Vom Vorschussverein zur Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold

Volksbank Detmold

Am 13. Februar 1862 wurde der „Vorschussverein zu Detmold eingetragene Genossenschaft" gegründet. Bürger der Stadt Detmold unterschrieben an diesem Tag das Gründungsstatut des „Vorschussvereins zu Detmold“, des ältesten Rechtsvorgängers der heutigen Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold. Damit ist die Volksbank in Detmold eine der ältesten Volksbanken in Deutschland.

Laut Bekanntmachung durch das Regierungs- und Anzeigenblatt vom 4. Februar 1862 fand die Gründungsversammlung am 13. Februar 1862 im Detmolder Rathaus statt. Die ersten Genossenschaftsmitglieder waren Handwerker, Handelskaufleute, Anwälte, Ratsherren sowie der Bürgermeister der Stadt, Dr. jur. Heldman. An der Gründung waren zudem der Medizinalrat Quentin und Partikulier Kraushaar mit führend beteiligt. Die Gründer, deren Namen damals und Jahrzehnte danach noch einen guten Klang hatten, repräsentierten den Detmolder Mittelstand.

Am 27. Februar 1862 - zwei Wochen nach der konstituierenden Sitzung des Vorschussvereins - wurde bekanntgegeben, dass am 5. März 1862 die Vereinskasse zur Benutzung geöffnet sei. Bereits im Gründungsjahr zählte der Vorschussverein 92 und im darauffolgenden Geschäftsjahr 132 Mitglieder.

Die Gründung einer Genossenschaft machte nach den früheren Bestimmungen keine Eintragung in das Vereinsregister erforderlich. Im Jahre 1867 wurde das preußische Genossenschaftsgesetz veröffentlicht, welches dann im Jahre 1871 für das ganze damalige Reichsgebiet Geltung erlangte. Bereits 1869 erfolgte die Eintragung im Genossenschaftsregister unter der Bezeichnung "Vorschussverein zu Detmold eingetragene Genossenschaft". In einer außerordentlichen Generalversammlung am 14. Oktober 1889 wurde die unbeschränkte Haftpflicht der Mitglieder beschlossen. Diese unbeschränkte Haftpflicht wurde in einer ebenfalls außerordentlichen Generalversammlung am 17. Oktober 1921 in die beschränkte Haftpflicht umgewandelt. Die darauffolgende Generalversammlung am 12. Februar 1923 entschied die Umbenennung in „Gewerbebank Detmold eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht“.

Standorte und Entwicklung

In den ersten Jahrzehnten nach der Gründung wurden die Geschäfte in der Wohnung des geschäftsführenden Rendanten getätigt. Im Laufe der Zeit nahmen die Geschäftspapiere so an Umfang zu, dass es dem Rendanten an Raum zur Aufbewahrung fehlte. Auf ein Gesuch des Vorstandes vom 22. Juni 1885 an den Magistrat der Stadt Detmold wurde im Rathaus ein Wandschrank zur Verfügung gestellt.

Der damalige Bürgermeister Petri, Nachfolger des Bürgermeisters Heldman, setzte sich mit aller Kraft für die Förderung und das Wohl des Vorschussvereins ein. Auf ein Gesuch des Landrichters Dr. jur. Rosen vom 22. Januar 1897 wurde das Vorzimmer des Rentmeisters zur Verfügung gestellt. Dieses Zimmer, das auch als Geschäftszimmer diente, nutzte die Genossenschaft bis zum Jahr 1902.

Durch den steigenden Geschäftsverkehr mussten 1902 geeignete Räume angemietet werden. Die ersten Geschäftsräume des Vorschussvereins befanden sich bis zum Jahre 1909 im Hause Bruchstraße 38 und von diesem Zeitpunkt an bis zum Jahre 1925 im Nachbarhaus Bruchstraße 40. Von hier aus zog die Genossenschaft zum Rosental 13 um, wo sich die Geschäftsräume bis 1935 befanden. Da sie schließlich vom Eigentümer dem hiesigen Arbeitsamt zur Verfügung gestellt wurden, mussten auch diese Räume aufgegeben werden. Verhandlungen des Vorstandes und Aufsichtsrates über den Erwerb eines eigenen Hauses führten zu keinem Ergebnis. Aufgrund eines zehnjährigen Mietvertrages wurde 1935 das Erdgeschoss des Hauses Bismarckstraße 15 für die Zwecke der Bank eingerichtet und bezogen. Kriege, Inflationen und Währungsreformen waren immer wieder ein harter Prüfstein für die gesamte Wirtschaft sowie für die Gewerbebank Detmold eG.

Im Jahre 1922 machte sich die beginnende Inflation bemerkbar, die 1923 ihren Höhepunkt erreichte. Sobald der Lohn oder das Gehalt ausgezahlt waren, wurden so viele Lebensmittel wie möglich davon gekauft, denn schon Tage später war das Geld kaum noch etwas wert. Die Einnahmen und Ausgaben oder den Kassenbestand des Vorschussvereins galt es zu dieser Zeit deshalb in astronomischen Zahlen – in Billiarden-Höhe – zu führen.

Am 16. November 1923 standen die Notenpressen endlich still. So wurde am 1. Januar 1924 die Bilanz der Gewerbebank mit einer Bilanzsumme von 6.686,00 Reichsmark eröffnet. Erst nach der Währungsreform im Jahre 1948 wurde unter dem Vorstandsmitglied Fritz Hille per 20. Juni 1948 die Reichsmarkschlussbilanz gezogen und eine DM-Eröffnungsbilanz erstellt.

1953 kaufte die Genossenschaft das Grundstück Bismarckstraße 17 und baute dort ein Bankgebäude.

Von 1969 an erfuhr die Volksbank Detmold unter neuer Geschäftsleitung eine stürmische Aufwärtsentwicklung. Im Laufe der nächsten Jahre wurden mehrere Geschäftsstellen in Detmold und Umgebung eröffnet. Die Räumlichkeiten in der Hauptstelle an der Bismarckstraße 17 entsprachen bald nicht mehr den Anforderungen und waren dem gestiegenen Geschäftsumfang nicht mehr gewachsen. Am 30. Juli 1970 kaufte die Bank das Grundstück an der Bismarckstraße 5. Nach der Grundsteinlegung am 13. April 1976 und dem Richtfest am 4. November 1976 konnte der Bankneubau am 26. August 1977 bezogen werden.

Im Jahre 1984 geriet die Volksbank Detmold eG durch unvertretbare Kreditgeschäfte der damaligen Vorstandsmitglieder in eine existenzbedrohende Liquiditäts-, Rentabilitäts- und Stabilitätskrise, die nur durch die Unterstützung der genossenschaftlichen Sicherungseinrichtung des BVR überwunden werden konnte.

Die nächsten Jahre galten der Konsolidierung und Sanierung der Bank unter neuer Führung des jetzigen Vorstands, Günter Vogt. Durch die Fusion der Volksbank Detmold mit den benachbarten Volksbanken Lage und Horn-Bad Meinberg im Jahr 1989 legte das Kreditinstitut den Grundstein für eine zukunftsorientierte Neuausrichtung mit einem Bilanzvolumen von knapp 440 Millionen DM. In den folgenden Jahren gelang es der Volksbank Detmold, ihre Marktposition stetig weiter auf- und auszubauen.

Die erfreuliche Geschäftsentwicklung mündete 1999 in eine Fusion mit der Volksbank Lemgo. Nach der Fusion der Volksbank Detmold mit der Volksbank Paderborn-Höxter im Jahr 2007 ist die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold eine der größten Genossenschaftsbanken in Deutschland und die „Heimat-Bank“ in der Region.