 5,3 Prozent). Das Volumen der neu herausgelegten Kredite erhöhte sich insgesamt um 15,2 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro. Wachstumsträger waren insbesondere die Unternehmensfinanzierung, Kredite für Investitionen in erneuerbare Energien und die langfristigen Baufinanzierungen. So stiegen die Kredite an Unternehmen um 9,5 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der Bestand an Krediten für Investitionen in erneuerbare Energien erhöhte sich insgesamt um 33 Prozent auf 560 Millionen Euro. Das Kreditgeschäft mit Privatkunden war insbesondere von einem neuen Rekordwachstum bei den Baufinanzierungen geprägt. Das Neugeschäftsvolumen belief sich auf 307 Millionen Euro (plus 12,5 Prozent).

Plus von 5,4 Prozent bei Kundeneinlagen

Die Kundeneinlagen stiegen um 5,4 Prozent auf mehr als 3,6 Milliarden Euro (Verbandsdurchschnitt: plus 3,3 Prozent). Das betreute Kundenvermögen – bilanzielle und außerbilanzielle Einlagen (Depots, Guthaben bei Versicherungen und Bausparguthaben) – kletterte um 8,5 Prozent auf rund 5,6 Milliarden Euro.

Mit einer Bilanzsumme von 4,9 Milliarden Euro (plus 7,3 Prozent) gehört die Volksbank weiterhin zu den zehn größten Volksbanken Deutschlands.

Weiterhin überdurchschnittliches Ergebnis

„Der anhaltende, politisch gewollte Niedrigzins beschleunigt eine Ertragserosion, der wir nur durch ein überdurchschnittliches Wachstum im Kundengeschäft begegnen können. Dies ist uns im Geschäftsjahr 2015 erneut gelungen“, bewertete Dr. Bittihn die Ertragsentwicklung 2015.

Aufgrund dieses sehr guten Wachstums im Kredit- und im Einlagengeschäft erhöhte sich der Zinsüberschuss um 1,3 Millionen Euro auf 99,1 Millionen Euro.

Der Provisionsüberschuss weitete sich um 2,5 Millionen Euro auf 33,1 Millionen Euro aus. Impulsgeber für das nachhaltige Wachstum im Provisions- und damit zinsunabhängigen Geschäft waren erneut die Kompetenzzentren der Volksbank, insbesondere für „Internationales Geschäft“, „Zins- und Währungsmanagement“, „Zahlungssysteme“ und Private Banking.

Trotz des ausgeprägten Wachstums stieg der Sachaufwand nur geringfügig auf 31,3 Millionen Euro. Der Personalaufwand erhöhte sich um 1,2 Millionen Euro auf 47,8 Millionen Euro. Dies begründet sich zum einen in Tarifsteigerungen. Zum anderen hat die Volksbank elf neue Arbeitsplätze geschaffen und die Anzahl ihrer Mitarbeiter von 850 auf 861 erhöht.

Das Geschäftsjahr 2015 hat die Volksbank mit einem ordentlichen Teilbetriebsergebnis von 1,03 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme abgeschlossen. „Mit unserem Ergebnis sind wir mehr als zufrieden und weiterhin überdurchschnittlich unterwegs. Damit können wir erneut deutlich unsere Eigenkapitalbasis stärken und uns für die weiter steigenden, anspruchsvollen Eigenkapitalanforderungen nach Basel III rüsten. Vor diesem Hintergrund sind wir in Zukunft umso mehr gefordert, als Kundenbank weiter zu wachsen und unsere Ertragskraft zu sichern“, so Bittihn.

Insgesamt hat die Volksbank 24,4 Millionen Euro in die Rücklagen eingestellt. Die Gesamtkapitalquote liegt bei 12,4 Prozent.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit erreichte 36,9 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss ging leicht von 13,9 Millionen Euro auf 13,7 Millionen Euro zurück.

Mehr als 3,7 Millionen Euro für Mitglieder

Den 105.850 Mitgliedern kommt der Erfolg in Form der Dividende zugute. Sie erhalten insgesamt 5,5 Prozent auf ihre Anteile. Damit schüttet die Volksbank aus ihrem Bilanzgewinn mehr als 3,7 Millionen Euro aus.

Fünf-Milliarden-Euro-Grenze überschritten

Auch im neuen Geschäftsjahr setzt die Volksbank ihren Wachstumskurs fort. Bereits in den ersten vier Monaten legten die Kredite um drei Prozent zu, die Einlagen erhöhten sich um 2,2 Prozent. Zudem übersprang die Bilanzsumme erstmals die Fünf-Milliarden-Euro-Grenze. Bittihn sieht bei allen Herausforderungen, die Niedrigzins, Regulatorik und Digitalisierung mit sich bringen, sein Haus gut für die Zukunft gerüstet: „Wir sind eine starke genossenschaftliche Regionalbank, deren Wert die Menschen in unserer Wirtschaftsregion schätzen. Wir werden alles daran setzen, unser Profil weiter zu schärfen, Marktanteile zu gewinnen und für unsere Mitglieder und Kunden zu wachsen.“

Goldene Ehrennadel der Volksbank für Heinz Peterburs

Auch Heinz Peterburs, ehemaliges Vorstandsmitglied hatte noch einmal einen großen Auftritt auf der Bühne. Peterburs war im April aus dem Vorstand in den Ruhestand verabschiedet worden. Über 50 Jahre hat er Verantwortung im genossenschaftlichen Sinne getragen und für die Paderborner Volksbank gewirkt. Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Seibert zeichnete Heinz Peterburs für seine besonderen Verdienste und für sein großes Engagement mit der Goldenen Ehrennadel der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold aus. Er betonte: „Keiner kennt die Volksbank Paderborn, ihre Strategie und das Umfeld der Bank so wie Sie. Wir alle haben Sie als besonnene, zielorientierte, bodenständige und solide Persönlichkeit kennen und schätzen gelernt. Ihr Name steht für Heimat, Nähe, Tradition, Verlässlichkeit, Vertrauen und vor allem für den Genossenschaftsgedanken. Mit Ihnen ist der Prototyp des Genossenschaftsbankers in den Ruhestand gegangen.“ Seine Karriere begann Heinz Peterburs 1965 als Lehrling in der Volksbank-Filiale Delbrück. Damals hatte die Bank eine Bilanzsumme von 89 Millionen D-Mark. Als Vorstand lenkte er ein Haus mit, das heute mit fünf Milliarden Euro Bilanzsumme zu den größten Volksbanken Deutschlands gehört. Besonders hob Seibert das diplomatische Geschick, die ausgeglichene Art, das stets ausgewogene Urteil und vor allem die Geradlinigkeit und Authentizität von Heinz Peterburs hervor. „Aufgrund dieser besonderen Fähigkeiten waren Sie stets prädestiniert für Sonderaufgaben: Ich denke dabei an die Koordination der Fusionen mit der Volksbank Lichtenau, der Volksbank Höxter-Beverungen und zuletzt der Volksbank Detmold zur Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold sowie an das große Bauprojekt ,Neue Mitteʽ hier in Paderborn, den Neubau von Bank und Theater“, so Seibert.

Nur einige wenige haben diese Auszeichnung bisher erhalten. Sie wird sowohl an Persönlichkeiten der Öffentlichkeit also auch an Führungskräfte, Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder verliehen. Zuletzt erhielt Josef Tack 2015 diese besondere Auszeichnung für seine Verdienste um die Volksbank als langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender.

„Ich fühle mich sehr geehrt und weiß es sehr zu schätzen“, bedankte sich Heinz Peterburs anschließend in seiner kurzen Rede bei den Mitgliedern.

Weitere hohe Auszeichnung für Heinz Peterburs: Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Seibert (r.) und Dr. Ulrich Bittihn (l.) ließen es sich nicht nehmen, das ehemalige Vorstandsmitglied auch im Kreis der Mitglieder zu verabschieden. Für „50 Jahre Volksbank“ erhielt er die Goldene Ehrennadel der Volksbank.

Ranga Yogeshwar über den „Umgang mit dem Neuen“

In seinem Vortrag „Nächste Ausfahrt Zukunft – unser Umgang mit dem Neuen“ zeigte Ranga Yogeshwar anhand vieler Beispiele Wege einer Kultur der Veränderung auf. Mit seinen klaren Appellen lieferte der 57-Jährige den Mitgliedern viele Gründe zum Nachdenken. In keiner anderen Phase der Geschichte habe es einen vergleichbaren Innovationsschub gegeben wie in unserer Zeit. Die wahnsinnige Geschwindigkeit, in der sich Wissen mehre und global ausbreite, erreiche immer neue Rekorde. In der Folge der neuen technischen Möglichkeiten wachse die Welt zu einem vernetzten globalen System hoher Heterogenität zusammen. „Dabei liegen Chancen und Risiken eng beieinander. Der gesellschaftliche Umgang mit dem Neuen ist zu einer großen Herausforderung geworden“, machte der TV-Star deutlich. Der rasante technische Fortschritt birgt für Yogeshwar viele Chancen: „Das Telefon hat noch 100 Jahre gebraucht, bis es in jedem Haushalt stand. Wir sind die erste Generation, die die Gegenwart gestalten kann.“ Dafür brauche es aber auch die nötigen, begleitenden ethischen Regeln: „Wir müssen nicht alles machen, nur weil es technisch möglich ist“, betonte Yogeshwar. Vor allem brauche es Mut und die nötige Kompetenz: „Neben Lesen, Schreiben und Rechnen muss Programmieren zu den Grundlagen gehören.“

 

 

01. Juni 2016